Dienstag, 21. März 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 53
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 8 -


Maxima, die dem Dichter gegenüber saß
Und in einem alten Buche las,
Musste urplötzlich lauthals lachen.

"Schau mein Freund", sprach lachend sie
Zum Dichterling von vis-à-vis,
"Mir scheint, das was wir beide machen,"
Fuhr fort sie gänzlich unbeschwert,
"Ist durchaus anerkennenswertwert!"

"Wir werden irgendwann beim Spurensuchen
Einen durchschlagenden Erfolg verbuchen!"

"Doch falls uns dieses nicht gelingt,"
Ergänzte von einem Vers beschwingt,
Der in griechisch notiert von Hand,
Im aufgeschlag'nen Bande stand,
"Dann halten wir's mit diesen Spruch,
Der schwarz auf weiß steht hier im Buch!"



Und dann, in alter Schrift bewährt
Hat ihrem Freunde sie erklärt,
Was übersetzt das Ganze hieß.

Nämlich dies!

"Was man nicht kann ganz erfassen,
Muss man trotzdem nicht ganz lassen!
Besser einen Teil zu wissen,
Als das Ganze ganz zu missen!"
(Autor namentlich nicht bekannt)



"So ist es sprach der Dichterling!"
Indem er wieder in sich ging,
Um darüber nachzudenken
Wie er ohne jemanden zu kränken,
Weil er dachte, dass er's musste,
Sich als Forscher zu bewähren,
Um der Welt all jenes zu erklären,
Was Norden damals noch nicht wusste.

In dessen Abhandlung über die Geburt des Knaben,
Der Geschichte über eine religiöse Heilsidee,
Begann er noch tiefer nun zu graben,
Um, was er dort fand extempore,
Der Welt im Netz gleich kund zu tun.

Alles was der Religionshistoriker und Philologe
Geschrieben hatte zur vierten Hirtengedicht-Ekloge,
Nahm erneut er nun aufs Korn,
Und zwar nochmals von ganz vorn.

***

"Die Prophetien der altägyptischen Religion
Verhießen vor mehr als fünftausend Jahren schon,
Was uns das Alte wie das Neue Testament
Und Virgil in Sachen eines Retters nennt.
(Eduard Norden, die Geburt des Kindes, Seite 5)

"Immer wenn ein Volk in Armut stöhnte
Kam ein Prophet der es verhöhnte,
So war's am Jordan wie am Nil
Und auch in Rom einst bei Vergil."

"Jedoch dessen Konsulatsgedicht
Zielte auf die Oberschicht
Weil der Dichterfürst gar wach,
Dachte an die Zeit danach,
Wo in neuer Weltperiode
Korruption blieb sicherlich in Mode,
So wie es vorher war der Brauch,
In Sachen Landverteilung auch."


"Drum machte Vergilus geschwind,
Ja er war ein cleverer Wicht,
Sich bei Konsul Pollio lieb Kind,
Und widmete ihm das Gedicht,
Von welchem hier die Rede ist."

"Dass dieses später der Herr Jesu Christ,
Zum Vorbild sich genommen hat,
Steht auf einem andern Blatt:"


***

"Ein weiter wichtiger Querverweis,
Auf die Analogien in den Religion
In Sachen Jungfrau und Aion,
Findet im alten Mythenkreis
Man bei Norden in Alexandria.
(Eduard Norden, "Die Geburt des Kindes", Seite 28)

Im Tempel der Göttin ebenda,
Wurde in jenen alte Tagen
Als Jesus dort zu Hause war,
Wo er es sah ganz offenbar,
Ein Götzenbild herumgetragen,
Von dem die alten Forscher sagen,
Dass es mit Kreuzen ward geschmückt!"


***

"Damit ist dir ein Coup geglückt
Lachte die Muse darauf froh
Und fügte an, "nur weiter so!"

***

Wie's in der Sache weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.