Montag, 14. März 2016

Kleriker unter sich

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 43
 Kleriker unter sich


Pausbacks Land, daheim indessen
Hat im hoch religiösen Kreise,
Der Klerus notwendigerweise
Beieinander just gesessen,
Allesamt dort hoch studiert,
Und hat feierlich gar salbungsvoll
Über die Frage diskutiert,
Wie es nun weitergehen soll.

Dass der Papst das Handtuch warf
Hat Elbmarx kritisiert sehr scharf.
(Elbmarx ist in Georg Rollenhagens Froschmeuseler
aus dem 16. Jahrhundert ein gelehrter Frosch, der sich
 Beyßkopf dem Papst widersetzt.)

"Gottes Vertreter hier auf Erden,
Mit dem Auftrag dessen Herden,
Zu führen und zu seinen Ehren,
Ihre Kopfzahl stets zu mehren,
Funktioniert nicht mehr so recht,
Weil auf dem Stellvertreterthron
Zu viele Schurken saßen schon."

Hielt der Elbmax dem erlauchten Korps
Von Pausbacks grünem Klerus vor.

Und er fügte sogleich an:
"Es könnte sein, dass irgendwann,
Wenn der Beyßkopf  dort so weitermacht,
Es sich das grüne Volk erlaubt,
Unsre Lehre nicht mehr glaubt,
Oder uns drob gar verlacht!"



"Die Sorge ist berechtigt" sprach
Der Feldprediger Korax Wrex danach,
Legte seine Froschstirn kraus,
Und führte weiter dazu aus:

"Der Grund dafür, dass immer mehr
Der Frösche sich von unsrer Lehr
Abwenden ist weil wir bigott,
Immer noch im alten Trott,
Den uns Rom hat vorgegeben,
Wie im Mittelalter leben."


"Was unser Volk gar altbewährt
Vom Papst hat vorgesetzt bekommen,
Wird, weil allesamt sind aufgeklärt,
Uns heute nicht mehr abgenommen."


"Wir müssen, so denk ich endlich nun,
In unserem globalisierten Reich,
Uns all einmal zusammentun,
Um gemeinsam hier auf Erden,
Ganz egal in welchem Teich,
Einig uns darüber werden,
Wie wir den in Zukunft nennen,
Den wir alle zwar nicht kennen,
Aber es uns doch erlauben
Dass es ihn gibt zu glauben!"

***

"Du bist fürwahr ein frommer Frosch!"



In der Faust den Holzkreuzstab,
Ihm darauf mit breiter Gosch,
Lächelnd doch mit Zorn im Ton,
 Frommquaks sogleich Kontra gab.

"Seit gut zweitausend Jahren schon,
Unser geliebter Herr Jesu Christ
Einzig und allein es ist,
Dem zusteht, dass in jedem Teich
Unter dem weiten Himmelsreich,
Weil er persönlich jeden kennt,
Man auf Erden Gott nur nennt."

"Ihn, der mit seinen Gaben,
Für uns sorgt tagaus, tagein,
Fürsorglich wie's ein Gott soll sein,
Dass wir genug zu Essen haben,
Solltest du nicht verketzern hier!"

"Mein Freund, ich rate dringend dir,
Bevor du die große Lippe wagst,
Überleg dir was du sagst!"

Und dann fügte der Filou
Einen Nachsatz noch hinzu:

"Für mich als guter Christ,
Bleibt alles wie es war und ist.
Nunmehr seit gut zweitausend Jahren
Sind wir recht gut damit gefahren.
Es gibt keinen Grund dass wir
Etwas reformieren hier,
Weil mit ihm und ihm ergeben
 Wir all satt, zufrieden leben!"

***

Dass es nicht immer schon so war,
Wie Bischof Frommquaks, der dran glaubte
Zu verkünden sich erlaubte,
Machte dem ein Rabbi klar.


***


Was jener dann recht paradox,
Glaubensüberzeugt sakral,
Von sich gab ultraorthodox,
Berichten wir das nächste Mal.


wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.