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Samstag, 2. März 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-30
- 7. Kriegstag -
- Am Abend nach der Schlacht  -

Als die Nacht war angebrochen
Haben die Krieger sich verkrochen.

Die Mäuse eilten heim ins Reich
Und suchten ihre Löcher auf.
Die Frösche zogen an den Teich
Um dort besiegt herumzukrauchen
Und danach gänzlich abzutauchen.

Die Toten, die es gab zuhauf,
Vertilgten nachts die Eulen.

Das Zetern, Klagen, Jammern und Heulen
Über die gefallenen Soldaten

Drang schrecklich durch die laue Nacht
Und hat des Krieges Ruhmestaten
 Beiden Völkern hinterbracht.

Die tapferen Helden beider Seiten,
Nach sieben Tagen Krieg und Streiten,
Nutzten die Stunden bis zum Wecken,
Um ihre Wunden sich zu lecken.

Neben dem Trinken und dem Essen
Galten die nächtlichen Interessen,
Was die Zeit daheim betraf,
Vor allem dem Erholungsschlaf.

Im Schlaf, das wusste jedermann,
Auch wenn nur kurz die Nacht,
Man jene Kräfte sammeln kann,
Die man benötigt für die Schlacht.

So mancher Held im Halbschlaf dachte
"Morgen ist es schon der achte
Von jenen Gott verfluchten Tagen,
So langsam wird mir das zu dumm,
An denen ich 'ne Schlacht muss schlagen
Von welcher ich nicht weiß warum.

Während die Soldaten schliefen
Die Weiber Gott um Beistand riefen.

"Zeus im Himmel," friedenstrunken
Hörte man Padd Kolldux unken,


"Steh meinem braven Kroddl bei.
Lass hundert andre für ihn fallen.
Er ist der liebste mir von allen.
Die andern sind mir einerlei.
Ich bitt dich Zeus, schenk deinen Segen
Meinem Frosch der Kinder wegen
Und führ ihn heim mir wohlbehalten.
Wir brauchen ihn ja noch den Alten.
Achthundert Quappen ohne Vater,
Ach was wär' das ein Theater.
Sie sind alle noch so klein.
Wir würden aufgeschmissen sein
Ohne unseren Ernährer.
Er ist ja ein so familiärer
Frosch wie es keinen zweiten gibt,
Der uns alle schrecklich liebt.
Drum bitt ich dich, Zeus hör mir zu,
Großer Göttervater du.
Du hast ja selbst den Stall voll Kinder.
Die meinen, allesamt nicht minder
Als die deinen, brauchen ihn.
Wenn er in die Schlacht muss zieh'n
Breit über ihn die Ägis aus
Und führ in heil zurück nach Haus."

So wie Kolldux flehten viele
Um Gottes Segen mit dem Ziele,
Dass ihre Männer in der Schlacht,
Nicht auch noch wurden umgebracht
Wie all die Helden, die ihr Leben
Hatten bereits hingegeben.

Lörke, Lorksche, Hudschge, Hüx,
Muttkrat, Usse, und Pegütz,
Hutsche, Beestkrat und Paddäxe,
Pagagütsch und Krott Pallechse
(alle Froschnamen aus der Arbeit von Ursula Wiepen)
Baten um Beistand jetzt Gott Zeus,
Auf dass vernichte er die Mäus
Um ihre Männer zu beschützen.

"Lass im Teich und allen Pfützen
Morgen bei der Schlacht beim Raufen,
Lieber die Mäuse all ersaufen
Als unsre grünen Helden fallen."

Auch Hoppait, Pait und Hoppepeit
Nahmen sich zum Beten Zeit
Und baten Zeus um den Gefallen,
Weil lieb sie ihre Männer hätten,
Sie vor dem Tode zu erretten.

Auch Purrehucksch und Plumpekrät,
Die sonst vom Beten nicht viel hielten,
Hände faltend zum Olymp nun schielten.


"Beweise Solidarität
Mit uns armen grünen Frauen.
Schenk unsern Gatten Gottvertrauen,
Damit sie in den nächsten Tagen
Die Mäus' vernichtend endlich schlagen.
Steh ihnen bei, Gott Zeus, im Felde,
Dass tapfer sie im Krieg sich wehren
Um siegreich aus der Schlacht in Bälde
Zu uns nach Hause heimzukehren."

Selbst Quatschke, Quurkse, Lady Quogge,
Poch Utje und die Jungfer Pogge
Sah man nun die Flossen falten.
"Lass Smintheus morgen endlich walten,
Damit er, wie Homer berichtet
Die Mäuse allesamt vernichtet.
(Die Gottheit Apollo Smintheus wird unterschiedlich
beschrieben; als Beschützer der Mäuse aber auch als
ihr Vertilger)
Steh Pausback bei mit Rat und Tat
Damit der Krieg ein Ende hat."

Zeus hat das Flehen wohl vernommen;
Doch ist er zu dem Schluss gekommen,
Der Sache nicht groß nachzugehen.
Zwar konnt' die Sorgen er verstehen,
Die sich die Froschweiber da machten;
Doch hatte er darauf zu achten,
Dass er im Kriegs- und Kampfbetrieb
Als Gott stets unparteiisch blieb.

Drum hörte er erst gar nicht hin
Als die namentlich hier nicht genannten
Mäusedamen mit gleichem Hintersinn,
Sich betend gleichfalls an ihn wandten.

Wer sterben wird oder darf leben
So hat der Obergott gedacht,
Das wird sich schon von selbst ergeben
Morgen in der nächsten Schlacht.

Bis dahin war noch etwas Zeit.
Zeus nutzte die Gelegenheit,
Seinem Hobby nachzugehen
Und in Zukunft kurz zu sehen.

***

Was Zeus dort hat gesehen
Und was weiter ist geschehen
Im Kriege anno dazumal,
Berichte ich das nächste Mal

wird fortgesetzt

Freitag, 1. März 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-29
- 7. Kriegstag -
- Nach der Mauerschau -

Dass die Sach' ein Nachspiel hatte
Hat abends sich herausgestellt.
Troxartes, Hoppsegernes Gatte,
Hat sich die beiden einbestellt.

 
Was auf der Mauer war geschehen
Hatte er mit angesehen.

 "Du hast mir Schmach heut zugefügt,
Und mit meinem Weib geschlafen."
So hat den Vater er gerügt.

"Du willst mich dafür doch nicht strafen,"
Sprach der Papa zu seinem Sohn.
"Du solltest dich um deinen Thron
Und um die Gattin besser kümmern.
Die halbe Stadt liegt schon in Trümmern
Und du verkriechst dich immer noch
In irgend einem finstern Loch
Um Liebespaare zu belauschen.
Dein tolles Weib liegt Nacht für Nacht
Um Zärtlichkeiten auszutauschen,
Schön für dich zurecht gemacht
Im Bette und vergeht vor Lust.
Stoß dich an die eigne Brust;"
So schalt er seinen Sohnemann.

"Streng dich gefälligst etwas an!
Dein Weib und unsere Nation
Brauchen 'nen König auf dem Thron,
Der Söhne zeugt und unser Land
Regieren kann mit starker Hand."

Wie Hektor in der Iliade
Alexandros hat getruzt,
(Ilias 3/40 ff)
So hat Schinkenklauber ohne Gnade
Seinen Sohn zurechtgestutzt.

"Ich habe Hoppsegern gelehrt
Wie mit 'nem König man verkehrt.
Entgegen allen guten Sitten
Hab ich sie für dich eingeritten.
Ich hab ihr alles beigebracht.
Was du versäumt hast in der Nacht,
Hab ich heut bei der Mauerschau
Erklärt in praxi deiner Frau.
Du solltest dankbar dafür sein,
Dass des Kroniden Töchterlein
Bescheid weiß nun in Sachen Sex.
Heut weiß ich, dass ihr grüner Ex,
(Gemeint ist Menelaos, der erste Gatte der Helena)
Der sie angeblich lieb sehr hatte,
Auch nicht grad ein Mustergatte
War, was das Schlafgemach betraf."

"Er dachte immer nur an Schlaf"
Hat Hoppsegern nun eingehakt
Und beiden laut ihr Leid geklagt.

"So wie Troxartes Nacht für Nacht
Hat schnarchend neben mir verbracht,
Wollt auch er auf seidnen Kissen,
Weil dumm er war, von mir nichts wissen."

Und dann, dem Gatten zugewandt,
Fuhr sie fort: "Wie interessant
Die Zweisamkeit von Mann und Frau
Sein kann, wenn man es richtig macht,
Hat dein Papa mir beigebracht.
Heute bei der Mauerschau,
Hat er, er sei dafür gepriesen,
Mich in die Sache eingewiesen."

"Du hast," sprach sie mit breitem Mund,
Zur Eifersucht gar keinen Grund,"
Und weiter lachend unbeschwert:
"Was dein Papa mich hat gelehrt,
Möchte ich, das sollst du wissen,
Auch heute Nacht bei dir nicht missen.
Also komm mit ins Schlafgemach.
Dort holen wir dann alles nach,
Was du, weil bisher du geträumt,
Im Bette hast bei mir versäumt."

Es wurde eine Lange Nacht.
Vergessen war der Frust der Schlacht.

Was die beiden alles trieben
Hat Homer uns nicht notiert.
Hätte er es aufskizziert,
So denke ich hier bauernschlau,
Wär' es nochmals die Mauerschau.

***

wird fortgesetzt

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-28
- 7. Kriegstag -
-Teichoskopie / Mauerschau
-  Abgesang -

Es war schrecklich was sie da
Draußen vor der Mauer sah.

Noch immer vor dem Festungswall,
Wildes Gemetzel überall!




Es wurd gehauen und gestochen
Und hat nach Blut und Schweiß gerochen.

Sie hat den Anblick nicht ertragen,
Welcher sich ihr unten bot.
Frösche und Mäuse, alle tot,
Einer vom anderen erschlagen,
Im eignen Blute kreuz und quer
Lagen, soweit das Auge trug
 Auf dem Schlachtfelde umher.


 




"O Gott", dacht sie mit Recht und Fug,
Mit  traurigem Gesicht
"O Gott, o Gott, das wollt ich nicht."

So wie dereinst Helena,
Ging auch ihr die Sache nah.

Doch dann dacht sie, was opportun,
Durchaus war und angebracht,
"Es ist zu spät noch was zu tun,
Das liegt nicht mehr in meiner Macht."

"Ich bitte dich Pternotroctes"
Flehte sie zum Mauser kess,
"Tu was, sonst werde ich verrückt."

Da hat er sie ganz fest gedrückt.
"Ich weiß schon, was du willst von mir.
Wart ab, gleich gebe ich es dir."
Und dann fügte er spontan
Gleich noch einen Nachsatz an.

"Komm" sprach er leis', "dort geht das schlecht"
Dort kann man uns von unten sehen.
Dann setzte er sie sich zurecht.
Sie ließ es sich geschehen
Und hat gestaunt: "Was machst du da?"

Ohn' lange Prolegomena
Hat er die Sache ihr erklärt:

"Das hat bei Mausgern sich bewährt.
(Schinkenklaubers Weib; Troxartes, des Königs Mutter)
Meine süße kleine Maus
Kannte damit sich gut aus.
Sie hat mir, wie man's richtig macht,
Als jung ich war, einst beigebracht.
Mit ihr hab ich es ab und an
Auf diese Art, wie jetzt getan.
Troxartes wurde so gezeugt.
Ach, was war das damals schön."

Da hat Hoppsegern sich ihm gebeugt.
Sie fand es anfangs zwar obszön;
Doch er hat sie ausgelacht
Und was er wollt mit ihr gemacht.

Anfangs war ihr angst und bang.
Doch dann kam auch sie in Gang.
"Ach" rief sie, "wie wohl das tut.
Oh, das machst du richtig gut.
Ach, das hätt' ich nicht gedacht,
Dass das solche Freude macht.
Oh, ich bitt dich, schenke mir
Noch ein bisschen mehr von dir.
A, ah, ahh, so ist es recht.
Du bist mir ja ein toller Hecht.
Ja, so macht die Sache Spaß!"

"Du bist" sprach er, "schon klitsche nass."
Sie quakte: "Ja mir kommt es gleich!
"Wann ist es denn bei die so weit?"

"Ich geb' dir rechtzeitig Bescheid!"
Grinste er sie schelmisch an.

"Ach, was ist das für ein Mann"
Dachte sie, "damals am Teich,
Als ich, weil er mich darum bat,
Im Schilf es mit Troxartes tat,
War das der reinste Kinderkram
Gegen das, was sein Papa mir nun
Macht ohn' vornehm erst zutun.

Als der mir meine Unschuld nahm,
Da hab ich kaum etwas empfunden.
Ich hatte Schmerzen. Noch nach Stunden,"
So dacht sie jetzt in ihrer Wut,
Und hat dabei sich fast verschluckt,
"Triefte mir im Schilf das Blut,
Dort wo nun pure Lust mich juckt."

"Mein Schwiegervater", dacht sie geil,
"Ist besser für mein Seelenheil
Als dessen geschwänzter Sohnemann."
"Was der", so dacht sie , "alles kann
Und was er mir grad jetzt beschert,
Das ist die Sünde sicher wert,
Die außerhalb der Ehe
Ich mit ihm begehe."

Während sie so hinsinnierte
Er die Stellung variierte.

Sie quakte: "Oh, was ist denn das?"
Er pfiff: "Pass auf, ich zeig dir was."

Sie stöhnte: "Oh, wie schön das ist;
Troxartes dein Sohn, der Moralist,
Hat so 'was nie mit mir gemacht."

Der Schwiegervater hat gelacht:
"Du kannst es ihm ja demnächst lehren!
Wenn du willst, kannst du's ihm morgen,
So wie wir's jetzt grad tun, besorgen."

"Mir dir" sprach sie, "möcht ich verkehren
Bis ans Ende meiner Tage."

"Nun dreh dich um in Hetschenlage"
Flüsterte er ihr ins Ohr,
"Jetzt hab ich was besond'res vor."

"O Gott, oh Gott," rief sie empört.

Das hat ihn aber doch gestört.
"Nenn mich nicht Gott, der alte Zeus,
Macht es noch besser als wir Mäus.
Von seinem Sohn hab ich vor Jahren,
Wie man es richtig macht, erfahren.
Als Erstes lehrte Smintheus
In Delphi mich den Zungenkuss!"

"Was hat er dich denn noch gelehrt?"
Wollt Hoppsegern darauf gerissen,
Sogleich vom Schwiegervater wissen.

"Wie mit 'ner Kröte man verkehrt"
Hat er gegrinst. Dann fing er an.
Ihr hat es sichtlich gut getan.

Doch dann legte der Filou
Im Tempo plötzlich noch mehr zu.

Oh wie hat sie da gejuchzt
Und vor Freude aufgeschluchzt.
"Ja, ja, ja, so ist es gut.
O, o, oh, wie wohl das tut.
"Herrjemine, was machst du nur?"

Er wollt ihr zeigen was ein Mann,
In seinem Alter noch so kann.
Und er zeigte es ihr pur
Und ohne sie zu schonen,
Ihr so nun einmal beizuwohnen,
Wie der alte Zeus bei Nacht
Es mit den Weibern hat gemacht.

"Jaaah" schrie sie, "nur weiter so.
Kneif mich, zwick mich in den Po.
Drück mir meine Brust ganz fest
Und dann gibst du mir den Rest."

"Das kannst du haben," dachte er.
Und dann gab er ihr noch mehr.

O, o, oh, nicht ganz so tief"
Angsterfüllt sie plötzlich rief.

"Ach was," sprach er und drückte sie,
Dass sie vor purer Wollust schrie.

"Nicht doch, nicht doch, nicht so doll!"

Er dacht: "Sie hat die Hosen voll."
Und flüsterte: "Schnell, dreh dich um,
Nun folgt das Sacrificium.
Hab keine Angst, du wirst es sehen;
Es wird dir nichts dabei geschehen.
Wehr dich nicht, ich bin so weit;
Also mach die Beine breit,
Dass beenden wir die Sach'
Denn unten lässt der Lärm schon nach.
Die Schlacht ist sicher gleich zu Ende,
Ich denk wir haben sie gewonnen.
Morgen beginnt die Schicksalswende
Für uns zu einer bessren Zeit."

"O ja" dacht sie, gleich geht es los."
Sie war zu allem nun bereit.
Und dann hat etwas begonnen
Das sie niemals mehr vergaß.
Gleich nach seinem ersten Stoß,
Schrie sie: "Oh was ist das für ein Spaß"
Und danach, ganz ungeniert
Hat sie vor Geilheit jubiliert.

"Donnerwetter" quakte sie;
"Das nennt sich also Teichoskopie"

Hören und Seh'n ist ihr vergangen!
Wie Blücher ist er rangegangen.
Abwechselnd schrie sie "Ah und oh:
Dann wieder "Zetermordio."
Die Sinne schwanden ihr beinah.
"Oh ist das schön so, ja, ja, jah."
So quakte in dulce jubilo
Sie vor Lust und Libido.

"Ja" schrie sie, "komm, nun komm doch schon;
Mach endlich, gib mir meinen Lohn!"

Da hat es sie sich vorgenommen.
Es kam so, wie es kommen sollte.
Er gab ihr was sie von ihm wollte.

"Jetzt, jetzt, ja, ja, ja, ja jetzt"
Schrie Hoppsegern zu guter Letzt.
Dann ist es ihm und ihr gekommen.

Er ließ sich geh'n ganz ungeniert.
Sie dacht. "Jetzt ist er explodiert!"

Sie hatte, was sie wollt erreicht
Und hat zufrieden abgelaicht.

So endete die Mauerschau
Für beide mit 'nem Supergau.

Die Schlacht indessen vor den Toren,
Die hatten die Mäus' derweil verloren.

***
Und wie die Sache weiter geht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



Dienstag, 26. Februar 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 13-27
- 7. Kriegstag -
-Teichoskopie / Mauerschau
-  Dritter Gesang -

Schinkenklauber, der dreiste Wicht
Hörte ihren Kampfbericht.

"Schottpong kommt vom Hafen her
Angestürmt mit Schild und Speer.
Gott mit uns steht auf dem Schild."
So schilderte sie ihm das Bild
Und stellte ihm die Lage dar,
So wie sie unten grade war.

Und dann fuhr erregt sie fort
Was sie noch erkannte dort:



"Auf dem Haupt, der grüne Schelm
Trägt einen Wellhornschneckenhelm.
Er ist mit Beinschienen gerüstet.
Dass nach Kampf es ihn gelüstet
Steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Von blinder Wut vorangetrieben,
Greift im Zorn, der wilde Mann,
Just im Moment den Mauser an.

Mausratz steht, die Beine breit,
Entschlossen vor ihm kampfbereit,
In der rechten Faust den Speer
Einsatzklar zur Gegenwehr."

Was draußen vor der Stadt geschah,
Sie nur noch ganz verschwommen sah.
Beißender Rauch vom Hafen her,
Als so angestrengt sie guckte,
Schmerzte ihr die Augen sehr.

Dann musste sie auf das Berichten,
Weil sie arg zusammenzuckte,
Vorübergehend ganz verzichten.
Hinter ihr, mit seinem Ding,
Der Lüstling voll zur Sache ging.

Während sie an Schottpong dachte
Und was der mit Mausratz machte,
Griff  Pternotroctes spontan
Sie ohne Warnung nochmals an.

"Er wird den  armen Mauser pfählen
Und ihn am End zu Tode quälen."
O weh, o weh, er bringt ihn um!"
So dacht sie im Delirium.

Doch dann, mit Rauch getrübten Blick.
Erkannte sie, dass ihr Geschick
Ebenso gefährdet war
Als das von Mausratz. Mehr sogar!

"O Gott, o Gott, mit seinem Trumm
Bringt mich der alte Mauser um."
Nahm tief erschrocken die Gefahr
Die von achtern kam, sie wahr.

Doch andrerseits, so fühlte sie.
Machte es Spaß auch irgendwie.

Drum stemmte sie ihm gar verwegen
Ihre Froschschenkel entgegen.
Sie war zu allen jetzt bereit!
Wollüstig schrie sie "Ah" und "Oh"
"Ja Liebster, mach ruhig weiter so!"
Da schrie er: "Gleich ist's so weit!"

Während er die Augen schloss
 Und sie, was dann geschah, genoss,
Sah durch Feuersbrunst und Rauch
Am Hafen sie die Flotte brennen
Und eine Maus mit Speer im Bauch
Schreiend zum Oberfeldarzt rennen.

Während der Alte sich ergoss
Konnt' sie die Krieger vor den Mauern,
Weil deren Blut nun reichlich floss,
Von oben aus nur noch bedauern.

Während unten vor dem Tor
Einer grad den Kopf verlor,

Flüsterte von hinten mit Humor
Er Zärtlichkeiten ihr ins Ohr.

Prahlerisch arg übertrieben
Sprach er zu ihr vom Nummern schieben,
Und fügte an gar ordinär
So wie man spricht beim Militär,
Mit Kraftausdrücken knüppeldick
Was dort besonders gilt als schick.

Es waren wirklich raue Sitten
Und Worte die sie gar nicht kannte
Welche er ihr dabei nannte.
Er ist ein Schwein ganz unbestritten
Hat Hoppsegern bei sich gedacht
Und gekünstelt nur gelacht:

"Du hast's wohl ziemlich arg getrieben.
Als du gedient hast einst beim Heer
Im Kampfe auf dem Feld der Ehr.
Du wirst Dich noch zu Tode lieben."

Gab sie als Antwort ihm darauf
Und fügte an weil sie's  grad sah,
Was unten vor dem Tor geschah.
Zwei Helden tapfer aber dumm
Brachten sich gegenseitig um.



Doch vor der Stadt der Schlachtverlauf
Hat ihn nun nicht mehr interessiert.
"Und wenn mein ganzes Volk krepiert"
Begann er fröhlich loszulachen
"Lass es uns noch einmal machen!"

Sie war, so hat sie angezeigt,
Der Sache auch nicht abgeneigt
Und so hat man es spontan
Sogleich noch einmal getan.

Es kam so wie es kommen musst!
Auf dem Höhepunkt der Lust
Schrie sie wieder "Oh" und "Ah"
Und er rief freudig "Heureka",
Als die Sache plötzlich kam
Und abrupt die Lust ihm nahm.

Der Freudenschrei dem Heer vertraut
Hat die Truppen aufgebaut
So dass mit frischem Mut versehen
Mancher noch im Kampfgeschehen
Auf einen noch mutigeren stieß
Bei welchem er sein Leben ließ.



Die beiden oben wie erlöst
Haben vor sich hingedöst.

Nach zehn Minuten etwa, dann
Zu regen etwas sich begann.
Da flüsterte er ihr ins Ohr:
"Ich hab mir dir noch etwas vor."
Sie sprach, "Das hab ich mir gedacht!"
Längst vergessen war die Schlacht
Die unten vor der Mauer tobte.


Er ließ sie nun ganz deutlich spüren
Dass er zum Weibe wollt sie küren.
Im Rausch der Sinne er gelobte:
"Ich mache Dich zu meiner Frau.

Gleich morgen nach der Mauerschau"
Sprach er zu ihr mit Ernst im Ton
"Spreche ich mit meinem Sohn.
Er ist viel zu jung für Dich
Und auch noch vie zu unerfahren.
Ich bin in den besten Jahren,
Und dann, nicht grade zimperlich,
Brachte er ihr mancherlei
Oben auf der Mauer bei,
Dass sie nicht kannte. "Oh" schrie sie,
"An unsre erste Teichoskopie
Werd ich mein ganzes Leben denken."

"Ich werd Dir tausend Quappen schenken
Alle grau ohn' jeden Firlefanz
Aber mit 'nem schönen Schwanz
Hinten dran als Liebesgabe
Wo wunderschön wie ich ihn habe."
Erwiderte er ihr darauf.

Dann nahm die Sache ihren Lauf.
"Aaah" hat sie vor Lust gestöhnt
Als sie wurd von ihm verwöhnt.
"Ja, ja, ja, ja, jaa,  jaaah, soo"
Stöhnte sie und "ach und oh".

"Halt dich zurück ein bisschen doch
Nur ein kleines Weilchen noch"
Hat sie gebettelt und gefleht
"Weil es so gut mir grade geht."

Da zögerte die geile Maus
Die Sache noch einmal hinaus
Und wechselte die Position.
"Es wird mir sonst zu monoton"
Sprach flüsternd, keuchend er zu ihr.

"Du bist fürwahr ein wilder Stier"
Lächelte ihn Hoppsgern an.
"Ach was, das hab ich gern getan"
Raunte drauf der Mausfilou
Seiner grünen Dame zu.

Dann hat er sie, sie war entzückt,
In neuer Stellung neu beglückt.
Ach was war die Maus galant.
Schlimmer als ein Elefant
Hat er sie gemaust.
Ihr hat's beinah gegraust.

"Was machst du" schrie sie "mit mir bloß?
Du zerfetzt mir noch den Schoß!"

"So schnell" erwiderte die Maus
"Franst bei einer Krott nichts aus."
Doch dann hat er mit Bedacht,
Von ihr dazu just angeregt,
Was er sonst noch nie gemacht,
Ein kleines Päuschen eingelegt.

Ihm tat es gut, sich nicht zu regen.
Und auch ihr kam es entgegen.

Mit abklingendem Wonneschauer
Sah sie hinunter von der Mauer
Und hat ein Bild sich von der Schlacht
Die unten tobte schnell gemacht.


***

Was sie sah, berichten wir
In der nächsten Folge hier

wird fortgesetzt


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.