Samstag, 12. Dezember 2015

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 41
Bei Hofe

erte 

Fürstin von der Laichen,
Mir scheint, dass sie und ihresgleichen,
Den Laden nicht im Griff recht haben."

Rief von der Galerie erhaben,
Über das ganze hohe Haus,
Ein Zuschauer gar wütend aus.

Es war Quakus ein Matrose,
Von der königlichen Froschmarine.
Mit großem Maul und kurzer Hose,
Und mit sichtlich vergnügter Mine
Stand er dort in der ersten Reihe.
Neben ihm noch andre zweie.

"Wir haben uns heut frei genommen
Und sind zu dritt hier her gekommen
Um uns das Geschehen
Im Parlament mal anzusehen."

Und dann fuhr mit keckem Wort
Er im Zwischenruf laut fort.

"Fürwahr, das lasst zuerst mich sagen,
Ihr versteht all schön dick aufzutragen!"

Dann wandte er in aller Ruh
Sich speziell der Fürstin zu.

"Mir scheint dass sie zwar Schönredgaben,
Doch von der Truppe keine Ahnung haben.
 Ich hab ihr Wort noch gut im Ohr,
Welches sie hier trugen vor."

- Jetzt heißt es klotzen und nicht zagen,
Sondern Terroristen jagen!
Ich hoffe, dass das hohe Haus,
Den Casus Belli löst bald aus.
Dann werd die Truppen ich formieren
Und in Mausulina einmarschieren -

"Sie erinnern sicher doch
An das was sie grad sagten noch."

"Ich frag sie Frau Ministerin,
Wie kriegen sie denn das nur hin,
Mit dem was just beschlossen wurd?
Das ist doch wirklich arg absurd!"

***

"Ach bitte" rief da im Parlament
Von vorne dessen Präsident,

"Mir scheint ihr drei seid sehr begabt,
Und weil ihr noch mehr Ahnung habt
Vom Militär und unsrer Lage,
Zweifellos, gar keine Frage,
Als die Fürstin von der Laichen,
Lass ich mich erweichen
Und bitte euch nach vorn zu kommen
Um von dort aus vorzutragen
Was ihr wollt schon immer sagen."

***

Das haben die drei gleich angenommen.


Und dann ließen sie im hohen Haus
Ihre Sorgen und den Frust heraus
Der sich an Bord ihrer Fregatte
Im Dienst so angesammelt hatte.

"Zuerst", so sprach der Stabsbootsmann,
Mit Namen hieß er Padderan,
"Ein Wort zu dem, für das just eben,
Ihr eure Stimme habt gegeben."

Und dann fügte er spontan
Seine Meinung dazu an:

"König Troxartes und die Seinen
Mit Bomben klein zu kriegen
Wie ihr all vorgebt hier zu meinen,
Um aus der Luft ihn zu besiegen,
Das wird sicher nicht gelingen.
Es wird noch mehr Leid nur bringen
Und zudem neue Flüchtlingswellen."


"Dem schlimmen grauen Mordgesellen
Und seinen selbstmörderischen Terroristen
Ihr blutiges Handwerk endgültig zu legen,
Bei welchem sie ihrer Verblendung wegen,
Ungläubige, Andersgläubige und Christen
Verfolgen, bekriegen und ermorden,
Das ist gesagt gar oft schon worden,
Bedarf es Tollkühnheit und Mut."

"Den bösartigen, grauen Tunichtgut
Mit Standoff-Technik-Waffen,
Ohne Risiko vom Schreibtisch aus
Für immer aus der Welt zu schaffen,
Wie ihr es glaubt all hier im Haus,
Denkt an den Priester Laookon,
Ist eine gar närrische Illusion."

"Nicht mal das alliierte Heer,
Für das, nach dem Motto, viel Feind, viel Ehr,
 Die Fürstin Unki Krotte von der Laichen
Erwartet von euch das Einsatzzeichen,
Könnte das zustande bringen."


"Doch um  den Mauskönig zu fassen
Wäre das sicher Fehl am Platz.
So wie man nicht auf einen Spatz
Mit einer Feldkanone schießt
Oder Öl ins Feuer gießt
Wenn man vorhat es zu löschen,
Oder zu trinken gibt uns Fröschen,
Sollte sie das lieber lassen!"


"Um Terroristen zu bezwingen,
So wie Troxartes einer ist,
Bedarf es einer Hinterlist
So wie sie einst vor Ilion,
Odysseus, des Laèrtes Sohn,
Mit dem hölzernen Pferd ersann!"

"Wo man so was lernen kann,
Ach, es ist wirklich eine Schande,
Das ist ausgerechnet in jenem Lande,
Ich sag es, auch wenn's euch nicht frommt,
Aus welchem die dreiste Ratte kommt.

***

Nach dem Seemann Padderan
War Quälix der Hauptgefreite dran.
Jener ließ im hohen Haus
Sich über die Offiziere aus,
Welche an Bord seiner Fregatte
Er als Vorgesetzte hatte.

***


Es war wirklich ein Skandal.
Mehr dazu ein andermal.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.