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Mittwoch, 13. Mai 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 32 - 19
- 9. Kriegstag -



der Front Uleckenvadder
Während seinen Bericht er schrieb,
Gedanklich bei den Amis blieb.

"Mein Gott" dacht er, "G. Walker Bush,
Im Irak und auch am Hindu Kusch,
Glänzten weder deine Frontsoldaten
Noch du selbst durch Heldentaten.

Ihr habt den Schurken zwar gefangen.
Um den es euch dort ist gegangen.
Gemeint ist Saddam Hussein.

Doch was als Spielerei euch schien,
Demokratie dem Land zu bringen,
Und Menschenrechte noch dazu,
Den Leuten dort all aufzuzwingen,
Mit euern Partnern, all gedungen,
Ist euch ziemlich arg misslungen.

Ihr allesamt, vor allen Du
Habt euch dabei übertroffen,
Indem ihr vor der ganzen Welt
 Habt eure Dummheit bloßgestellt.

In Sachen Welt- und Friedensmacht
Habt ihr euch lächerlich gemacht.

Was blieb sind alle Fragen offen!"

"So dumm wie Bush" dacht er zuletzt,
"Ist nicht mal Pausback, der zwar jetzt,
Auch in Bedrängnis ist geraten,
Weil sein Nachschub kommt nicht durch.

Doch weil klüger ist der Lurch
Als Bush und all seine Soldaten,
Wird er den Krieg ganz sicher binnen
Der nächsten Stunden so gewinnen,
Dass endgültig es Frieden werde
Am Teich und auf der ganzen Erde!"

***

Dann wandte er in aller Ruh
Sich seiner Arbeit wieder zu

***

Als durchs Objektiv er sah
Von seiner Leica-Kamera,
Löschte eine graue Maus
Parre grad das Leben aus.
(Dissertation zum Deutsch Wortatlas, Frosch,
Ursula Wiepen, Marburg 1945, Seite 27)

Die Lanze drang von oben her,
Ihm ein in seinen grünen Schmer,
Dass ihm, der so am Leben hing,
Die Lust dazu total verging.


Er quakte laut in seiner Not,
"Ich hab von diesem Krieg genug"
Bevor er auf die Erde schlug
Und liegen blieb für immer tot.

***

Mit seiner zuverlässigen alten
Leica hat der Reporter festgehalten,
Wie es zugeht in einer Schlacht
Und schöne Bilder davon gemacht.

***

Es war fürwahr ein schlimmer Tag
Für die Frösche in der Schlacht.
Tausende wurden umgebracht,
Was an den tapfren Mäusen lag,
Die dem Krieg ein End zu machen,
Wie Berserker nun um sich stachen
Und alles Grüne mit breiten Goschen
Ohne Rücksicht niederdroschen.


***

Ein kleines Stückchen weiter nur,
Auf eines grünen Kriegers Spur,
Fand der Kriegsberichterstatter,
Mit Namen Hops Uleckenvatter
Frosch Hukke der am Wiesenhag
Auf einem Maulwurfhügel lag.

Die Lanze, als er ihn dort fand,
Hielt der Frosch noch in der Hand.
Das rechte Bein war irgendwie
Ihm abgetrennt direkt am Knie.

Sein Tod war grad erst eingetreten
Denn sein Körper war noch warm.
Eine Fliege ungebeten,
Fernab von ihrem Schwarm,
Summte heran und schiss gar keck
Auf den Toten ihren Dreck.

Pögge, Hukkes Kamerad,
Der just über den Wiesenpfad
Herangehüpft gekommen war,
Stand vor dem Freunde; ihm war klar,
Dass es aus war und vorbei
Mit Hukke und der Kumpanei,
Welche sie stets im Krieg verband.


Er hat den toten Kameraden
Auf die Schultern sich geladen
Und ihn dann im Feindesland,
Schnell im tiefen Moor versenkt.

Auf dass dem Toten man gedenkt,
Stellte er ein Kreuz dort auf
Und schrieb Hukkes Namen drauf.

Das Rüstzeug kameradschaftlich,
Nahm es als Dank dafür an sich,
Wobei dem Kumpel in der Sache
Seines Todes er schwor Rache.

***

wird fortgesetzt


Dienstag, 12. Mai 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 32 - 18
- 9. Kriegstag -

och 

danach, oje welch Graus,
Kam Stück für Stück all das heraus,
Und lief als Nachricht um die Welt,
Was nicht gerade heldenhaft,
Des Helden tapfre Gönnerschaft
Hatte alles angestellt.

***

Irakis in Kriegsgefangenschaft,
Bekleidet nur mit nackter Haut,
Zu Pyramiden aufgebaut
Und schwer gefoltert in der Haft
Durch des Helden Wachkohorten.


(Damals US-Verteidigungsminister)
Geduldet, gefördert, akzeptiert,
Wurde der besiegte Feind
Nackt, am Halsband angeleint,
Geschändet, gefoltert, malträtiert.


Überheblichkeit und Spott
Über Allah, ihren Gott,
Führte in Abu Ghraib und anderswo,
Wie in Guantanamo,
Dazu dass auf den Koran,
Die US-Soldaten pissten,
Was selbst die allerfrömmsten Christen
In Old Europe hätten nie getan,
Und weil sie dabei nichts Böses fühlten,
Ihn sogar hinunterspülten.

Als Bush, ihr Chief, davon erfuhr,
Zuckte er die Schultern nur.

"So was kommt im Kriege vor,"
Dachte dabei wohl der Thor:

***

"Pausback", dacht der Kriegsberichter,
"Gehörte nie zu dem Gelichter,
Das gering schätzt seinen Feind
Und an wie einen Hund ihn leint.

Auch ist er nicht der üble Spötter,
Wie Walker Bush, der fremde Götter
Und ihre Botschafter missachtet.

Weil stets im Krieg er danach trachtet
Und daran festhält unbeirrt,
Dass Smintheus der Mäusegott
Nicht ausgesetzt im Krieg dem Spott
Von seinen Froschsoldaten wird,
Hat auch Troxartes, Ehr wem Ehr gebührt,
Stets korrekt sich aufgeführt,
Von Ausnahmen im Schlachtgeschehen,
Großzügig mal abgesehen,
Und nicht wie über US-Helden
Die Zeitungen weltweit es melden,
Gefangene malträtiert
Und sich nicht selbst so schlimm blamiert
Wie es G. Walker Bush auf Gottes Rat,
Als US-Präsident einst tat."


***

wird fortgesetzt



Montag, 11. Mai 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 32 - 17
- 9. Kriegstag -

rieg

 ist die Ultima Ratio
Hört man die Herrscher gerne sagen
Wenn sie das Volk aufs Schlachtfeld jagen.

Doch jene schadet den Völkern ebenso
Wie jede kleine dumme Schlacht
Die im Dünkel um die Macht
Von einem angezettelt wird.

"Wer glaubt, ein Krieg oder Gefecht
Als letztes Mittel sei gerecht,
Und dass das Frieden bringt, der irrt."

So dachte Uleckenvadder just
Und es wurde ihm bewusst.
Wie sehr die Könige oft lügen
Um für ihre privaten Fehden
Das Volk zum Krieg zu überreden.

"Weil die Verantwortung sie trügen
Für das Volk und für das Land,
Wäre der Krieg das Unterpfand
Dafür, dass nach seinem Beben,
Man könnte in Freiheit wieder leben.

So wollt auch Bush dereinst das Raufen
Mit dem Irak der Welt verkaufen.

Er wurde dafür gar katholisch.
Und sein Heer hielt für kanonisch
Was er sagte. Dass er log
Merkte das Volk nicht und es zog
Für ihn, der auf die Bibel schwor,
Im Namen Gottes in die Schlacht
Und kam dabei noch stolz sich vor.

Doch insgeheim ging es dem Frommen
Nur um die Erweiterung der Macht
Und drum ans Öl heranzukommen.

Er wollte die Moslems niederzwingen
Um Demokratie ihnen zu bringen,
Wie im Westen sie ist Brauch
Und Coca Cola dazu auch." 
"Der falsche Prohet" schrieb Pfarrer Fliege,
"Der sich auf Gott berief im Kriege,
Hat innerhalb von ein paar Wochen,
Dessen Gebote all gebrochen!"

***

"Es ist" , dacht der Berichterstatter,
"Immer das gleiche üble Spiel.
Die Herrscher haben nur ein Ziel,
Den eignen Machtbereich auf jenen
Anderer Völker auszudehnen.

So hat Bush, die listige Natter,
Es hinterlistig gar verrucht,
In der Golfregion versucht.

***

Genau so probiert der alte Gauch
König Pausback es nun auch.


Von den Taten zweier Helden
Diese Bilder hier vermelden

Und dann schrieb er für sein Blatt:
"Das Volk hat dieses Morden satt,"
Und fuhr fort zu seinen Bildern
Die Grausamkeiten all zu schildern,
Die, was die Herrscher selten sehen,
Auf dem Schlachtfelde geschehen.

Und er erinnerte dabei,
Als Journalist war er so frei,
An den Krieg, wie er ihn sah,
Der kürzlich im Irak geschah.

Der Wolf im Schafspelz, Georg Bush,
Der mehrmals, das ist heute klar,
Dem Alkohol verfallen war
Und angekündigt stets mit Tusch,
Nachdem zum Chief er ward ernannt,
Hat die Situation verkannt,
Indem er sich im Weißen Haus
Zum Gotteskrieger selbst rief aus.


"Gott schütze Amerika im Krieg
Und schenke unserm Land den Sieg"
Rief der falsche Prophet gar laut
Und hat dabei darauf vertraut,
Dass im Krieg seine Soldaten
Das Ihre gehorsam alle taten,
Um die Welt vom ersten der bösen
Schurkenstaaten zu erlösen.

***

Und in der Tat, die Keilerei
Ums Öl war ziemlich schnell vorbei.

"Ich" sprach der Sieger seinerzeit,
"Weil ich für Gott es sollte,
Hab vom Tyrannen die befreit,
Die der vernichten wollte."


"Mein Gott", so wollt er damit sagen,
"Hat den Eueren geschlagen.
Mein Glaubensvater Abraham,
Der gepanzert zu euch kam.
(Gemeint sind die Panzer Typ "Abraham")
Hat Allah, den er hat bekriegt,
Im Handstreich mühelos besiegt!"

Um seine Dummheit zu beweisen,
Ließ Bush daheim als Held sich preisen.

***

Was weiter der Held tat dazumal
Berichten wir das nächste Mal

wird fortgesetzt





Mittwoch, 3. April 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 16 - 4
- Der Irak-Krieg -

Ach was war das für ein Trubel,
Beifallgeklatsche und lauter Jubel
Als die Symbole von Saddams Macht
In sich zusammen sind gekracht.

Manch "Standhafter" war so stabil,
(Anspielung auf Saddams Name,
 Saddam bedeutet "der Standhafte")
Dass er erst vom Sockel fiel
Nachdem ein Panzer Abraham
(Panzer Modell der USA das dort eingesetzt war)
Dem wütenden Mob zu Hilfe kam.

Dann endlich, dass keiner es vergisst,
Wer nun ist Herr  im Lande,
Nachdem vertrieben Saddams Bande,
Wurd das Sternenbanner fix gehisst.

Was dann in Bagdad ist geschehen,
Konnte, wer es sah, kaum fassen.
Es war nicht einfach zu verstehen.
Der Mob, der eben ward befreit,
Feierte die neue Zeit
Und zog marodierend durch die Gassen.

Chaos und Anarchie brach aus.
Die Besatzer machten sich nichts draus
Und sahen keck in aller Ruh,
Belustigt dem Geschehen zu.

Recht und Ordnung brach zusammen,
Die Banken wurden ausgeraubt.
Museen gingen gar in Flammen.
Die Amis haben es erlaubt.

Zeus, der im Fernseh'n, was geschah,
Auf seinem Throne sitzend sah,
Schüttelte sein greises Haupt.
 "Was sich dieser Mob erlaubt,"
So dacht er; "ist unerhört."
Was nicht fest war, wurd gestohlen,
Und die Amis, nicht zu fassen,
Haben ihn gewähren lassen.
Die plündernden Banditenbanden
Nahmen alles was sie fanden,
Bis es nichts mehr gab zu holen
Und der Rest wurde zerstört.

Gesetzlosigkeit herrschte nun!
Dagegen schnell etwas zu tun,
Hat die Besatzungsmacht versäumt.
Die hat von Zeiten schon geträumt
In denen im besiegten Land
Zwischen Euphrat und Tigris man
Nebst jedem Starbuck-Coffee-Stand,
 Donalds-Fast-food futtern kann.

Über dem gesetzlosen  Geschehen
Sah Zeus das Sternenbanner wehen
Und er hat bei sich gedacht:
"Das hat Walker Bush vollbracht."

Während über dem Trümmerfeld
Dessen Banner glorreich wehte,
Schwebte des Krieges großer Held,
Wie es sollte für ihn sein sein.
Vom Himmel her zur Siegesfete,
Mit einem Bombenflugzeug ein.

In Topgun- Uniform mit Helm,
Die Daumen hinterm Fallschirmknauf,
Trat er wie ein Rambo auf.
Wer an John Wayne dacht war kein Schelm.





Auf einem Flugzeugträgerdeck
War gelandet er zum Zweck
Der Welt, ohne die eignen Sünden,
Seinen Sieg stolz zu verkünden,
Welcher, das war allen klar,
Gar heldenhaft errungen war.

Den Kriegsgrund indes jedoch
Suchten die Sieger immer noch.

"Heut ist" sprach er, "der erste Mai.
Der Krieg im Irak ist vorbei."
"Im ersten präventiven Krieg
Der Geschichte gleich ein Sieg"
So verkündete er stolz,
Und dummdreist überspitzt,
"Das zeigt aus welcher Art von Holz
Wir Amerikaner sind geschnitzt.
Saddam ging uns auf den Leim.
Wir kommen all als Sieger heim!"

Dann grölte dreimal man "Hurra"
Und "God bless America"


Für Zeus klang all das irgendwie
Blumig sehr nach Ikebana
Und nach Wahlkampfstrategie
Der Marke Pax Americana.

Ihm wurde klar an jenem Tage:
Der Krieg war eine Niederlage
So wie er selbst, gar hoch betagt
Ihn hatte schon vorhergesagt.

Enttäuscht hat er sich abgewandt.
"Der Krieg," dacht er "war amüsant.
Das Ganze war ein Gaudium.
Von Mut indes und Heldentum,
Wie er es von früher kannte,
War in der neuen Kriegsvariante
Nichts zu seh'n. Die armen Leut'
Töten sich mit Bomben heut,
Ohne wie einst im Kampfgeschehen
Mannhaft sich ins Aug zu sehen.
Anstatt zum Zweikampf anzutreten,
Couragiert und ungestüm,
Schießen sie jetzt mit Raketen
Per Knopfdruck feig und anonym.
Von Mumm und Kühnheit keine Spur.
Und so was nennt sich Kriegskultur.
Per Laptopklick nach neuer Masche,
Legt man die Welt in Schutt und Asche."

"Mit Ruhm hat keiner sich bekleckert"
So hat er vor sich hingemeckert.

"Bush ist gut als Komödiant"
So dachte der Kronide.
Als Feldherr wenig relevant
Ist er obendrein perfide.
---

Um zu vermeiden Eure Fragen
Bleibt eines nur noch nachzutragen.
"Acht Monate in etwa später,
Fand man den andern Übeltäter
Schließlich am Ende doch
Versteckt in einem Loche noch,
Worin Saddam, die feige Ratte,
Bei Tigris sich verkrochen hatte.
Verdreckt, verkommen und verlaust,
Kopfhaar und Bart gar schlimm zerzaust,
Saß er im Dunkel angstbeklommen
Dort hat man ihn dann festgenommen.



***
(Auf die glorreichen Taten der Siegernation
im besetzten Lande werden wir hier noch eingehen)

wird fortgesetzt


Montag, 1. April 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 16 - 3
- Der Irak-Krieg -

Zum Gotteskrieger selbst mutiert
Verkündete W. Bush blasiert:
"Gott steht nicht neutral dazwischen"
"Das Licht wird die Finsternis erhellen"
Und noch andre Bibelstellen,
Konnt' er in Reden untermischen.
   
"Im Glauben wie auch in der Güte
Der Amerikaner liegt die Kraft,
Er zu betonen sich bemühte,
"Die Wunder zu vollbringen schafft!"
(Das ins Deutsche übersetzte Bush-Zitat lautet wie folgt:
"In der Güte und dem Glauben des amerikanischen
Volkes liegt Wunder bewirkende Kraft")
Mit Propaganda-Rednergabe
Nebst seinem Schauspielergehabe
Er daheim die Lobbyisten,
Sowohl die Juden wie die Christen,
Sehr erfolgreich in der Tat,
Für den Krieg begeistert hat.

Die Kreuzzug-Doppel-Strategie,
Gerichtet gegen den Islam,
Zwecks Einführung der Demokratie
Im Irak durch Uncle Sam,

Erschien dem US-Publikum
Als Nonplusultra-Optimum.

Indes die Bush-Administration
Träumte von Geschäften schon
Die man nach geschlagner Schlacht,
Mit den eignen Kumpels macht,
Die als Statthalter dann dort
Im Bagdad mischen mit vor Ort.

Mit religiösen Floskeln, so benutzt,
Wie es Pausbacks Froschsoldaten
Im Kampf gegen die Mäuse taten,
Hat dem Feinde man getrutzt.

Der war ebenso ein Thor.
Schob seinerseits Gott Allah vor.

"Solche Art Vergatterung
Ist schlimmste Gotteslästerung,"
Dachte Zeus auf seinem Thron.
"Zu uns Göttern fleh'n sie alle
Wenn sie hocken in der Falle."

"Die verdammte Religion
Ist schuld daran, wie auch das Geld.
Weil jeder fest an beiden hält
Und auf den eignen Gott obskur
Wie auf den eignen Geldsack nur,
Im Gebet zur Gottheit achtet
Und noch mehr zu haben trachtet,
Liegt seit vielen tausend Jahren
Die Menschheit sich schon in den Haaren."

Zeus schmunzelte als er so dacht.
Er war gespannt, was in der Schlacht
Am Tigris würde noch passieren.
Da sah er Truppen aufmarschieren.

Die Invasion zu Land begann.
Von Kuwait aus, laut Aufmarschplan,
Rückten die Alliierten ein.
Ein Kinderspiel würde es sein,
So dachte man im Einmarschtrubel
Und erwartete den Jubel
Der Schiiten. Der blieb aus!
Im Gegenteil: "Haut ab nach Haus"
Stand auf manchem Schild geschrieben
Das die Befreier lesen mussten.
Und weil die es besser wussten,
Hat man die Leute weggetrieben.
Die Bilder davon hat zensiert
Das Pentagon sofort kassiert,
Denn zu Haus sollt niemand wissen
Wie die Lage war. Beschissen!

Nichtsdestotrotz, der Vormarsch rollte.
So wie es Bush, der Feldherr wollte,
Mit wehenden Fahnen durch den Sand,
Zu okkupieren jenes Land
Wo vor Jahrtausenden, im alten Ur
Die Wiege stand der Weltkultur.

Die Panzer preschten scheppernd vor.
Weil der Tross nicht folgen konnt'
Und den Anschluss schnell verlor
Kam zum Steh'n die Angriffsfront.

Derart zur Kampfpause gezwungen
Ist der Bagdad-Blitz misslungen.
Der ganze Vormarsch hat gestockt.
Nicht mal Verpflegung kam nach vorn.
Die Truppe fluchte schon im Zorn:
"Das hat Bush uns  eingebrockt!"

Saddam indes der Höllenhund,

In seinem Versteck im Untergrund,
Hat ins Fäustchen sich gelacht
Und gab Befehl zur Panzerschlacht.
"Schnappt sie euch," gab ohne Hehl,
Siegessicher er Befehl.

Wenn nicht ein Sandsturm wär' gekommen,
Der den Gegner just verhüllte
Bevor sich der Befehl erfüllte,
Hätt' es ein schlimmes End genommen
Mit Walker Bush's Soldaten.
Denn ohne Mampf
Kein Kampf
Und keine Heldentaten.


Doch der Sturm kam den Strategen
Der US-Armee gelegen.
Im Sichtschutz, wie es sich gebührt,
Wurde der Tross herangeführt
Und als der Sturm sich schließlich legte
Das Heer sich wieder vor bewegte.

Geschossen wurd', so wie es Brauch
Einst im Wilden Westen war,
Selbstverständlich dabei auch;
Ein bisschen wilder noch sogar.

Durch "friendly fire", wum, wum ,wum,
Kam mancher eigne Krieger um.
Feinde hat man auch getroffen.
Wie viele, das ist heut noch offen.

Damit der Vormarsch auch was nützt,
Wurd aus der Luft er unterstützt.
Splitterbomben, flächendeckend,
Kampfstil, ach es war erschreckend,
Keiner hat darauf verzichtet,
Haben Schlimmes angerichtet.

Gebombt wurde gar rücksichtslos.
Die Zivilopferzahl war groß.

Sowohl die Amis wie auch die Briten,
In Kriegen nicht grad unerfahren,
Benutzten Waffen, die geächtet waren.

Die Heuchelei zu überbieten
Wär' nicht mal Hussein gelungen.
Die offene Feldschlacht zu vermeiden
Ist gelungen jedoch beiden.
So ist man "tapfer" vorgedrungen
Bis endlich man nach Bagdad kam.
Dort hatte indes der Hasardeur,
Ach was war der Schuft infam,
Es war wirklich ein Malheur,
Nachdem den Sieg er hat verkündet,
In allen Gräben Öl entzündet,
Sodass der schwarze Rauch in Schwaden
Den Invasoren sollte schaden.

Nun waren, wie vorausgesagt,
Die Gasmasken im Krieg gefragt,
Auch wenn, das wurd' man schnell gewahr,
Der Smog nicht so gefährlich war
Wie jener welchen man erwogen
Bevor man in den Krieg gezogen.
(Anspielung auf Saddams angebliche Massenvernichtungswaffen,
welche die US-Regierung unter Bush als Kriegsgrund nannten)

Ganz nebenbei, recht lange schon,
Rief man auf zur desertieren.
Auf Flugblättern voller Hohn,
Tonnenweise abgeschmissen,
Ließ man die Feindsoldaten wissen:

"Ihr werdet diesen Krieg verlieren
Und dass jeden, der noch weitermachte,
Man später vor den Kadi brachte.
Den andern, jedoch im Gegenteil,
Würde Ruhm und Ehr zuteil
Wenn Saddam und sein Militär
Gänzlich erst beseitigt wär'."

Saddams einst so stolzes Heer
Leistete kaum noch Gegenwehr.
Die Republikanergarden aufgerieben,
Wurden durch die Stadt getrieben.

Überläufer, Kollaborateure,
Saboteure, Deserteure.
Hinterhalt und Rebellion,
Freischärlertun und Denunziation,
Guerilla-Kämpfer, Parlamentäre,
Patrioten, Flüchtlinge, Milizionäre,
Das war die Gemengelage.
Arg gefährlich, keine Frage.

Doch man zögerte nicht lange
Und nahm Bagdad in die Zange.
Die Amis zeigten was sie konnten.
Gleichzeitig von allen Fronten,
Mit Special Forces  im Verein,
Schnürten sie die Stadt nun ein,
Wobei im Norden von den Kurden
Zusätzlich unterstützt sie wurden.

Nachdem die Stadt war eingekesselt,
Wurd  ein Bombardement entfesselt,
Das jeden der an Allah glaubte,
Am Tigris schier die Sprache raubte.
Der Teppich, den die Airforce legte
So manchen zum Gebet anregte.

Die Invasoren wurden noch viel strenger,
Als sie es schon bisher waren.
Sie zogen ohne Munition zu sparen,
Nun die Schlinge immer enger
Und rückten durch das Säbeltor

Mit Panzern in den Stadtkern vor.

Stellungs- oder Grabenkrieg
Bis zum Tode oder Sieg,
Wie Häuserkampf nach Texasart,
Blieb der US-Armee erspart,
Denn durch ein Meer von weißern Fahnen
Ließ sich der Vormarsch leicht nun bahnen.

Die Strategie der Nadelstiche
Im gepanzerten Gefährt
Hat sich dabei gut bewährt.
Als Saddam seines Feindes Schliche
Erkannte war es schon zu spät.
Die Feiglinge seiner Generalität
Zogen die Uniformen aus
Und gingen in zivil nach Haus.

Auch die tapfren Fedajin,
Fest auf den Herrscher eingeschworen,
Haben fix verlassen ihn
Denn der Krieg war nun verloren.

Die ganze Entourage Saddam
Verwandelte gar wundersam
Innerhalb von Stunden sich
In Bürger die gar fürchterlich
Unter des Diktators Sitten
Machtlos hatten einst gelitten.

Der Propagandachef sogar,
Der ein Held noch just grad war,
Hat den Bart sich abrasiert
Und ist zum Biedermann mutiert.
Kein Wort nun mehr von ihm zu hören.
Mit der gesamten Ba'ath-Partei
War es ruckzuck nun vorbei.

Die Amis ließen sich nicht stören.
Im Handstreich nahmen sie die Brücken
Um danach weiter vorzurücken.

Nachdem der Fluss war überquert
Sollt' es, wie man hoffte kommen.
Bald war Bagdad eingenommen.
Mit Zivilisten im Konzert,
Wurden, was jeder wohl begreift,
Saddams Groß-Plastiken geschleift.



***
Was die ruhmreiche Armee
Und Walker Bush ihr Protege
Im Kriege noch so alles taten
Werd ich demnächst Euch verraten.

 wird fortgesetzt



Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.