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Mittwoch, 22. April 2015

Im Himmel

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 197
- Im Himmel -

Die Götterallianz

Der Herr wurd zornig, wollt was sagen.
Da fuhr auf seinem schnellen Wagen
Hermes just am Himmelstor


Mit seinem Froschgespanne vor,
Sprang vom Bock, schellte die Bimmel
Und bat um Zutritt in den Himmel.

Jesus gab Petrus einen Wink.
"Lasst ein den orthodoxen flink,
Er kommt von Zeus, der Götterbote,
Sicherlich mit einer Note
Von seinem greisen Herrn Papa."

Da stürmte Hermes schon herein
Und grüßte als er Jesus sah.

"Setz dich, du sollst willkommen sein."
Sprach der Herr darauf sublim,
Skeptisch und neugierig zu ihm.

"Was kann ich tun, so mach schon sprich,
Für deinen Alten und für dich?"

Wortlos reichte da der Boote
Dem Herrn des Himmels Vaters Note.

Jesus, der auf dem Throne saß,
Wurd bleich als er die Botschaft las.

"Pausback" schrie er, "wieder der!
Ich komm mit meinem ganzen Heer.
Richt das deinem Papa aus.
Nur Rosa Schröppel bleibt zu Haus.
Die soll, während wir mit Pausback streiten,
Und anstatt zu pennen,
Zehn Fässer Spelingbranntwein brennen
Und die Siegesfeier uns bereiten."


Dann bot dem Herold er spontan
Ein Gläschen des edlen Stoffes an.
"Trink" sprach er kameradschaftlich
Und dann mach auf die Reise dich
Wie Zeus es dir hat anbefohlen,
Um auch die anderen zu holen,
Damit die Götterallianz
Einhalt gebietet dem Popanz,
Der unten, indem er uns verschmäht,
Sich zum Alleinherrscher aufbläht.

Wie wir, so werden alle Frommen
Heut Abend zu euch rüber kommen
Um die Lage zu beraten.
Mit Juden, Moslems, Asiaten
Und Amun werden wir Katholen,
Indem wir Allianzen schmieden,
Für deinen Alten, den Kroniden,
Die Kastanien aus dem Feuer holen."

"Siehst du Herr", sprach Wojtyla
Der Heilige zu Jesus da.

"Gräben und Grenzen überwinden
Und sich mit anderen verbinden,
So wie ich es hab gemacht,
Ist auch hier oben angebracht.

Im Zug der Globalisierung hier,
Müssen ganz neue Wege wir
Beschreiten um zu überleben!"

"Du brauchst mir keinen Ratschlag geben."
Hat der Herr darauf gesagt.

Wojtylas Seele unverzagt,
Fuhr weiter und hielt stante pede
Dem Herrn nun ihre Antrittsrede.

Hermes, des Kroniden Bote,
War auf dem froschbespannten Wagen
Längst schon wieder abgefahren;
Da hat Johannes Paul der Zwote
Dem Herrn aus seinen Erdenjahren,
So manche Erkenntnis vorgetragen,
Er ging dabei ins Eingemachte,
Die seinen Boss ins Grübeln brachte.

"Mit dem ewigen hin und her,
Einmal hüh und einmal hot,
Dort unten nach deiner Lehr",
So sprach zuletzt er "sapperlot,
Wird es dein Volk nicht überstehen
Und unser Glauben untergehen."

***

Während der Papst, aus seiner Sicht
Erstattete dem Herrn Bericht,
Saß im Olypos der Kronide,
In der Rechten die Ägide,
Neben seinem Göttersohn,
Ratlos beide, auf dem Thron,
Während unten in der Schlacht
Die Frösche haben Ernst gemacht.


"Sie beherrschen das Geschehen"
Dacht Zeus, "wie soll das weitergehen?"

"Sie kämpfen nun neun Tage schon.
Sie sind scharf auf meinen Thron",
Sprach der Alte sorgenvoll,
Zu seinem Sohnemann Apoll.

Dabei haben arg frustriert
Gar ängstlich sie hinabgestiert
Und mussten erkennen wie die grünen
Tapferen Krieger, all'samt Hünen,
Auf dem Felde in der Schlacht
Die Mäuse haben umgebracht.

"Beim alten Kronos" dachte Zeus,
"Erst vernichtet er die Mäus'
Und als nächste sicher dann,
Sind wir Griechengötter dran.
Pausback, der Heerführer am Teich,
Trachtet auch nach meinen Reich."

"Der Grüne will uns unterjochen!"
Hat da Apoll zu ihm gesprochen.
"Er will auf Brechen und auf Biegen,
So scheint's, die ganze Welt besiegen."

"Doch es wird ihm nicht gelingen,
Uns wie die Mäuse zu bezwingen,"
Sprach Zeus und schöpfte neuen Mut,
Denn ihm fiel Hermes plötzlich ein,
Der Sohn, dem er hat anbefohlen
Beistand schnell herbeizuholen.
 
Ach wie tat ihm Hoffnung gut!

"Mit den andern im Verein
Werden, wenn wir uns zusammen tun,"
So dachte der Kronide nun,
"Die Frösche all beiseite fegen"
So hat er fröhlich nun gelacht,
"Und ich behalte meine Macht."

Während Zeus auf die Kollegen
Gewartet hat auf seinem Thron,
War Hermes auf seinen schnellen Schwingen
Am Nil beim Koptenführer schon
Um die Depesche ihm zu bringen.

Amun sprach: "Ich komme gern"
Und bot dem Herold Datteln an
Damit der stärkte sich daran.

"Das Nirvana ist noch fern.
Grüße Buddha schön von mir.
Heut Abend treffen alle wir,
Der neuen Lage adäquat,
Uns bei Zeus im Götterrat.
Richte dem Kroniden aus,
Dass ich mit meinem ganzen Haus
Zu ihm komme. Alle Engel,
Den gesamten Kopten-Sprengel
Bring ich mit. Ich freue mich.
Und nun mach auf die Reise dich,
Damit die anderen, der Weg ist weit,
Du noch erwischt zur rechten Zeit."

***

wird fortgesetzt

Dienstag, 21. April 2015

Im Elysium

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 196
- Im Elysium auf Erden und im Himmel-

Die Frösche von Rom
Teil 2

"Was Hera uns hat just erklärt,"
Sprach Hebe im erlauchten Kreise
Der Griechengöttinnen weiter leise,
"Hat in Rom sich nicht bewährt
Weil Nero, der die Christen hasste
Und sein breiter Frosch am Tiber,
Dem Klerus ins Konzept nicht passte,
Verbannte man die Frösche lieber
Aus dem Kirchenwappen schnell.


Von Johannes rituell
Rollenmäßig umbesetzt,
(Gemeint ist die Offenbarung des Johannes)
Galten Frösche als Teufel jetzt.

Zwei Jahrtausende hindurch
Wurd verketzert so der Lurch,
Bis Papst Johann Paulus kam
Und den Frosch in memoriam
Zu Amun und zu Jahwes Lob.
Auf die Papst-Tiara hob.



So wollte er die Glaubenssünden
Öffentlich der Welt verkünden
Und Abbitte dafür nun leisten,
Für das, was vor ihm all die dreisten
Kirchenführer im Vatikan
Den Völkern hatten angetan.

Karol Wojtyla aus Polen
Sprach es aus ganz unverhohlen
Und schloss sich dem Namensvetter an
Der drei Jahrzehnte vor ihm schon,
Als Übergangspapst auf dem Thron,
Hatte den ersten Schritt getan.
(Siehe auch: Jeffry Satinover,
"Die verborgene Botschaft der Bibel" S. 123/124)
Glaubensfest, obwohl erkrankt,
Es war ein hartes Unterfangen,
Ist er seinen Weg gegangen.

Er hat so manchem widersprochen
Und von den Mauern, den uralten,
Die in rund zweitausend Jahren,
Künstlich errichtet worden waren,
Obwohl sie als unüberwindlich galten,
So manches wieder aufgebrochen.

Die Menschheit hat es ihm gedankt.

Staatoberhäupter aus aller Welt
Reisten an nach Rom spontan
Und haben sich dort eingestellt,
Zu ehren jenen großen Mann,
Der die Welt durch Wort und Tat,
Das ist gewiss, verändert hat.

Regierungschefs und Könige
In Begleitung ihrer Damen,
Fern blieben nur ganz wenige,
Bewegt zu seinem Abschied kamen.

Vier Millionen, einst in Rom,
Dankbar all mit Recht und Fug,
Scharten sich um den Petersdom
Als man ihn zu Grabe trug.

Die ganze Welt schien dort versammelt.
Der Petersplatz war voll gerammelt
Und in ganz Rom herrsche Gedränge.

Die jugendliche Menschenmenge,
Vom Slawen-Papste fasziniert,
Hat ihm zum Abschied applaudiert
Und damit jenen Mann geehrt,
Der sie wieder hat bekehrt.

Auch andre Kirchenfürsten kamen
Aus fernen Ländern, fernen Zonen,
Um kund zu tun im großen Rahmen,
Dass Johannes Paulus in der Tat
Die Tür zu ihren Religionen
Als erster 'nen Spalt geöffnet hat.

Es war wirklich kaum zu fassen.
Rund um die Welt die Völkermassen
Saßen am Bildschirm, sahen zu,
Andächtig und tief bewegt,
Als man ihn zur letzten Ruh,
Hat feierlich im Dom gelegt.

Auf dem Zypressenholzsarg, ziemlich schlicht,
Mehr wollt der Papst aus Polen nicht,
Lag das Evangelium.
Der Wind blätterte darin herum
Während Joseph Ratzinger, der Kardinal,
Klug angemessen klerikal,
Die Predigt für den Toten sprach.
Elfmal lauter Applaus ihn unterbrach.

Vergessend die Kirchensittenstrenge,
Rief "Santo Subito" die Menge.

Das war es, was die Menge wollte,
Dass man ihn heilig sprechen sollte,
Den Mann der tot im Sarge lag,
Möglichst noch an jenem Tag.

Hebe im Elysium
Schien fasziniert von Paulus auch.
Entgegen jeden Griechenbrauch
Scherte sie sich nicht darum
Was die andern von ihr dachten.
Begeistert fuhr sie Wort für Wort,
Obgleich die andern sie verlachten,
In ihrer Laudatio für ihn  fort.

"Ich", sprach sie in Beharrlichkeit,
"Schwärme für die Christenheit.
Auch wenn ich nicht sehr gläubig bin,
Zieht es mich zu denen hin,
Die in Purpur einst in Rom
Sich versammelt vor dem Dom
Um Papst Paulus Zwo
Im Jahre zweitausendfünf at Domino
Die letzte Ehre zu erweisen."

"Hör auf Katholen zu lobpreisen!"
Schnitt Hera ihr die Rede ab.

"Der gute Mann ist längst im Grab
Von den Würmern aufgefressen!"

Hebe darauf voller Zorn:
"Einer wie er wird nie vergessen.
Sein Vorbild bleibt der Jugend Born
Um daraus Lebenskraft zu schöpfen.

- Ich bin froh, seid ihr es auch-
Hat mit letztem Lebenshauch,
Just als die Seel' ihm ist enteilt,
Er der Menschheit mitgeteilt."

Die andern mit gesenkten Köpfen,
Ließen verschämt, ohn' aufzusehen,
Die Rede über sich ergehen
Die Hebe nicht gerade zag,
Ihnen nun zum Besten gab.

In den allerhöchsten Tönen,
Begeistert und hochachtungsvoll,
Hielt sie Johannes Paulus Zwo
Beherzt eine Laudatio
Um sein Lebenswerk zu krönen,
Dass jenem, bei den andern Frommen
Im Himmel längst schon angekommen,
Und vor etwa fünfzig Wochen
(niedergeschrieben im April 2015)
Von Franziskus heilig gesprochen,
Die Seele vor Freude überquoll.

***

Im Himmel, der an jenem Tag
Gleich neben dem Elysium lag,
Hat auch der Herr es mitgehört.
Von Hebes Lobrede betört,
Hat der Boss der Christenheit
Den Neuen gleich zu sich bestellt.

"Er soll kommen zum Rapport"
Befahl er Petrus. "gleich, sofort!"

Der Fischer eilte um den Polen
Für seinen Chef herbeizuholen.

Kurz drauf,  das lag dort auf der Hand,
Bei einem Gläschen Spelingbrand,
Unterhielten sich die drei
Über Rom und mancherlei,
Was im Religionswirrwarr
Als nächster Schritt zu machen war.

"Du", sprach der Herr der Christenheit
Zu seinem Diener Wojtyla,
"Gingst unten einen Schritt zu weit!
Kopten und Juden per Enzyklika
In meinem Hause unten neben
Mich wieder auf den Thron zu heben,
In deinem Papstpontifikat
War, glaub mir, keine Ruhmestat.
Das schadet uns, du wirst es seh'n!"

"Was gescheh'n ist, ist gescheh'n!"
Konterte der Pole keck
Und dann hat er konziliant
Jesus auch den Grund genant.

"Zu unsern Wurzeln müssen wir
Uns bekennen; nicht nur hier,
Auch dem Volke unten man
Unsre Herkunft erklären kann.

Glaub mir Herr, du wirst es sehen,
Viele von den braven Frommen
Wissen eh woher sie kommen."

"Die Leute werden es verstehen,"
So sprach er weiter lapidar.
"Die Wahrheit, so wie wir sie kennen,
Wenn wir, was wir alle sollen,
Endlich ehrlich werden wollen,
Gilt es auch ihnen nun zu nennen,
Dass Gott am Nil ein Frosch einst war
Von welchem wir hier all zusammen,
So wie die nebenan, abstammen.

***

wird fortgesetzt

Sonntag, 26. Januar 2014

Frosch und Kröte in der Kunst


Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 23-72 
- Zwischenspiel im Himmel -


Im Himmel, der an jenem Tag

Noch unter dem Elysium lag,

Schnarchten die total bezechten

Seelen im Tiefschlaf des Gerechten.


 Zwetschgenbrand wie auch Likör
Waren schuld an dem Malheur
Das an diesem Morgen dort
Herrschte im Christen-Seelenhort.

Petrus rülpste grad im Schlaf
Und was die anderen betraf,
Sahen die, es war ein Graus,
Alle arg zerknittert aus.

Auch Rosa unterm Spelingbaum
(Speling sind eine Art von himmlischen Zwetschgen
die Rosa Schröppel nach ihrem Tode als Seele aus Oberndorf
an der Donau mit ins himmlisch Gefilde gebracht hatte)
War eingenickt. Sie sah im Traum
Vor sich die blaue Donau fließen.
Und unten an des Flusses Au,
Sah die Seel' der braven Frau
Tausend Spelingbäume sprießen.
Knospen, Blüten, reife Früchte
An jedem Bäumchen wunderbar.
Dass solch Bäume sie nun züchte,
Erschien träumend ihr als wahr.

Sie lächelte im Schlaf versonnen
Und hat den Traum zu End gesponnen.
Rosa Schröppel, rechts im Bild, vor ihrem Haus


Der Herr, auf seines Vaters Rat,
Saß vor dem Abhörapparat
Und hörte dort in aller Ruh,
So wie derzeit in den USA
Es praktiziert der NSA,
(Öffentlich bekannt wurde die göttliche Abhörmethode im Jahre
2014 durch den germanischen Whistleblower R.W. Aristoquakes)
Den Seelen im Elysium zu,
Welche dem Schwanzloslurch zu Gunst
Widmeten ihre Vortragskunst.

Vor ihm auf einer Wolke ruhten
Die Seelen von jenen Tunichtguten,
Welche nicht zu ihrem Heil,
Zeus mit seinem Donnerkeil,
Zu klären sein Dominium
Entfernte aus dem Elysium.

Achill, Aias und wie sie alle hießen,
Von ihrem Gotte ausgewiesen,
Auf ihrem Weg hinab zum Teich
Pausierten dort im Himmelreich,
Welches an jenen schlimmen Tag
Im Dunst von einer Wolke lag
Die auch am frühen Morgen noch
Gar sehr nach Speling- Brandwein roch.

Der Herr hatte zum Überleben,
Ihnen auch etwas davon gegeben.

Nun ruhten sie im Himmel aus
Und schöpften neue Kraft daraus.
Nicht ohne Jesus zu lobpreisen
Wollten sie bald weiterreisen
Um in den nächsten beiden Tagen
Die letzten Schlachten dort zu schlagen,
Wo sie bereits vor vielen Jahren
Im Kriege all gefallen waren.

Auf einer andern Wolke lagen,
Auf der Durchreise die sieben Weisen.
Auch die wollten in den nächsten Tagen
Hinunter auf die Erde reisen
Um drunten in Berlin mal eben
Kurz ihren Ratschlag abzugeben.

Doch wie schon oft in all den Jahren,
Wenn sie den Speling- Brandwein rochen,
Hatten im Himmel sie dem Klaren
Auch diesmal kräftig zugesprochen.

Der Weiseste von ihnen allen
Ist als erster umgefallen.
Berauscht sank er ins Wolkenkissen.
Mit der Erkenntnis nichts zu wissen,
Würde er den Deutschen dienen,
So wollte es der Brauch,
Und damit weiterhelfen ihnen
Sowie Mutti Merkel auch.

Der zweite von  den klugen Sieben,
Hat sich die Augen just gerieben.
Er sah im Traume ein Gesicht.
Wer es war, das wusst' er nicht.

"Erkenne Dich selbst" darunter stand.
Er nahm 'nen Spiegel in die Hand.
Als darin er dann ganz von nah,
Im Traume einen Narren sah,
Wurde ihm urplötzlich klar,
Wer sein Gegenüber war.

Der dritte, auch ein schlauer Mann,
Im Traume grad damit begann
Der Kanzlerin, ganz ohn' zu zagen,
Seine Empfehlung vorzuschlagen.
"Sparen, sparen und nochmals sparen!"
Träumend seine Worte waren.

Der vierte von den klugen Leuten,
Mit einem Auto-Boss verwandt,
Dacht träumend. "Für das Vaterland
Soll man das Volk noch mehr ausbeuten.
Ein paar Stunden Mehrarbeit,
Zum gleichen Lohn wie jetzt,
Das wär in dieser schlechten Zeit,
Etwas mit dem man Zeichen setzt!"

Der fünfte Held aus dem Septett,
Ein Gewerkschaftsfunktionär,
Erklärte im Traum indoktrinär,
Dass, wenn das Volk mehr Freizeit hätt,
Mehr Urlaubs- und mehr Weihnachtsgeld,
Und wenn die Renten man erhöhte
Und nicht die Pensionäre prellt,
Und all den armen Arbeitslosen,
Gäb' steuerfrei die Spirituosen,
Das sicher einen Ausweg böte
Aus der aktuellen Lage,
 Die miserable ist ohn' Frage.


Der sechste in der weisen Schar,
Weil er ein Mann der Kirche war,
Hielt im Traume stante pede,
Für Mutti Merkel just 'ne Rede:

"Schaff die Sonntagsarbeit ab"
Dieses er als Ratschlag gab.
"Und auch an den Feiertagen."
So fuhr er fort ohne zu zagen;
"Und außerdem, die Kirchensteuer,
Du weißt ja, heut ist alles teuer,
Ist viel zu niedrig; heb sie an
Und die Mehrwertsteuer auch.
Das ist in ganz Europa Brauch."
Und so ging es weiter dann.

"Für alle ein soziales Jahr,
So wie es früher einmal war,
Und zwei- dreihunderttausend mehr
Soldaten für die Bundeswehr,
Damit die Sicherheit auch stimmt
Und keiner uns den Reichtum nimmt.

Und die Frau, wenn man sie ehrt,
Gehört zurück an ihren Herd.
Auch durch Herstellung von Waffen,
Lässt sich neue Arbeit schaffen!"

"Mehr Lehrer, Beamte, Polizei,
Hilfreich für das Ganze sei!"
So fuhr er noch mit klugem Wort
In seinem Zukunfts-Traume fort.

Und weiterträumend fügte dann
Er das Folgende noch an:

"Wir Kirchenleute sind gescheit.
Wir gehen immer mit der Zeit!"

Mit diesen Worten wollt er schließen.
Da musste er um Traume niesen.
Er schreckte hoch, ojemine,
Futsch ward sein ganzes Exposè.

Der letzte von den klugen Sieben,
Ein einfallsreicher bauernschlauer
Bundesdeutscher Rübenbauer,
Hatte für das Volk den Rat
"Ora st labora". In der Tat
Den hat im Traum er aufgeschrieben
Für den jährlichen Bericht.
Dann hat er die Opposition gerügt
Und schriftlich für sie angefügt:
"Gesetzesblocklade ziemt sich nicht!"
"Und außerdem, ihr alle nun,"
So fuhr im Traum mit klugem Wort
Er mit seinem Ratschlag fort,
"Müsst was für den Nachwuchs tun.
Ohne Kinder keine Rente.
Ohn Nachwuchs ist es schlecht bestellt.
Subventioniert die Alimente.
Zahlt den Nutten Urlaubsgeld!
Auch solltet ihr mal daran denken,
Die Kosten für Arznei zu senken.
Viagra für den halben Preis
Erhöht des Volkes Arbeitsfleiß!
Probier es aus und du wirst seh'n,
Bald wird es wieder aufwärts geh'n.

Du solltest Dich nicht lang erst zieren.
Bevor all das ein andrer tut.
Zeig den Leuten deinen Mut.
Sonst ist es aus mit dem Regieren.

***

Von dem was da ward just geträumt
Hat Jesus, der Herr, kein Wort versäumt.
Er dacht bei sich: "Was obstlertrunken
Die sieben Weisen morgen unken,
Wie sollte es auch anders sein
Trifft in Berlin ja doch nicht ein,
Denn Mutti macht wie eh und je,
Alles alleine an der Spree
Und zwar so wie sie es will.
Und die anderen sind still,
Und hören Kopf nickend ihr zu,
Weil sie wissen dass sie fliegen
Oder die Versetzung kriegen
Nach Straßburg zur EU.


Ein Ohr halb im Elysium,
Sah sich der Herr im Himmel um.

"Oje" dacht er, "das Beste ist
Wenn ich vergess' den ganzen Mist
Den ich just grad hab gehört.
Wenn Mutti sich nicht daran stört
Dann lohnt es sich der Deutschen wegen
Hier oben nicht sich aufzuregen."

Er sah die Sieben vor sich liegen
Und die Griechenhelden auch.
"Aufsteh'n" schrie er "Weiterfliegen,
Denn Pünktlichkeit ist eine Zier
Und insbesondere bei ihr
 In Berlin ein alter Brauch.
Das bittet sich die Dame aus
Wie auch was faul ist, nicht zu sagen,
Denn dabei platzt ihr stets der Kragen
Und ihr fliegt alle wieder raus."
"Also macht, es ist schon spät!"


Nach diesem kleinen Abschiedsgruß,
Und auch weil er es gerne tat,
Sprach er "Tschüß macht's gut, ich muss
An meinen Abhörapparat.
Und dann ging er ans Gerät.


Dort spitzte er die Ohren.
Im Elysium die Koren,
Den Fröschen seit eh und je verbunden,
Hatten online was gefunden,
Das sie den andern Seelen nun
Versuchten schnellstens kund zu tun.

"Seht alle her, die vielen Wappen"
Rief Persephone just in knappen
Hastigen Worten und sodann
Klickte sie die Bilder an
Es war wirklich nur ein Klacks
Auf den Seiten Frogs and Flags.

***
wird fortgesetzt


 


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.