Mittwoch, 13. August 2014

Frosch und Kröte in der Kunst

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 24-33
- Frosch und Kröte in anderen Kulturen
- Mexiko -

Teil 1
- Verteufelung des Frosches -

Wieder gab's im hohen Haus
Für Kassandra viel Applaus,
Welchen sie genießerisch,
Sichtlich erfreut entgegennahm.

Andròmache, schon flügellahm,
Vom vielen applaudieren,
Ergriff das Wort und humoristisch
Begann sie nun zu resümieren.
(Ilias 6/394 ff und viele andere Stellen;
 Tochter des Eetion, Gemahlin des Hektor)

"Der Froschgeist auf den Tabakpfeifen,
Das ist sehr leicht doch zu begreifen,
Stand den Schamanen immer bei.
Der Tabak, bei der Heilerei,
Gemischt mit Batrachotoxin,
Unterstützte sie darin,
Denn wer den auf Lunge rauchte,
Sich nicht mehr lang zu sorgen brauchte.

Das Gift, gemischt mit Nikotin,
Raffte die halbe Sippe hin!"

Dies tat Andromache im Rund
Ihren Mitbewohnern kund.

"Doch ohne Nikotin und Rauch,"
Ergänzten darauf mit Humor,
Die Seelen allesamt im Chor,
"Starb die andre Hälfte auch."

"Da habt ihr Recht", sprach Hektors Frau
Schmunzelnd, "so war es, genau.
Das ist der wahre Grund dafür,
Dass ausstarben die Indianer.

So sagen mit Geschichtsgespür
Es heute die Amerikaner!"

Da haben alle laut gelacht.
Denn das wussten alle Seelen,
Dass die Geschichte zu verhehlen,
Den Brüdern in der Neuen Welt,
Leicht stets fiel und heut noch fällt!

"Ich hab' an Rumsfeld grad gedacht,"
Hakte Polydòros ein,
(Ilias 20/407; 21/92; 22/46; Jüngster Sohn des Priamos)
Und an seinen dreisten Spruch,
In welchem nicht grad klug und fein,
Uns -alte Europäer- er
Als gestrig bezeichnete verquer."

"Das war doch nur ein Spaltversuch
Aus Machtkalkül heraus gesprochen!"
(Dieser Abschnitt wurde am 3. Januar 2004 im Manuskript fixiert,
als die Politiker in den UA Verbündete für ihren Krieg im Irak suchten,
und Kanzler Schröder klugerweise kein solches "Abenteuer" mitmachen wollte.
Der Verteidigungsminister der USA wollte mit seinem ketzerischen Wort,
von den "alten Europäern", mit denen er die Spanier und Polen meinte, spalten.)
Erwiderte die Schwester drauf.
Und danach fuhr mit ernstem Wort
Sie erklärend weiter fort:

"Die eigenen Ahnen zu unterjochen,
Wie Bush es wollte hochgemut,
Das zeigt der Weltgeschichtsverlauf,
Geht auf Dauer niemals gut.

Doch wir sind für die Politik
Nicht zuständig hier oben!
Anstelle von solcherlei Kritik,
Sollten den braven Frosch  wir loben,
Welcher, wie ihr längst schon wisst,
Ja unser aller Ahne ist!"

Der Bruder, so zurechtgewiesen,
Ließ sich die Rede nicht vermiesen:

"Das Schlimmste war", so fuhr er fort,
"Dass fast alle Amis dort,
In Übersee, in USA,
Glaubten das Rumsfeld/Bush-Blala!
Ja selbst die Spanier und die Polen
Waren überzeugt von den Parolen,
Die in Übersee noch heut,
Zwecks dem Machterhalt man streut!"

"Was soll ich dir darauf denn sagen?"
Hörte man Kassandra fragen;
Worauf viel länger als ihr lieb,
Er die Antwort schuldig blieb.

Wäre Mentor nicht gewesen,
(Ilias 13/171; Vater des Imbrios)
Der Papa des Imbrios,
Der mit friedfertigem Wesen,
Das Wort ergriff und ganz gemach,
Zu den Kindern des Priamos,
Wie zu all den andern sprach,
Würd' im Elysium gediegen,
Sicherlich noch heut geschwiegen.

"Die Spanier aber auch die Polen,
Beide Völker Erzkatholen",

Begann der Alte stante pede,
Vor dem Computer seine Rede,
Um, als alle Ohr ihm waren,
Schließlich weiter fortzufahren:

"Beide, wie ihr wisst, zusammen,
Aus dem -alten Europa- stammen.
Sie haben, so ließ ich mir sagen,
Viel damals dazu beigetragen,
Dass man den Frosch auf Papstgeheiß,
Wie heute jeder von uns weiß,
Nach Knecht Johannes, in der Tat,
Verketzert und verteufelt hat.

Die Spanier, doch das wisst ihr schon,
Damals nach Christobal Colòn,
Kamen nicht nur um zu rauben
Dereinst in die Neue Welt.
Sie brachten auch den neuen Glauben!

Wie kürzlich wurde festgestellt,
Erzählten sie ganz nebenbei,
Auch dass der Frosch verteufelt sei.

Seit jener Zeit, in Mexiko
Wird der Frosch wie nirgendwo
Sonst auf der Welt, sogar noch jetzt,
Mit dem Satan gleichgesetzt!"

Seiner Rede simultan,
Fügte Mentor Bilder an,
Welche klipp und klar bewiesen,
Dass Frösche unterstützen diesen.




 

Den Froschmasken von einstmals jetzt,
Hat man Hörner aufgesetzt
Um dem Klerus kundzutun,
Dass man den Frosch verteufelt nun,
So wie auf Geheiß von Rom,
Man es einst gar unverhohlen,
Nach des Papstes Axiom,
Gnadenlos dumm und rabiat,
In Spanien und in Polen,
Sowie in ganz Europa tat.



***
wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.