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Sonntag, 14. September 2008

Die Stedinger


Westlich der Weser, hinter dem Deich
Lag dereinst im Norden das Stedingerreich.
Stolze Bauern die am Strom
Lebten gänzlich autonom.
Die das Sumpfland routiniert
Zum Ackerlande kultiviert
Hatten mit Schweiß im Angesichte.
So belegt es die Geschichte.

Deiche und Felder sind so entstanden
In der Wesermarschenlanden.
Rechtschaffene Bauern voller Fleiß,
Rackerten die Stirn sich heiß.
Doch von dem meist kargen Lohn
Trug der Bischof viel davon.
Den Zehnten Teil, das war der Preis
Strich ein die Kirche solcherweis'.

Den Stedingern war diese Steuer
Von Anfang an nicht recht geheuer.
Trotz alledem, der Wohlstand wuchs
Im Land der Stedinger recht flugs.
Man wollte es im Norden gar
Den Friesen gleichtun offenbar
die dort in Rüstringen bereits
In Freiheit lebten ihrerseits.
So strebte man danach recht bald
Zu brechen bremische Gewalt.
Verweigerte zwecks des Gewinn's
Dem Bischof Gerhard seinen Zins.

Doch jener der das stolze Volk
Im Auftrag seines Papstes molk
Roch rechtzeitig noch die schwelende Lunte
Und schickte Truppen an die Hunte,
Um, wie die Chronisten schreiben,
Seinen Teil sich einzutreiben.
Doch die Stedinger nicht bang',
Fackelten nicht erst lang.
Schlugen jedes Mal mit Wucht
Die Bremer Truppen in die Flucht.

Die Kirche jedoch gab nicht Ruh
Und schlug immer härter zu.
Zwölfhundertneunundzwanzig dann,
Am Weihnachtsabend griff man an.
Die Abtrünnigen zu bezwingen.
Doch es sollte nicht gelingen.


"Säbelrasseln überall
Militär, ein Überfall."
Die Stedinger zum Friedensfest
Gaben dem Tyrann den Rest.
Schlugen Graf Hermann von der Lippe
Und den Rest der Rittersippe.
So hat sich's damals zugetragen
An den Weihnachtsfeiertagen.

Erzbischof Gerhard der Zweite,
Der Unterlegene im Streite,
Saß in Bremen, sann und sann
Wie man der Kirche helfen kann.
Denn Steuer zahlen das musst sein.
Was bildeten sich die nur ein.
Man musste sich nur recht besinnen
Und gegen sie Intrigen spinnen,
So dacht' des Papstes Prediger,
Dann würden selbst die Stedinger
Hinterm Weserdeich sich fügen.
So entstanden dann die Lügen,
Die von der Kirche in Gottes Namen,
Überall in Umlauf kamen.
Man ließt sie heut' noch überall
So wie anno dazumal.

Von Hexenwahn und Satanskult
Las ich Berichte, sehr okkult.
Bei Hans J. Wolf ich manches fand.
Was da alles geschrieben stand
über Stedingen und Stedingsehr
Das geht auf keine Kuhhaut mehr.

Einiges an dieser Stelle
Will ich erzählen auf die Schnelle,
Damit auch euch wird nun bekannt
Wie sich zum Frosch der Bogen spannt,
Und wie es seinen Ausgang nimmt
Berichte ich so wie es stimmt.


Die Stedinger, das weiß man heute,
Waren arbeitsame Leute.
Und überdies ist noch bekannt
Dass den Klerus sie flagrant
Haben öfter 'mal brüskiert,
Gerade heraus und ungeniert.

Die Lage war sehr angespannt.
Dies alles ist uns schon bekannt.

Doch eines Tags, beim Abendmahl
Der Priester, es war ein Skandal,
Legte einer Gutsherrenfrau
Anstatt der Hostie bauernschlau
Einen Groschen in den Mund.
Die Opfergabe war der Grund.
Für eine Frau aus ihrem Stand'
Der Pfarrer sie zu geizig fand.
Und weil der Hochwürden gewitzt
Wusste was die gute Frau besitzt,
Hat, weil gierig er geartet
Er etwas mehr von ihr erwartet.


Nach der Messe machte die reiche Frau
Im Dorfe ziemlichen Radau.
Ihr Gatte stand dem Weib zur Seite.
Gar heftig ging es zu im Streite.
Ein Wort das andere ergab.
Am End' der Priester lag im Grab
Weil, so hat sich's zugetragen
Der Gutsherr hatte ihn erschlagen.

Der Vorfall bracht' den Stein ins Rollen.
Was hätt 'der Bischof machen sollen?
Er forderte die Stedinger auf
Den Mörder ihm zu liefern aus.
Doch die Bauern deckten diesen,
Haben die Bitte abgewiesen.
Die Lage die schon sehr erhitzt
Hat sich weiter zugespitzt.

So um die Jahrhundertwende,
Nach katholischer Agende
Kamen Priester in das Land
Mit einem Säckel in der Hand.
Zeigten Requirierungsschreiben
Um den Zehnten einzutreiben.
Die Stedinger mit Schimpf und Schande
Jagten die Pfaffen aus dem Lande.
Sie machten ihnen deutlich klar
Dass da nichts zu holen war.

Der Bischof darauf sehr gekränkt
Hat den Papst in Rom gedrängt
Ihm, es ging hier um den Glauben,
Einen Kreuzzug zu erlauben.
Wollt die Stedinger bekehren,
Und der Kirche Reichtum mehren.

Dort in Rom im Vatikan
Nahm man sich der Sache an.
Zehn Jahre später per Dekret
Wurde man erneut konkret.
Doch nach kurzer Rangelei
War auch dieses schnell vorbei.

Den Stedingern ward' nichts erspart.
Doch blieb man in der Sache hart.

Dreißig Jahre später dann
Griff Hermann von der Lippe an.
Wie weiter oben schon beschrieben
Blieb er auf dem Schlachtfeld liegen.
Mit ihm zweihundert seiner Ritter.
Erschlagen. Es war bitter.

Hass und Wut auf beiden Seiten.
Ja es waren raue Zeiten.

Priester und Mönche kaum zu fassen,
Mssten nun das Land verlassen.

Das Bauernvolk las notgedrungen
Die Messe selbst, ganz ungezwungen.

In dieser argen Situation,
Der Führer der Inquisition,
Konrad von Marburg übertreibt
Als er eine Depesche schreibt.
An Papst Gregor der Bericht
In Rom sofort ins Auge sticht.
Beschuldigt wird der Ketzerei
Das Volk der Stedinger dabei.
Von Luziferanern ist die Rede
Die Unzucht treiben, schlicht jedwede.
Die Sekte, wie sie Konrad nennt,
Kein einziges Tabu mehr kennt,
Bereitet dem Herrn Jesus Schande
Im Gaue Stedingen die Bande.
Und dann geht er ins Detail.
Froschanbetung, Ketzerei.
Im Wesentlichen schreibt er dann.
"Wenn ein Neuling dort kommt an,
Erscheint ihm eine Art von Frosch
mit unsäglich breiter Gosch.
Dem Tier, das wir auch Kröte nennen
Gibt der Noviz sich zu erkennen
Indem er's auf die Gosche küsst
In gar schändlichem Gelüst.


Einige tun noch viel mehr,
Geben sich gar dazu her,
Ziehen beim schmachwürdigem Kuss
Die Zunge und den Speichelfluss
Des Frosches gierig in sich auf...
Dann folgt der weitere Messeverlauf.
Der Frosch erscheint, so Konrad's Zeilen
Gehörig groß, riesig bisweilen.
Meistens, so schreibt er im Wahn,
Nimmt er Backofengröße an.

Wenn dann die Feier weitergeht
Der Neuling vor dem Meister steht.
Vor einem ausgezehrten Mann
An dem nur Haut und Knochen dran.

Den Mann von wunderbarer Blässe
Hat er zu küssen in der Messe.
Beim Kusse der Novize fühlt
Kälte und wird abgekühlt.
Der Kuss, hat Konrad sich erlaubt
Zu schreiben, ihm den Glauben raubt.
Es bleibt nicht eine Spur zurück
Vom Katholen-Glaubens-Glück.
Gelöscht ist die Erinnerung
Nach dieser Satanshuldigung.
Ausgelöscht der Christenglauben
Von einem Mann mit schwarzen Augen."

Doch Konrad wusste zu berichten
Noch viel ärgere Geschichten:

"Nachdem geküsst der dürre Mann
Schritt man zum Festmahl also dann.
Und nach dem Tafeln ging's erst los.


Ein schwarzer Kater riesengroß
Als Statue, den Schwanz gebogen
Wurde in den Raum gezogen.
Das Tier in Größe von einem Hund,
Ging nun reihum, von Mund zu Mund.
Und jeder schmatzte ihm zum Schluss
Auf der Hintern einen Kuss.
Interessant dabei zu wissen.
Nur wer würdig war durft küssen.
Nach dem Katerritual
Wurde das Licht gelöscht im Saal.
Und was nun kam im Gewimmel
Stank der Kirche und zum Himmel.
Ohne Rücksicht aufs Geschlecht
Verkehrte man, alles war recht.
Weiber, Männer miteinander
Über - unter - durcheinander.
Verwandtschaft kannte niemand mehr.
Schlimmste Unzucht kreuz und quer.
Lesbisch, gegen jedes Naturell
Und gar homosexuell.

Wenn die Ruchlosigkeit vollbracht
Und das Licht ist neu entfacht
Tritt aus dem Halbdunkel im Raum
Ein Mann hervor, man glaubt es kaum.
Der glänzt und strahlt so wie die Sonne.
Ihn betrachtet nun voll Wonne,
Wie's für den Meister sich gehört
Das ganze Teufelsvolk betört.
Mit Ehrfurcht und mit Schweigen
Sie sich vor ihm verneigen.
Dann, wie er sich hat eingefunden,
Ist alsbald er auch verschwunden."

Dies stand alles im Bericht
Aus des Ketzer-Jägers Sicht.
Und als weiteres Symptom
Meldet Konrad noch nach Rom
Voller Trug und Hinterhalt,
Was als größte Schandtat galt:

"Manch Stedinger“, behauptet er,
"Schändet des Herrn Jesu Ehr.
Geht nach der heiligen Kommunion
Mit dem Leib des Herrn davon.
Spuckt daheim, welch Freveltat
Das Sakrament in den Unrat.
Behauptet schändlich obendrein,
Herr Jesus sollt' ein Teufel sein,
Der ungerecht und grob gar ist“
So behauptet er voll List.
Und als letzten Satz fügt an
Verschärfend schließlich Konrad dann.

"Die Stedinger sind schlimme Leut’
Sie glauben an den Satan heut,
Und behaupten obendrein
Dass der sollte der Schöpfer sein,
Und dass er nach dem Sturz des Herrn
In Glorie würde wiederkehr’n."


Dass sie Asmodeus verehren
Und mit dem Beelzebub verkehren,
Hat Konrad, so wird es berichtet,
Dem Stedingervolke angedichtet



So schrieb Konrad es nach Rom
Und so las im Petersdom
Papst Gregor(IX) es mit rotem Kopf.
Er packte die Gelegenheit beim Schopf
Und schrieb das ganze Lügendrama
In die Bulle Vox in Rama.

Dort steht es heut noch schwarz auf weiß.
Was auf päpstliches Geheiß
Vom Klerus wurde aufgeschrieben
Ist erhalten uns geblieben.

Die Stedinger die traf es hart.
Denn wie es Katholen Art
Galt das Papstwort damals schon
Als unfehlbar, welch grober Hohn.

Nun war der Anlass ja gegeben.
Gegen Ketzer musst' erheben
Die Kirche sich, so war die Lage.
Jetzt ging es um die Glaubensfrage.
Und so kannte man kein Erbarmen
An der Hunte mit den armen
Stedingern die das Komplott
Büßen sollten, Großer Gott...

Die Kirche hat mobil gemacht.
Der Schlachtplan war jetzt gut durchdacht.
Für Großen Kreuzzug-Ablass dann
Man ein Söldnerheer gewann.
In Verden, Münster, Hildesheim
Zog man die Kreuzzugstreiter ein.
Aus Osnabrück und Paderborn
Rief man sie im heiligen Zorn.
Der Erzbischof von Mainz sogar
Am Feldzuge beteiligt war.

Zwölfhundertvierunddreißig, im Monat Mai
Zog das Kirchenheer herbei.
Bei Altenesch am Ochtumstrand
Die Metzelei ihr Ende fand.
Die Kirche ließ ihr Volk bekriegen
Und strafte ihre Lehren Lügen.



Mit Stedingen war's schnell vorbei.
Denn angeklagt der Ketzerei
Vom Bremer Bischof angefacht
Unterlag das Volk der Übermacht.

Fünftausend Tote zu beklagen.
So hat sich's damals zugetragen.

Das Land der Stedinger

Ein paar Literaturangaben

Hinweis:
Mehr über die Stedinger erfahren Sie hier
und hier und hier und hier

Freitag, 12. April 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 18-3
- Frosch und Kröte in der Kunst -
Hieronymus Bosch



Am runden Tische in der Mitte
Findet wohl nach alter Sitte,
Wenn man recht schaut, in der Tat,
Eine Hexenmesse statt.

Was uns hierbei interessiert
Ist, was die Schwarze dort serviert.


In einer Schüssel aufgetragen,
Eine Kröte, die ohne zu klagen,
Zwischen den Flossen eingeklemmt,
Etwas in die Höhe stemmt.
Oval, wie man erkennen kann.
Es schaut sich wie 'ne Hostie an.
Doch könnt es auch was andres sein.
Hühnerei bis Krötenstein.
Könnten wir den Maler fragen
Würde er's uns sicher sagen.
Klar ist: Es handelt sich dabei
Um eine Art von Ketzerei
Wie wir sie von denen kennen
Die sich Gegenkirchler nennen.


Deutet Bosch uns hier gar an
Was der Papst hat einst getan
Vor siebenhundertsiebzig  Jahren.
Vielleicht hat er es ja erfahren
Bevor er seine Bilder malte.
Der Klerus seinerzeit arg prahlte
Mit seiner Bulle "Vox in Rama"
Die ausgelöst hatte das Drama
Welches im Wesermarschenland
Bei Altenesch sein Ende fand.

Ketzer und Katholen haben
Sich erbittert dort geschlagen.
Fünftausend Menschen mussten sterben;
Der Rest wieder katholisch werden.

Den Stedingern, so wird berichtet,
Hat der Papst einst angedichtet,
Dass sie hinterm Weserdeich
'Nen Frosch verehrten teufelsgleich
Und mit dem heiligen Leib des Herrn
Frevel trieben all zu gern.
Sie trugen die Hostie, so die Kunde,
Aus der Kirche heim im Munde,
Wo man dann, welch Satanstat,
Das Sakrament geschändet hat.
Sie spuckten die Hostie auf den Mist
So log Papst Gregor voller List
Und ohne sich zu schämen,
Die Stedinger zu zähmen.
Über dieses Thema mehr
Im Kapitel Stedinger.

Gibt uns Bosch mit Malerfleiß
Hierzu nun den Querverweis.

Schweigend und zutiefst betroffen
Lassen wir diese Frage offen
Und wenden uns in aller Ruh
Dem nächsten Frosch im Bilde zu.



Im Vordergrunde, rechts im Bild,
Auf einem Dämon, schwarz und wild,
Ein rotes Tuch und darauf steht
Ein Vogelkäfig, wie ihr seht.
Hinter den Stäben sitzt gefangen
Ein Frosch ganz still mit grünen Wangen.
Das Tier, das weder singt noch plärrt
Wirkt traurig dort so eingesperrt.
Weshalb das purpurrote Tuch?
Diente es gar dem Versuch,
Antonius den Weg zu weisen
Um das Götzentier zu preisen,
Welches im Käfig arg verrucht,
Den heiligen Mann just grad versucht?

Wir wissen es nicht; des Abtes Blick
Zielt auf das Fröschlein mit Geschick
Doch was zwischen beiden ist geschehen
Lässt aus dem Bild sich nicht ersehen.
Doch fest steht eines klipp und klar,
Dass zauberhaft die Sache war.
Darauf deuten die Blumen hin
Überm Frosch im Käfig drin.

 ***
Diese war der dritte Streich
Und der vierte folgt sogleich.

wird fortgesetzt

Samstag, 20. Juli 2013

Batrachomyomachia


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 20-7
 Achter Kriegstag

Ein andrer Name, mehr publik
War der des Recken Tiddalik.
Der war als Krieger wohl bekannt.
Und wurd "der Große" meist genannt.
Er war ein Hüne von Statur
Mit einer stattlichen Figur.
Muskeln pur und Waschbrettbauch
Und natürlich tapfer auch!
Dass obendrein er Herz besaß,
Wurd klar als Troglodyte ihn,
Was im Krieg ist legitim,
Mit aller Wucht und Augenmaß,
Den Brustkorb aufriss mittels Lanze.
Das Herz lag frei im Purpurglanze
Und pochte eine Weile noch.
Der Lanzenschaft, der sehr kompakte,
Bewegte sich im Herzschlagtakte
Rhythmisch zuckend immer wieder
Wie ein Taktstock auf und nieder.
Nach zwei Minuten schließlich doch,
War Tiddalik's roter Lebenssaft
Auf diese Weise abgepumpt.
Als der letzte Tropfen dann verklumpt
Zu Boden fiel war alle Kraft
Aus dem wackren Frosch gewichen,
Der mit Apoll ward einst verglichen.
Er brach zusammen und war tot.


Das Bild, das sich dem Mörder bot
Vom tapfren Helden Tiddalik
War nur ein Teil im Mosaik
Von dem was da noch kommen sollte.

Weil sie ja Rache nehmen wollte
Für den Mord an ihren Lieben,
Ist die Maus nicht lang geblieben.
Sie zog die Lanze voller Lust
Aus des toten Frosches Brust
Und wandte sich in aller Ruh
Ihrem Mordwahn wieder zu.

Der nächste der dran glauben musste
War der sonst recht selbstbewusste
Grüne Krieger Paddekunte.
Geboren in Elsfleth an der Hunte,
Direkt hinterm Schleusenwehr,
Diente in Pausbacks Söldnerheer
Er seit mehr als siebzehn Jahren.
Er  hatte für seinen Rex im Krieg
Errungen manchen Schlachtensieg.
Und selbst im Krieg der Stedinger
Gegen des bremerische Heer
War kein Leid ihm widerfahren.

Er kannte sich mit Mäusen aus.
Er  hatte schon so manchen Strauß
Mit dem Kroppzeug ausgefochten.
Die hinterlistig ausgekochten
Nager mocht' noch nie er leiden.
"Einer," dacht er, "von uns beiden
Wird bestimmt ins Gras nun beißen"
Als Troglodyte plötzlich vor ihm stand.
Er wollte gerade aus der Hand
Dem Angreifer das Schwert entreißen,
Da schlug der freche Mausfilou
Mit Mordabsicht im Sinn schon zu.


Der Hieb kostete dem Frosch ein Bein.
Er knickte mit dem andern ein
Und als er auf dem Rücken lag,
Da tat die Maus, was keiner mag.
Sie sprang, es war ein schlechtes Ohmen,
Ihm auf sein rundliches Abdomen.
Dann schlitzte sie den Bauch ihm auf.
Der arme Frosch starb kurz darauf.

Noch heute trauert an der Hunte
Man um den braven Paddekunte
Der mit den Bremern einst im Streite
Stand auf Rüstringer Friesen Seite.
Auf seinem Grabstein steht zu lesen
Dass er sehr tapfer ist gewesen.

Ein andrer Lurch, den tot man fand,
Starb auch durch Trolodytes Hand.
Korlhüx Kodux Huggeballen,
Einem warzigen und trägen, drallen
Kröter trennte er am Moorteichsumpf
Unter seinem Halse knapp,
Das schöne Haupt vom Warzenrumpf.
Der Kröter machte sofort schlapp.

So wie er starb, nur skelettiert,
Fand man ihn kürzlich erst am Teich.
Die Seele zum Engel inkarniert
Lebt oben nun im Himmelreich.
Und weil Korlhüx katholisch war,
Sagt man, dass sie in ein paar Wochen,
Das wär' beschlossen und längst klar,
In Rom gar heilig  wird gesprochen.
Als Märtyrer, wie es mit allen,
Die unschuldig zu Tode kamen,
Der Papst tun wird in Gottes Namen
Nun auch mit der von Huggeballen.

***

Sieben Frösche bracht zwecks Rache
In der Maus-Familiensache
Troglodytes nun schon um.
Als letzte, ad infinitum,
Um die Sache abzuschließen,
Lasst uns Quarkner noch erwähnen.
Ihm ging es so wie Huggegallen.
Ruck zuck, da war er schon gefallen.


Sein Freund konnt' nur noch ein paar Tränen
Für den Getöteten vergießen.
"Rache nehmen für den Kameraden,"
So dacht er später, "kann nicht schaden.
So wie im Alten Testament
Moses uns die Regeln nennt
Und festlegt, was in Schadensachen
Bei Körperverletzung ist zu machen.
So werd auch ich dem Worte treu
Folge leisten ohne Scheu.

"Leben für Leben, Zahn für Zahn,"
So dacht Pogg Röleken spontan,
"Wie es in Israel die Juden nun
Und auch die Palästinenser tun,
Das soll für mich, wer sollt mich schelten,
Fortan als feste Regel gelten.
Aug um Auge, Hand für Hand,
Fuß für Fuß, genau so stand
Die Sach" im Pentateuch beschrieben.
(Ex 21,23-26)
Wunde für Wunde, Mal für Mal,
So ist erhalten es geblieben.
Strieme für Strieme, Haupt für Haupt,
Alles ist im Krieg erlaubt."
Er dacht bei sich: "Als Korporal
Muss ich mich an die Regeln halten.
Weil die bis heut noch immer galten."

So kam es, dass Pogg Röleken
Sich auf die Spur des Mörders machte,
Um umzubringen nun auch den
Der das Schändliche vollbrachte,
Und Quarkner, welcher war so lieb,
Im Schilf den Kopf vom Rumpf abhieb.
Ach was war das für ein Glück!
Als er der Spur der Maus ein Stück
Gefolgt war bis zum Stoppelfeld,
Hatte Brettmiger der grüne Held,
Troglodyte just am Kragen,
Den Schädel schon vom Rumpf geschlagen.



***

Den nächsten Gegner bracht gescheit
Ohn' Risiko man um zu zweit.

Der eine hielt, der andre stach.
So einfach ist im Krieg die Sach'
Ohne erst mit ihm zu ringen,
Einen andern umzubringen!

***

Nach der Tandem-Jagd-Methode
Wurd Maus um Maus nun umgebracht
Und keine Maus nach ihrem Tode,
Zog jemals wieder in die Schlacht.

***

Auch Koldux Hupf und Keckepätt,
Weil jeder gern 'nen Orden hätt',
Gingen vor auf diese Weise.
Sie schlichen heimlich sich und leise
An ein Mauseloch heran.
Ein jeder dachte: "Irgendwann
Kommt dort bestimmt 'ne graue Maus
Um Luft zu schnappen mal heraus;
Dann bräucht', im Kriege kein Verbrechen,
Man nur ganz kurz noch zu zustechen."


Doch es sollte anders kommen,
Als sie es sich vorgenommen.

Plötzlich kam von unten her
Anstatt 'ner Maus ein spitzer Speer.


Koldux Hupf war sofort tot.
Keckepätt in seiner Not
Hüpfte so schnell er konnt' davon.
Doch Minuten später schon
Nahmen zwei Mäus' im Dauerlauf,
Seine Fährte wider auf.
Die Fußabdrücke machten klar
Wohin der Frosch geflohen war.
Zum See hinunter, hupf, hupf, hupf!


"Er sucht sich einen Unterschlupf"
Sprach die eine zu der andern Maus.
Die beiden nun auf seiner Spur,
Wollten von ihm das eine nur.
Das war klar, sein Leben
Sollte er ihnen geben.

Im Ufersaum am Unkenmoor
Fanden sie ihn im dichten Rohr.

Er hat verzweifelt sich gewehrt
Doch blieben beide unversehrt.

Nachdem mit ihrem Nadelspeer
Eine der beiden flink und wach,
Ihm in das linke Auge stach,
Dass die Nadelspitze quer
Ihm hinter der grünen Denkerstirn
Eindrang in sein Zwischenhirn
Und dieses ist ihm ausgeflossen,
Hat sein Leben er beschlossen.

Just als jenes er verlor
Kippte er ins tiefe Moor.
Ohne noch etwas zu unken
Ist er darin versunken.
Nichts war, nachdem der Mord geschehen,
Vom grünen Krieger mehr zu sehen.

So endete Frosch Keckepätt,
Als ob's ihn nie gegeben hätt'.

***

Ein andrer Frosch, der Briddscher hieß,
Ward von 'nem Mauser ziemlich fies,
Obwohl er hatte nichts verbrochen,
Tückisch hinterrücks erstochen.


Die Lanze drang ihm so ins Ohr,
Dass sein Trommelfell zerriss.
Als aus dem Mund sie kam hervor
War sich der Ärmste schon gewiss,
Dass ihm das letzte Stündchen schlug.
"Ich hab vom Kriege eh genug"
Dachte er; nun ist's bald Schluss.
Da kam auch schon der Exitus!

***
Wie das Morden weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



Freitag, 15. April 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 7 -3


reihundert

Jahre und noch mehr,

Hielt sich die Auferstehungslehr‘.

Als Beweis fand man beim Graben,

Tonlämpchen die man als Grabbeigaben,

Dem Verblichenen hatte mitgegeben.

Diese sollten im jenseitigen Leben

Des Totenreiches durch ihr Licht,

Dafür sorgen, dass die Sicht

Ausreichte, um ohne sich zu schinden

Den Weg dorthin zu finden,

Wo im Osten, jeden Tag erneut

Re erwacht und Osiris erfreut,

Der als „Erster der Westlichen“ dort

Seit langem herrscht für immerfort.

Als Dank an den, der Re gebiert

Hat man die Lampen einst verziert.

Mit dem, der als Schöpfergott Amun

Und König der Götter, durch sein Tun

Die Achtheit aus dem Dunkel rief

Wo sie im Ur-Teiche einst schlief.

Amun, der froschköpfige unsichtbare

Vollbrachte einst das Wunderbare

Und hat als Gottheit verborgener Macht,

Das Leben möglich erst gemacht

Indem zu Re er sprach „es werde“.

So kam das Licht einst auf die Erde.

Das Ur-Gen, das im Nilschlamm lag

Bebrüte er Tag um Tag

Bis aus dem Ur-Gen irgendwann,

Dank Re, das Leben hier begann

Und die ersten Quappen schlüpften.

Als Frösche bald an Land sie hüpften.

Sie gaben an am Nil den Ton

Der Pharaonenreligion.

Doch nun zurück in

unsre Zeit

Und zu den Lampen die man fand.

Einige davon sind am Rand,

Nebst dem Froschgott, der gebiert,

Mit eine Umschrift auch verziert.

Als Froschfreunde mit Wissbegier

Entziffern daraus heute wir:

„Ego eimi anastasis“ Punkt.

Was uns da entgegenprunkt

Bedeutet ins Deutsche übersetzt.

„Ich bin die Auferstehung“; jetzt

Wird sicher so manchem von euch klar,

Weshalb der Papst dagegen war,

Dass Batrachiten / Froschverehrer

Vom Nil zurück als Kriegsheimkehrer

Was sie eigentlich ja sollten,

Ins Reich einreisen wieder wollten.

„Jesus und Maria“ höre ich euch sagen.

Genau so war’s in jenen Tagen

Als sich in Rom die Christenheit

Am Tiber machte langsam breit.

Aus heutiger Sicht, was sehen wir?

Den Frosch als Auferstehungstier!

So sahen es die Kopten auch;

Doch dann verbot man ihren Brauch.

Der „Codex Julianus“, ein Diktat,

Den Froschkult unterbunden hat.

Doch was der Kirchenfürst verbot;

Der Froschglaube wär längst nicht tot.

Im dritten Jahrhundert unsrer Zeit,

Als etabliert die Christenheit

Sich hatte, entstand in Rom

Ein Amulett, das die Fiktion

Vom Jesuskind uns suggeriert,

Der mittels Frosch empfangen wird.

Die Forscher sind sich spinnefeind,

Weil jeder etwas andres meint.

Ich mach‘ als Christ mir insgeheim,

Wie andre auch, `nen eignen Reim.

Der Frosch, so denke ich, in Rom,

War sicher mehr als ein Phantom.

Sonst hätt‘ ihn Rom, der sich bewährt

Hatte am Nil Jahrtausende hindurch

Als göttlicher Auferstehungslurch,

Am Tiber zum Satan nicht erklärt.

Spinnt man den Faden weiter dann,

Stößt achthundert Jahre später

Man erneut auf „Missetäter“

Welche einst im Glaubensstreit,

Dem Frosche waren zugeneigt.

In der Froschverehrungsfrage

Blieb geheimnisvoll die Lage.

Der grüne Ur-Gott wurd deshalb

Von Rom erklärt zum gold‘nen Kalb!

Schlägst nach man im Bullarium,

Verrät das alte Diarium

Aus der päpstlichen Schatulle

Des seligen Gregors letzte Bulle,

Was der zwölfhundertdreiunddreißig

Als Tatsache niederschrieb gar fleißig.

Unter anderem liest man dort

Was an einem geheimen Ort,

Seinerzeit geschehen ist

Aber nicht wissen durft‘ der Christ.

Als wär er selbst dabei gewesen,

Steht in seinem Text zu lesen

Dass Häretiker einst küssten,

Doch die Sache ist arg faul,

Weil die es eben besser wüssten,

Eine Kröte auf ihr breites Maul.

Es steht exakt vom Papst beschrieben,

Was sie weiter mit ihr trieben.

„Die Kröte, welche riesengroß

War wurd von ihnen dubios,

Und auch kaum empfehlenswert

Gekost, angebetet und verehrt.

Heut erzählt man, dass die Sünde,

Ganz anders in der Bulle stünde

Und das Küssen auf den Mund

Hatte ganz and'ren Hintergrund.

Wäre es so, wär‘s gar nicht schlimm.

Dann wär‘s ein Märchen nur von Grimm.

Wer diese Zeilen nicht recht glaubt,

Der fahr nach Rom, vielleicht erlaubt

Der Papst ihm ja bei `nem Besuch,

Den Einblick in sein Tagebuch.

Gesetzt dem Fall, er tut es nicht,

Denk nicht, dass unwahr dies Gedicht!

Gewiss der Papst die Story kennt

Denn sie steht auf Pergament,

Als unterschrieb’ne Hypothek,

Bei ihm noch in der Bibliothek.

Sicher wird der Heil’ge Vater,

Hakst du nach, noch desolater,

Dir versuchen zu enthuschen,

Denn er hat was zu vertuschen.

Wenn er also dir entwiche,

Dann aus Angst, dass auf die Schliche

Du dem Gottesmann in Rom,

Kommen könntest im Petersdom.

Doch weil der Weg zum heil’gen Stuhl

Führt durch manchen Krötenpfuhl,

Bin ich den andern Weg gegangen

Und hab in Berne angefangen.

Dort hab ich dann nach ein paar Stunden,

Gar Seltsames herausgefunden.

Die Stedinger

„Was sich ergab bei seinem Marsch

Damals durch die Wesermarsch,

Hat Aristoquakes kürzlich schon

In der Literaten-Fernsehdiskussion

Der Welt erläutert haargenau.

Mir scheint, der kennt den Steding-Gau

Und wie es wirklich einst dort war,

Besser noch als ich sogar“.

So sprach Hera, die vor Ort

Im Olymp führte das Wort.

Wie es im Griechenreiche war

Machte sie den andern klar,

Die mit ihr zur frühen Stunde

Saßen beisammen in der Runde.

„In manchem, ich will ehrlich sein,

Stimme ich nicht überein,

Mit dem was der so hat gesagt;

Doch wenn man mich danach befragt,

Wie wir hier all zum Frosche stehen,

Gäb ich ihm darauf zu verstehen,

Dass der Frosch, seit es ihn gibt,

Ist angesehen und beliebt.

Als Wasserspeier saß er schon

Bei mir auf Samos im Heraion,

Wo er auf einem Löwen ritt sogar,

Zu zeigen wer der Größte war.

Auch die Kröte fühlte sich sehr wohl,

Bei uns. Als Uterus-Symbol

Saß sie auf Vasen und Amphoren.

Zur Fruchtbarkeitsgöttin erkoren,

Diente sie einst unsrer Zunft

Und half Weibern bei der Niederkunft.

Wie beliebt der Frosch einst war,

Macht uns selbst Herakles klar“.

Sie schielte frech zu Zeus hinüber;

„Oder schweig ich besser drüber“?

„Ach was“, knurrte der Alte nur,

„Ich seh‘ das heut nicht mehr so stur“;

Und dann ergänzte er noch laut:

„Mein Sohn trug sogar eines Frosches Haut;

So hat man ihn unten auf der Welt

In Kinderbüchern dargestellt.

Doch die Menschen heut sind dumm.

Dann ließ er folgen einen Fluch.

„Doch ich gräm mich nicht darum“!

Die Götter grinsten, sie wussten alle;

Es stimmte nicht, in diesem Falle.

Hera, verlegen jetzt im Ton,

Rettete die Situation:

„Lasst uns doch beim Thema bleiben;

Ich will ein Halsband euch beschreiben,

Welches ich in Kertsch einst fand.

Sie hielt ein Foto in ihrer Hand.

Links ein Phallus, klarer Fall,

Prächtig dargestellt, schön prall“.

Die Götter derart motiviert,

Hörten ihr zu nun interessiert.

„Sieh mal an“, dacht Hera heiter

Und fuhr mit der Beschreibung weiter.

„Daneben, dass es einem graust,

Obszön, hängt eine Fica-Faust.

Rechts davon ein Fröschlein stramm,

Auf einem sehr antiken Kamm.

Wieder rechts davon, daneben,

Hängt, vital wie einst im Leben,

Als besond’re Liebesgabe,

Am Bande stolz der Horusknabe.

Dann folgt `ne Göttin, wer es war

Ist den Forschern nicht ganz klar.

Die einen sagen, das wär ich.

Andere tippen mehr auf Dich“,

Sprach sie mit List und Hintersinn

Gehässig zur Frau Baubo hin.

„Gleich im Anschluss ein Podest,

Bei dem zum Denkmal fehlt der Rest.

Rechts außen, dies ist von Belang

Für uns hier im Zusammenhang,

Gott Hermes wie er leibt und lebt,

Erhob‘nen Haupt’s nach oben sterbt.

Sie gab die Zeichnung peu a peu

Zum Gotte hin, sprach „mon dieu,

So hat man unten auf der Welt,

Dich damals schon sich vorgestellt.

Aphrodite grinste, denn das Luder

Kannte besser Apolls Bruder.

Pallas Athene interessiert,

Fragte nun ganz ungeniert:

All das ist mir bestens klar!

Doch was stellt der Sockel dar,

Der am Bande hängt dort leer,

Wer von euch weiß drüber mehr?

„Gut aufgepasst mein Kind“

Sprach Zeus zum Töchterchen geschwind;

„Der Sockel ist ‚ einem Gott geweiht,

Der unbekannt war seiner Zeit.

Die Menschen wussten nicht genau

Ob männlich er war oder Frau.

Niemand hatte ihn geseh’n.

Man stellte damals in Athen

Ihm ein Podest erst einmal auf

Und schrieb „Gott unbekannt“ darauf.

(siehe Apostelgeschichte 17,22)

Ich musst‘, als dies ist einst gesche’n

Es vom Parnass aus mit anseh’n.

Ich konnte nichts dagegen tun

Denn die Römer waren ja im Land

Und ließen mir nicht freie Hand.

Dann eines Tag’s stand als Tribun,

Ein Frosch urplötzlich auf dem Sockel

Mit geschwelltem Kamme, wie ein Gockel

Und gab im Aeropag, oh Graus

Sich als Kaiser Nero aus.

Das ganze Reich hat einst gelacht,

Doch jene, die das Werk vollbracht,

Obwohl man suchte sie mit Hunden,

Wurden bis heute nicht gefunden.

Der Kaiser war total frustriert,

Wollt er doch nach den Sternen greifen.

Damit nicht dort noch mehr passiert,

Ließ er das Denkmal schleifen.

In Rom die ganze Priesterschaft

Schmiedete Intrigen nun mit aller Kraft

Und schob die Denkmals-Freveltat

Auf die Christen die im Reich

Wurzelten wie neue Saat.

Den Frosch, da war man einfallsreich,

Verteufelten sie nicht sogleich.

Das hat der Klerus mit Bedacht,

In Rom viel später erst gemacht“.

So sprach Zeus, der Göttervater.

„Ach was war das ein Theater;

Man soll auch mal die Wahrheit loben

Ich hatte richtig Spaß hier oben“!

Nach ihres Mannes letztem Wort

Fuhr Hera an seiner Seite fort:

„Als das Christentum entstand

Man den Frosch mit dem verband,

Der ohn‘ zu jammern und zu klagen,

Von Römern ließ ans Kreuz sich schlagen.

Was die Päpste alles trieben,

Anzupassen, was aufgeschrieben

Von Zeitzeugen aus erster Hand,

Auf den Dokumenten stand

Über die neue Christenlehr‘,

Ging auf keine Kuhhaut mehr.

Was unten heut die Leut auch lesen:

Ein Frosch ist jener nie gewesen!

Doch mit dem „Großen Grünen“ war

Osiris, genannt auch der "Große Grüne"

Er verwandt, auch das ist klar“!

„Was geht uns dieser Neue an“

Schrie im Zorn von hinten Pan.

Was schert uns dieser Galiläer.

Wir sind Griechen, nicht Hebräer“!

Die Götter lachten in der Runde.

Zeus blieb ernst, aus gutem Grunde

Und warf dazwischen: „Denkt daran,

Was Jesus uns hat angetan.

Er stürzte uns vom eignen Thron.

Nun steh‘n bei Jahwe wir in Lohn.

Doch andrerseits ist es famos,

Wir sind den ganzen Ärger los.

Die Verantwortung trägt nun er.

Ich fühl mich wohl als Pensionär“!

Die andern grinsten nur Apoll

Blickte zum Vater vorwurfsvoll.

Er fragte: „Papa was soll das heißen,

Dass wir den Laden hin nun schmeißen?

Du hast mich doch als rechte Hand.

Ich schaff Ordnung schnell im Land,

Wenn du mir zustimmst bieder

Ruckzuck bis morgen wieder.

Pallas- Athene, Ares ihr

Helft dabei doch sicher mir“?

Die beiden griffen zu den Waffen.

„Also lasst uns Ordnung schaffen“

Sprach Athene schon unterm Helme;

„Zeigen wir es diesem Schelme“!

Zeus hob den Finger und er sprach:

„Denkt in Ruhe erst mal nach.

Das Land ist in der NATO jetzt.

Wenn ihr einen nur verletzt,

Habt ihr die halbe Welt am Hals;

Die Europäer jedenfalls“!

„Ach was“, sprach da sein Töchterlein,

Die sind noch lange nicht vereint

Und sich noch immer spinnefeind.

Da macht doch jeder was er will,

Die sind feig und halten still.

„Wir wollen nicht so feige sein“!

Zeus hob den Finger noch einmal.

„Was ihr tut, ist mir egal,

Doch seht, dort unten ihr die Heere?

Die kommen euch all in die Quere.

Besser den Zorn hier oben dämpfen,

Als gegen Frösche und Mäuse kämpfen“!

Ares besiegte seine Wut:

„Also Mama, sei so gut“,

Bat erleichtert Hera er.

„Erzähl uns noch ein bisschen mehr

Es ist grad so gemütlich hier,

Vom Frosche deinem Lieblingstier“.

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wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.