Montag, 30. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 24
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Nach Maxis letztem Wort, dem Amen,
Welches dem König aller Götter galt,
Doch gesetzt mit neuem Sinngehalt,
Im religionsgeschichtlichen Rahmen,
Wie ihr bewusst ward überdies,
Auf seinen Nachfolger quer verwies,
Herrschte in Kairos stolzem Hause
Nichts als minutenlanges Schweigen.

***

"Lasst uns was in unsrer Macht steht tun!"
Unterbrach Quakus von Amun,
Der ägyptische Museumsleiter,
Urplötzlich da die Nachdenkpause.

Und dann fuhr er im Texte weiter
Und fügte sogleich dann,
Was er damit meinte an.

"Es gilt der Welt endlich aufzuzeigen,
Woher die Neuen, all zusammen,
Die sich heut Götter nennen, stammen!"

"Drum bitt ich noch einmal euch nun,
Es in diesem Sinn zu tun
Eine Sammlung aufzubauen,
Und die unsre aufzustocken,
Welche sich lohnt sie anzuschauen,
Um neue Gäste anzulocken."


"Wie ihr's macht, das steht euch frei.
Ihr habt freie Hand dabei."

"Nur eines bitte ich mir aus!
Hebt jene Frösche mir heraus,
Die schon vor vielen tausend Jahren
Bei uns am Nil hier Götter waren!"

***
Sie wie vom Herrn Direktor eben,
In groben Zügen angedacht
Und als Maxime vorgegeben,
Haben die Zwei es dann gemacht.


Die virtuelle Froschsammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus
 -Teil 1 -


Als erste von über hunderttausend virtuellen
Fröschen galt es jene besonders herauszustellen,
Die von Amun einst dazu berufen,
Die Welt, wie sie noch heute ist, erschufen.










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***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Freitag, 27. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 23
Die Muse und der Dichterling
Buch I

uch 

Traf ein Antwortschreiben ein,
Die Leute dort allesamt auf Zack,
Freuten sich dabei zu sein.

"Wir alle hier am See vor Ort,
Weil wir unsre Frösche lieben,
Freuen uns, dass ihr ihnen dort,
Am Nil, damit sie weiterleben,
Ein neues Heim wollt geben."
Haben sie dazu geschrieben
Und dabei darauf hingewiesen,
Dass sie just grad eben diesen,
Damit keiner weiter noch verblasst,
Hatten neuen Lack verpasst.


"Wir haben auch", so schrieben sie.
"Jedes einzelne ausgestopfte Vieh,
Durchleuchtet um all das zu finden,
Was mache Forscher mit ihnen verbinden."

"Die Suche nach dem Sinn des Lebens
In den toten Hüllen war vergebens.
Auch gilt es zu bekunden,
Weder der besagte Bibelcode,
Noch eine Seele nach dem Tod
Der guten ward dabei gefunden!"

Auch ein paar Fotos waren beigelegt.










"Die passen gut zur Froschsammlung aus Split"
Teilte Maxi dem Museumsdirektor mit,
Und machte von jenem angeregt,
Voller Freude und Begeisterung,
Froh und mit neuem Schwung,
Weil sie so was gerne tat,
Sofort ein weiteres Plakat.


"Die älteste Froschsammlung der Welt
Wird demnächst in Ägypten ausgestellt!"
Schrieb sie in großen Lettern drüber.


Am Arbeitstisch von gegenüber
Nickte ihr der Dichter zu.

"Das kann keine so gut wie du!
Du machst dich wahrlich hier verdient!
Der Museumsdirektor hat indessen,
Drob die Figürchen all vergessen,
Die wir für ihn als Freundschaftsgaben,
Noch im Rucksack für ihn haben."
Sprach er und hat sie angegrient.

"Dazu", gab sie zurück, mit Recht und Fug,
"Bleibt uns Zeit noch lang genug.
Erst mal gilt es ohn' zu hetzen,
Amun ein Denkmal hier zu setzen,
Damit die Welt versteht
Um was es uns beiden dabei geht
Und warum der just von mir genannte,
Sich König aller Götter nannte!"

"Ja", erwiderte der Dichterling.
"Was wir hier tun ist zwar gering,
Doch ich denk er wird sich freuen,
Denn keiner von den vielen Neuen,
Hat ein Museum hier auf Erden!"

"Es wird einzigartig werden
Und alles in den Schatten stellen,
So denke ich schon jetzt vorab,
Was es in dieser Sache jemals gab!"
Erwiderte ihm Maxi, seine Muse drauf.









"Wir werden die andern damit zwar verprellen,
Doch das nehmen wir in Kauf,
Denn die sind in ihrem Machtverlangen,
Einst noch schlimmer mit ihm umgegangen."


"Sie haben vor gut dreitausend Jahren
Als sie noch hier im Lande waren,
Und Echnatons Vorhaben war misslungen,
Den Monotheismus am Nil zu etablieren,
Moses einen Ägypterfürsten dazu gedungen,
Den alten Jahwe als den Ihren,
Anstelle von Amun, den Seinen und Aton
Auf ihres Volkes Götterthron,
Gar hinterlistig zu erheben."

"Ihn, Amun, der als erster Gott von Theben
Aufstieg zum König aller Götter
Und Reichsgott war zuletzt am Nil,
Verunglimpften die ketzerischen Spötter,
In einem derart miesen Stil,
Dass der vom neuen Völkerbund,
Verdrängt wurd' in den Untergrund."

"Ihm widmen nun in Kairo hier,
Demnächst das Froschmuseum wir!"

"Es soll als Zeichen dafür stehen,
Dass Gottheiten im Zeitgeschehen,
Oftmals wechseln ihre Namen,
So wie Amun in Amun-Re und Amen.

***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Mittwoch, 25. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 22
Die Muse und der Dichterling
Buch I

ie 

Einladung an die Sammlerwelt,
Welche Maxi hatte ins Netz gestellt,
Hat, was beabsichtigt war, vollbracht.



Die Froschsammler sind aufgewacht.
Ob ihre Sammlung groß war oder klein,
Das Motto hieß dabei zu sein.

Die Zusagen für das Projekt
Das sie hatten ausgeheckt,
Wurden täglich mehr und mehr,
Worüber man sich freute sehr.

Sogar Ferenc Mere aus Split
Der eigentlich ein Ungar war,
Machte bei der Sache mit.

"Ach, wie ist das wunderbar!"
Jubelte da Maxima,
Als sie die schönen Frösche sah
Die der ihr hatte zugeschickt.

Der Dichter hat ihr zugenickt,
Lächelte ihr aufmuntert dabei zu
Und fügte an mit frohem Lachen,
"Da wirst, wie ich dich kenne, du
Dich an die Arbeit wohl gleich machen,
Um ein paar Fotos einzukasteln
Und ein Plakat daraus dann basteln."

So wie's der Dichter sich hatte just gedacht,
Hat Maxi, seine Muse es sogleich gemacht.

Der alten Sammlung zugetan
Fertigte sie zwei Schautafeln an,
Die vorab zeigten wie
Schön und interessant ist die.



Die Wiedergabe der Kulturgeschichte,
Des Frosches in solch imposanter Dichte,
Ward zuvor noch niemals auf der Welt,
So klar wie dort drauf dargestellt.




Bei der Arbeit, der Freizeit und beim Sport
Kann man sie erleben dort.
Im Zirkus, als Seiltänzer und Akrobaten,
Aber auch unter Waffen als Soldaten,
Oder lebensnah als Zecher,
In der Kneipe, hoch die Becher.






Man sieht sie balancierend nackt
Im Zirkus gar beim Hochseilakt.



Sie treten dort und zwar zuhauf,
Brillierend als Artisten auf
Und treiben fliegend hoch oben am Trapez,
Ohne Netz ihren höchst gewagten Fez.
 
Als Messerwerfer zeigen sie
Dass sie daneben werfen nie.


Ein Fakir mangels einem Bett
Schläft auf einem Nagelbrett.


Auch Boxer, Ringer, Schwerathleten,
Sind nebst dem Direktor dort vertreten.
Andere gekonnt und elegant zuwege,
Radeln mit Rhönrädern durch die Manege.








Nebenan auf  einem Tennisplatz,
Kämpfen zwei im zweiten Satz
Und wollen beide möglichst binnen
Des dritten schon das Match gewinnen.






Auf dem Sportplatz nebenan,
Wie man auch schön sehen kann,
Wird die Meisterschaft grad ausgetragen.
Die Athleten um Titel zu erjagen,
Kämpfen mit gar ernsten Minen
Fair sportlich in allen Disziplinen.







Weitsprung, Hochsprung, Hindernislauf,
Weitwurf mit Kugel oder Speer,
Alles ist zu sehen drauf.
Und noch vieles andre mehr.
Es geht zu wie bei der Olympiade.

Auch die Turner sind dabei
Und zeigen den Zuschauern so mancherlei
Hochriskante Übung, welche die,
Gesehen hatten zuvor noch nie.




Nebenan im Freizeitbade
Zeigten die Turmspringer ihr Können.
Andre, um sich ein bisschen Spaß zu gönnen
Liegen im Grase beim Geknutsche
Oder rutschten auf der Wasserrutsche.
Ach was war des eine Hatz. 


Ein Frosch mit Intellekt im Wesen
Entspannt sich derweil beim Zeitungslesen.



Indessen auf dem Fußballplatz,
Um das gegnerische Team zu schlagen,
Wurde ein Spiel grad ausgetragen.


Auch nebenan beim Basketball
War dieser Umstand so der Fall.


Am Froschteich sah man die Kanuten
Rasant paddelnd dem Ziel entgegen sputen.



Doch neben Zirkus, Spiel und Sport
Zeigen Meres Frösche dort,
In Split, wo sie zurzeit noch stehen,
Dass auch der Arbeit sie nachgehen.

Als Beispiel, Bader einst genannt,
Der Zahnarzt welcher ganz entspannt,
Wie deutlich man's im Bilde sieht,
Einem Frosch die Zähne zieht.


Der moderne Friseur hingegen,
Stutzt einem Frosch just seinen Bart,
Wobei mit Schaum er nicht grad spart.


Die Nähmaschine sieht als Segen,
Wie man unschwer sehen kann
Indes der Schneidermeister an.


Alle Berufe sind vertreten.
Schreiner, Flößer, Fliesenleger,
Maurer, Kaminkehrer- oder Feger.


 


Polizisten welche vom Gericht gebeten,
Vermutlich dort just grad in Sachen
Von Diebstahl die Täter gut bewachen.
Auch Folterknechte gab's vor Ort
Die das Urteil umsetzten sofort.



Zimmerleute welche mittels Sägen
Balken für einen Dachstuhl schrägen,
Oder aber mit dem Beil
Zuspitzen so manches Teil,
Und entfernen jeden Ast,
Dass alles zueinander passt.



In der Schule unterdessen
Hat der Nachwuchs brav gesessen
Und hat fleißig gelernt beim Unterricht.




Mancher kleine grüne Wicht
Hat, anstatt zu lernen schon mit acht,
Unfug lieber dort gemacht,
Sodass der Lehrer voller Ungeduld
Schier verzweifelt ist am Pult.

Doch nebst der Arbeit und der Penne,
Was ich nicht umsonst hier nenne,
Hat es um zu leben,
Auch die Freizeit noch gegeben.



Da wurde froh Musik gemacht
Im Chor gesungen und gelacht,
Oder Hochzeit gar gehalten.

Die Jungen tanzten und die Alten
Hatten im Wirtshaus, wo beim Bier man saß
 Und Karten oder Billard spielte, ihren Spaß.







Dort ging es ziemlich hoch oft her.
Wenn das Fass war oben leer,
Ging man auf der Gastwirts Kosten,
In den Weinkeller zum verkosten.


Manchmal ist's jedoch dabei
Ganz versehentlich passiert,
Dass einer oder sogar zwei,
Dem Wein haben zu sehr zugesprochen
Und gerieten drob in Streit.

Da hat man sich der Ehre wegen
So war das in der guten alten Zeit,
Am Tag darauf dann mittels Degen,
Sich mannhaft und mutig duelliert
Dass einem der Zwei für ein paar Wochen
Sein angeborenes Verlangen
Zum Streiten ist vergangen.




Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.