Posts mit dem Label Teil 21 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Teil 21 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 12. Oktober 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-35
Märchenerzähler im Olymp
 - Tosender Beifall -

Wie ein Gewitter brach es los!
Begeistert waren alle
In der Götterhalle.
Ach, was war der Beifall groß!

Keiner wollte sich da schonen.
Fußgetrampel, Ovationen;
Bravo-, Hoch-, Hosiannarufen
Quer durch alle Alterstufen.

Selbst die alten Ahnen
Der Götter, die Titanen,
Klatschten sich aus gutem Grund
Nun allesamt die Hände wund.

Selbst  Zeus ließ sich nicht lange bitten
Um Ares in des Saales Mitten,
Mit einem lauten Donnergrollen
Anerkennung für das zu zollen
Was den Göttern der ganz sacht
Hatte just grad beigebracht.

Klatschten, Stampfen, Applaudieren.
Begeisterung und Akklamieren
Aller und zwar unverzagt,
War im Olymp nun angesagt,
Denn Ares war ja schließlich wer.

Die Lobgesänge und Huldigungen
Von den alten wie den jungen
Unsterblichen im Götterheer
Schallten Orkangewitter gleich
Durch das ganze Weltenreich.

Brüllendes Hurrageschrei;
Tisch- und Stühletrommelei;
Lachen, Frohsinn, Heiterkeit,
So wie einst zur Kinderzeit
Als vor vielen, vielen Jahren,
Sie noch alle unten waren
Bei Homer in Attika
Und der ihnen die Algebra
Sowie das Griechenalphabet
Hatte stoisch Nacht für Nacht,
Vor Trojas Mauern beigebracht.

Jubel, Trubel und Getose.
"Das war eine wirklich ganz famose
Geschichte die du uns hast vorgetragen!"
So hörte Ares im Lärme Hera sagen.

Wie Schaumwein, perlend, prickelnd, munter,
Gingen die Worte ihm hinunter.

Überall frohe Götterminen!
Kein Vortrag hatte bisher ihnen
So wie der seine noch gefallen.
Erinnerung ward wach bei allen
An die Jugendzeit zu Haus,
Noch fernab vom Götterthron,
Im schönen, alten Ilion.

Als abgeebbt war der Applaus
Sang Hestia dem Heldenkorps
Was sie als Kind hat oft gesungen,
Vom Frosch ihr Lieblingsliedchen vor.
Ach wie hat des schön geklungen.

Mein liebstes Haustier
-Autor nicht bekannt -



***

wird fortgesetzt

Freitag, 11. Oktober 2013

Batrachomyomachia

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-34
Märchenerzähler im Olymp

Aus einem alten Schulbuch
- Schreibweise der Zahlen -

"So, nun beherrscht ihr all das Malen!"
Wandte Gott Ares mit Humor
Sich erneut ans Götterkorps.
"Als nächstes", so fuhr er gleich fort,
"Ganz schnell noch ein kurzes Wort
           Zur Schreibweise der Zahlen:"   

  So wie es hier ist schön zu seh'n,
Schreibt man die Zahlen eins bis zehn.


Der Frosch weil er ist kinderreich
Ruft seine Quappen aus dem Teich,
Die turnerisch anstatt zu malen
Aufmarschieren nun zu Zahlen.

Neun Stück des Quappenturnvereins
Steh'n an der Tafel wie 'ne Eins.



Und zur Zwei sind aufmarschiert
Dreizehn Junge schön sortiert
In ihrer grünen Blöße
Fein ordentlich nach Größe.


Siebzehn andere uns zeigen
Wie die Ziffer drei zu schreiben,
So dass man niemals es vergisst,
Für Kinder und für Götter ist.


Als Ziffer vier sind hier zu seh'n
In Reih und Glied der Kinder zehn.


Der Grasfrosch stemmt ganz hoch hinaus
Die Ziffer fünf. So sieht sie aus!
Die Quappen haben sie geschrieben;
Fünfzehn Stück, anbei fünf Fliegen.



Auch die Sechs ist gut gelungen;
Neun rosa Mädchen und neun Jungen
Treten dort im Dauerlauf
Die Zahl zu schreiben, fröhlich auf.



Sechzehn rote Quappen schrieben
Ganz korrekt für uns die Sieben.



Dreizehn Fröschlein, jedes lacht,
Sind aufmarschiert für uns zur Acht.

Und die Eltern, alle zwei
Sitzen unten stolz dabei
Und brüten lustig, ei der Daus,
Noch ein paar weit're Quappen aus.


Frau Grünlich hält im Arm als Bogen
Neun Kinder schön bunt angezogen.

 
Neun Mücken schwirren "summ, summ, summ,"
Direkt vor ihrer Nas' herum.
Doch die Ziffer Neun geschrieben
Wird indes von vierzehn Fliegen.


Am Schluss die Doppelziffer Zehn
Könnt ihr hier im Bilde seh'n.
Auch diese ist den siebzehn jungen
Lustigen Fröschen gut gelungen
Die brav gehorchend, Kind um Kind,
Dazu all angetreten sind."


***

"Wer die Zahlen schreiben kann;"
So fuhr im hoch erlauchten Kreise
Gott Ares fort gar dienstbeflissen
Und fügte sogleich schnell noch  an,
"Der sollte auch in Froschschreibweise,
Die Buchstaben zu schreiben wissen
Und lernen sie zu buchstabieren.
Drum lasst uns keine Zeit verlieren!

Wir beginnen mit dam A.
Wie das aussieht seht ihr ja!

Die Beine grad, den Rücken krumm,
Dazu die Krawatte um;
So wie der Frosch hier vor uns steht,
So beginnt das Alphabet.


Nachdem das A ihm war gelungen
Baten wir den grünen Jungen
Auf Froschart welche ihm war eigen
Uns auch den Letter B zu zeigen.

"Aber nein," sprach der, "um Zeit zu sparen,
Denn bei euch in Ewigkeit
Vertrödelt keiner gerne Zeit,
Könnt ihr es auch hier erfahren
Wie es im Großen Alphabet
Bei uns Fröschen weitergeht."

***


So nun klappt das Buchstabieren
Des Alphabets von A bis Zett.
Lasset  weiter uns studieren
Bis unsre Bildung ist komplett.

Jetzt zeigt uns der Herr Lehrer Grünlich
Auf der Tafel an der Wand,
Was jedem von uns hier ist dienlich,
Wie man QUAK schreibt mit Verstand!


Das große QUAK steht festgeschrieben
An der Tafel als ein Wort.
Doch wir setzen nach Belieben
Uns're Studien weiter fort.

Was als nächstes wir nun schreiben
Ist ein richtig langer Satz
Der als Leitspruch uns soll bleiben
Und ist niemals für die Katz.


***

"Ich habe fertig" gleich danach,
Frei nach TrappTedesco,
Ares zu den andern sprach
Als wär' er selbst el Maestro.

***

wird fortgesetzt

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Batrachomyomachia



Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 21-33
Märchenerzähler im Olymp

Aus einem alten Schulbuch
- Zeichen und malen -

Nachdem Hera in Sachen Gatte
Und seiner Art zu dividieren
Ihre Meinung vertreten hatte,
Und nachklang noch ihr letztes Wort,
Fuhr Ares, ohne sich zu zieren,
In seiner Rückbesinnung fort.


"Als nächstes kommt laut Bildungsplan
Für Kinder nun das Zeichnen dran,"
So fuhr er fort in seiner Rede
Und ohne unnützes Geschwafel
Ging er dabei stante pede
Mit der Kreide an die Tafel.

"Wir zeichnen erst mal ein Oval;
Die Größe ist dabei egal.


Darauf gesetzt zwei halbe Kreise
In fröhlich glotzend runder Weise.
Das sind die Augen für den Frosch.
Als nächstes, ganz weit aufgesperrt,
Eine breite, große Gosch
Mit der er quakt und plärrt.
Dem Torso lernen wir das Springen,
Und zwar auf allen Vieren,
Indem die Schöpfung wir vollbringen
Und anfügen mit festem Strich
Vier Beine. Die sind wesentlich
Stärker als bei andern Tieren
Weil das Tier nebst schwimmen
Auch an Land zu Fuß
Ab und zu mal hüpfen muss.
Falls alle Proportionen stimmen
Malen wir, als A und O,
Ihm zwei Warzen auf den Po."


Nach einer kurzen Atempause
Die angefüllt war vom Applause
Der Götter all im Kreise
Fuhr Ares fort auf seine Weise:

"Doch heute weiß ein jedermann,
Dass man auch anders zeichnen kann.


Frösche gibt es ja so viele.
Die nächsten mal ich im Profile.
Dreimal rechts, dann links herum
Und von vorn fürs Publikum;
Mit Gesichtern fröschlich niedlich,
Mund und Augen unterschiedlich,
Kann das Fröschlein einmal lachen
Oder ernste Mine machen.
Dann zum Ende der Lektion;
Ein Fröschlein wie es hüpft davon."

***

Ohne Pause, froh und heiter,
Berichtete der Kriegsgott weiter
Was er, als er ein Bub gewesen,
Hatte im Schulbuch einst gelesen.

"Wer jetzt verspürt noch Langeweile,
Hole sich flugs, in aller Eile
Wasserfarben schnell herbei
Und malt ohn' lange Zauderei,
Mit Farben die den Ausschlag geben,
Die Frösche bunt, so wie sie leben.
Grün und gelb und braun und blau;
Nehmt es nur nicht so genau.
Die Frösche sollen lustig sein;
Drum gebt auch rot und rosa drein.
So wird das Werk gelingen.
Lasst die Frösche springen."

***

Wenn wir nun das Werk betrachten
Und auf die ganze Machart achten,
Stellen fest wir froh gesinnt,
Dass wir alle Künstler sind."

***

Als Ares just geendet hatte
Schrie Achill: "Das ist famos"
Und er fügte an: "Gestatte
Dass wir es gleich ausprobieren
Selbst so ein Tier mal zu  skizzieren."

Hera rief begeistert "Ja!"
Und all die andern stimmten zu.
"Das wird ein Spaß," lachte Apoll
Und schrie begeistert "Heureka!"
"Mach schnell Athene, bitte du
Besorgst die Stifte, ich Papier
Ich hole es vom Abtritt mir
Dort ist die Rolle noch ganz voll."


Wie besprochen, so getan.
Alle Götter, selbst Gott Pan
Widmeten ihr Tun der Gunst
Des Frosches nun durch ihre Kunst.

Mit Freude und mit Genius
Begannen allesamt sie nun
Etwas im Olymp zu tun,
Was als Seelen postumus,
In der Ewigkeit dort sie,
Als Beschäftigungstherapie,
Bisher hatten nie gemacht.
Ach was hat das Spaß gebracht.


Viele, viele Stunden lang,
Vor keiner Froschgrimasse bang,
Zeichnete das Götterkorps,
Als wär's der schönste Zeitvertreib
Frösche in allen Variationen.

Hera, des Obergottes Weib
Bracht mit Phantasie und mit Humor,
Die lustigsten Bilder von dem Tier
Das am Nilstrom bei den Pharaonen
Als Gottheit wurde einst verehrt,
Von all den Künstlern zu Papier
Welche in der erlauchten Runde
Teilnahmen an der Zeichenstunde.

***

Manche Skizze von den alten
Griechengöttern wär' viel wert
Wenn sie im Original erhalten
Bis heute wär' geblieben noch.

Als kleinen Trost für Euch jedoch
Füge ich hier nun ganz spontan
Ein paar der Frosch-Repliken  an
Die der, der dieses Machwerk schreibt,
Damit auch das erhalten bleibt
Gar künstlerisch und routiniert,
Hat eigenhändig einst kopiert,
Bevor Gott Zeus das Zeug zerriss
Und auf dem Locus darauf schiss.















 - Leider konnten wir hier nur die Repliken der
von den Göttern im Olymp geschaffenen
Kunstwerke einfügen, denn nachdem sich
der Chefgott  auf dem Abtritt damit
beschäftigt hatte, waren die Originale
unbrauchbar geworden -


***


wird fortgesetzt


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.