Mittwoch, 27. April 2016

Kleriker unter sich

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 43 - 12
 Kleriker unter sich

ls 

der Tibeter geendet hatte,
Herrschte im Saale Klerus eigen,
Nichts als nur bedächtiges Schweigen.

Allesamt vom Priesterfach,
Dachten angestrengt drob nach
Ob man dem guten, braven Mann
Der sich Dalai Lama nannte,
Und den keiner von ihnen so recht kannte,
Was er erzählte glauben kann.

Alle scheuten sich vor einer Debatte
Mit dem Mönch, der offenbar,
Erleuchtet von Gott Buddha war.



Allesamt im Runde schwiegen
Vor sich hin nur ganz gediegen.

***

Da ergriff der selbst das Wort
Und setzte seine Rede fort.

 "Wie ich erklärt es euch grad habe,
Hat ein Volk mit großer Geistesgabe
Den Grundstock einst für das gelegt,
Was bis heute unsre Welt bewegt.

Nein, es war  nicht das Meine.
Und es war auch nicht das Seine
An den ihr just grad alle denkt.

Die Ägypter haben es erdacht.
Moses hat es mitgebracht,
Und den Seinen es geschenkt.

Von seinem Volke übernommen,
Nachdem Ramses es erlaubte,
(Gemeint ist Moses 2, Exodus, Der Auszug des
 israelischen Volkes aus Ägypten)
Ist am Jordan angekommen
Was man am Nil einst glaubte.

***

Zwölfhundert Jahre später dann
Als vor Herodes auf der Flucht
Jesus am Nil hat Schutz gesucht,
Er sich dort darauf besann.

Fortan spielte mit Dichtergabe,
Der Jugendliche eine ziemlich tolle
Und gar wundersame Rolle
Von der ich bereits berichtet habe."

"Doch was er sich hat ausgemalt
Hat sich für ihn nicht ausgezahlt.
Er musste deshalb am Kreuze sterben.

Jedoch die Evangelisten, seine Erben,
Sowie ihre gut gebildeten Essayisten,
(Als Verfasser des Matthäus-Evangelium nimmt man heute
einen uns nicht näher bekannten judenchristlichen Lehrer an,
der noch ein Schüler der Apostel war. -Originaltext Einheitsbibel-)
 Bei Matthäus ein bislang unbekannter Mann,
Schufen hundert Jahre später dann,
In Syrien, Markus machte es in Rom,
Jenes unumstößliche Axiom
Für die Glaubenswelt der Christen,
Nach welchem Jesus den Rabbi auf den Thron
Als Gott man setzte als dessen Sohn."

"So gesehen hat Jesus Glück im Unglück noch gehabt,"
Fügte der Dalai Lama, von Buddha erleuchtet und hoch begabt,
Ja der Mann ist ein Filou,
Seiner Rede noch hinzu.

***


Die Priester am Saale um ihn her,
Schüttelten die Köpfe und staunten sehr,
Über das, was der Tibeter ihnen
Hatte soeben kund getan.

Doch weil einige zu zweifeln schienen,
Fügte der noch schnell ein Nachwort an.

"Die Beweise dafür fehlen zwar.
Doch dass es, wie ich es schilderte auch war,
Könnt in Übereinstimmung mit mir,
Ihr online in diesem Machwerk hier,
So wie es dereinst ist gewesen
Schwarz auf weiß geschrieben lesen.

Aristoquakes hat im Zeitengang
Beinah drei jahrzehntelang,
 In Jesus Vermächtnis recherchiert,
So wie auch im Pentateuch
Und dieses Epyllion fabriziert,
In welchem ganz speziell für Euch,
Damit ihr endlich all begreift
Wie jener euch hat eingeseift,
Humoristisch arg durchtrieben
Wie es tatsächlich war beschrieben.

 

Alles was ihr nicht wissen wolltet
Aber einmal bedenken solltet,
Hat darin er euch kund getan.
Schaut euch das Werk ruhig einmal an.
 Er hat es speziell für euch gemacht!"




Dann hat er lauthals losgelacht.

***
Wie's mit dem Klerus weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.