Freitag, 15. April 2016

Kleriker unter sich

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 43 - 8
 Kleriker unter sich

eise,

 überlegend jedes Wort,
Fuhr er in seiner Rede fort:



"Der Junge war ein heller Kopf
Obgleich man seinem Vater folgen sollte,
Verzichtete er auf dessen Thron
Weil er etwas andres wollte.

Er stutzte seine Jugendlocke,
Um fortan ohne Prinzenzopf,
Mit Stab im schlichtem Pilgerrocke,
Auf Wanderschaft zu gehen.

 Sich im Lande umzusehen,
Um zu lernen möglichst viel,
Ward fortan nur sein Lebensziel.
  
Weil bereits als Jüngling schon
Interessierte ihn die Religion,
Wie in vielen Varianten
Am Nil sie die Ägypter kannten,
Reiste schließlich irgendwann
Er nach Hermopolis auch dann.

Dort lernte er einst nebst dem Hünen
Osiris, den Großen Grünen,


Auch jenen Gott der Achtheit kennen,
Den die Ägypter Amun nennen
Und welcher dort, auch das ist wahr,
Der König aller Götter war.


Von der Priesterschaft beraten
Geriet er an dessen Lebensdaten,





Und setzte sie, er war nicht dumm,
Für seine Zwecke sogleich um.

Noch heute spricht man Amuns Namen
Nach jeder Predigt aus als Amen.

Mit gar höfischem Gebaren,
Der Knabe hatte Geld,
Reiste in seinen Jugendjahren
(Damit sind die siebzehn Lebensjahre des Religionsgründers
gemeint, die in der Bibel gänzlich unterschlagen werden)
Er um die halbe Welt.

Ohne sich zu schonen,
Bereiste er Regionen,
Die in jenen Tagen
Fernab des Reiches lagen.

Seine Füße trugen ihn
Bis ins ferne Indien hin
Und auf das Dach der Welt sogar,
Wo Buddha einst zu Hause war.


Von dessen Weisheit inspiriert
Und dafür hoch prädestiniert,
Weil er als Julius Caesars Sohn


Daheim galt ja als Gottheit schon,
Hat nach Gautama Buddhas Lehre,
Dem gebührt die Ehre,
Und an Amun orientiert,
Er unsern Glauben initiiert.


Er nahm vom Vater ganz spontan,
Dessen Namenskürzel an.
(Aus JC für Julius Caesar wurde JC für Jesus Christ)
So wurd zu seines Papas Spott
Aus seinem Sohn, der neue Gott."

Der uralte und lang bekannte
Froschgott, der sich Amun nannte,
Steuerte dazu mancherlei,
Weil es bestens passte bei.

Was Jesus dabei übersah
War, dass entgegen dem Papa,
Der einen Froschkopf hatte.


Weil er ein Frosch war, so wie ich,
War das nicht grade förderlich,
Für den Fortbestand der Christenheit.

Du weißt ja selbst, dass wir zurzeit
Leiden sehr an Schäfchenschwund.
Das war für mich damals der Grund

Dass ich gar gediegen
Was ich wusste, hab verschwiegen!"

***

So sprach der Alte arg verschroben,
Mit ängstlich, scheelem Blick nach oben,
Und lachte danach schrill und laut.

"Doch Aristoquakes mit Maxi seiner Muse,
Zwei anerkannte Exegeten,
Haben die Sache schnell durchschaut.
Sie verlangten von mir Buße.
Deshalb bin ich zurückgetreten!


***

Wie's mit dem Klerus weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.