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Mittwoch, 3. Februar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 51
Bei Hofe

ls 

bei Hofe im hohen Hause
Die Parlamentarier zur Mittagspause,
Es war gerade zwölf vorbei,
Zufrieden mampfend beisammen saßen,
Und ihre Fliegenschnitzel aßen,
Hörten sie plötzlich Kampfgeschrei
So als ob sich draußen schlügen zwei.

Die Fürstin Unki, Krotte von der Laichen,
Ließ sich just den Nachtisch reichen,
Rannte mit dem vollen Teller in der Hand,
Ans Fenster wo schon der Finanzminister stand.

"Die weiße Ratte hatte Recht, fürwahr!"
Sprach der zu ihr, "dort auf dem Platz,
Macht eine Ratte grad Rabatz!"

 "Es ist eine von diesen dummen, schlechten,
Ewig gestrigen, braunen Rechten,
Das sieht man an ihrem kurzen Haar,
Die einen von uns, weil Zeit es sei,
Anplärrt im Lande endlich nun,
Gegen die Flüchtlinge etwas zu tun,
Weil es gar schlecht um Froschland steht,
Und ohne sie es untergeht."


"Sie wollte den aufrechten grünen Christen
Offenbar anwerben will für die Partei,
Der rechten braunen Nationalisten."

"Doch schau nur, die Ratte hat wohl Pech!
Der mutige, gar kecke Grüne,
Obwohl von Statur nicht grad ein Hüne,
Schlägt gar trotzig frech
Mit einem scharfkantigen Stein,
Auf den braunen Spinner ein,
Dass ihm seine Nase blutet."

"Bevor von dannen er sich sputet
Verdeutlicht der mutige Grüne ihm,
Nicht gerade sehr intim,
Während mit gar festen Schritt
Auf den dicken Schwanz ihr tritt,
Dass mit braunen Ratten er,
Weil sie denken all verquer,
Und pfeifen arg verlogen schrill,
Weder reden noch paktieren will!"

Die Fürstin Unki, leichenblass,
Sprach zu ihrem Froschkollegen:

"Wir müssen in unseren Erlass,
Zur Bekämpfung des Terrors, der von außen droht,
Bevor er durch ist und gediehen,
Dieses schlimmen Vorfalls wegen,
Ergänzend auch die Braunen einbeziehen.
Denn wer hier im Lande so verroht,
Wie die Ratte draußen eben,
Bedroht eines friedlichen Bürgers Leben,
In so arger Täuschungslist,
Ist schlimmer als ein Terrorist!"

Der andre stimmte sofort zu.
"Im Reden bist die bessre du!"
Sprach grinsend er mit Hintersinn,
Zur Kollegin von der Laichen.

Die Ministerin vom Kollegen so geehrt,
Hat das nicht erst abgewehrt.

"Gleich nach der Pause zum Beginn,
Der parlamentarischen Nachmittagsschicht,
Falls es erlaubt der Präsident,
Werd ich die anderen erweichen,
Damit sie unserer neuen Sicht,
Und dem was wir beide just berieten
Die Nationalisten zu verbieten,
Zustimmen all im Parlament.

***


Ob das Parteiverbotsverlangen
Im Parlament ist durchgegangen,
Oder scheiterte vor Gericht,
Wissen wir noch nicht.

wird fortgesetzt



Dienstag, 2. Februar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 50
Bei Hofe

ls 

die Ministerin der Verteidigung,
In dem ihr eignen Politschwung,
Noch mit der Lanze in der Hand,
Sich wollte just dazu erfrechen
Diese für sich selbst zu brechen,
Weil sie sich  gar clever fand,
Geschah etwas im hohen Haus
Was keiner jemals hatte dort
Erlebt im Parlament vor Ort.

Von der Zuschauertribüne aus,
Wo sie bislang gesessen hatte,
Um sich das Politgeschehen
An Pausbacks Hofe anzusehen,
Sprang eine große weiße Ratte,
Nach unten dort wo linkerhand,
Die Fürstin Unki fluchend stand
Und in ihrem Rattenhass,
Forderte dass der Erlass
Zur Vernichtung aller Ratten,
Zügig kam vonstatten.

Sie wollte es sich just gestatten
Zu sagen, das man alle Ratten
Weil die all Terroristen sind,
Vernichten müsse ganz geschwind.


Da hielt die weiße Ratte ihr,
Und dem erlauchten Politkorps,
Mit gar stolz gespitztem Ohr,
Ein großes weißes Stück Papier,
Gar mutig des Protestes wegen,
Im hohen Hause kühn entgegen,
Auf dem in schwarzen Lettern stand
Wie sie als Beteiligte empfand.

Abhebend dann auf ihr Geschlecht,
Sprach sie: "Wir sind nicht alle schlecht!"
Und fügte erklärend noch hinzu
Indem der Fürstin sie von nah,
Mit scharfem Blick ins Auge sah:

"Der größte Teil von uns, wie du
Sind friedfertige, liebe Tiere.
Vielleicht ein paar der Offiziere,
Wie jene feige Ratte eben,
Welcher du nahmst just das Leben,
Sind von Troxartes motiviert
Zu Terroristen wohl mutiert!"

Und dann sprach sie weiter kess,
Gar deutlich Mundart Tacheles.

"Und schuld an diesem ganzen Mist,
Ist ein Spaziergänger, welcher als Christ,
(Gemeint ist George, Walker Bush und der Irakkrieg,
 der als Auslöser der derzeitigen Situation gilt)
Von den Seinen angelogen,
In den Krieg ist einst gezogen,
Und ihn hat promt verwonnen.
So hat der ganze Mist begonnen!"


Und dann ließ im hohen Haus
Die Ratte sich noch weiter aus:

"Mit Troxartes, König in Mausulina nun,
Haben nur wenige von uns zu tun!"

"Ein paar von uns, das geb' ich zu,
So wie eben der Filou,
Weil sie in ihrem schlimmen Hass,
Auf den Spaziergänger, glauben dass
Sie könnten so sich an ihm rächen
Und die Seinen derart schwächen,
Dass demnächst jene ihren Thron,
Verlieren an die Mausnation,
Konnte der Herrscher rekrutieren."


"Andre von den hasserfüllten, dummen Tieren,
Wanderten gar hundsgemein
Mit uns Flüchtlingen hier ein.
Sie werden euch und uns sehr schaden!"

"Doch es wäre dumm und feig von euch,
Uns allen die Schuld dafür zu geben!"

"Wie euerm Volk zum Überleben,
Um die Sache auszubaden,
Nach Moses acht im Pentateuch,
(AT, Mos 8,1 - 5; Nur im Nil sollt ihr erhalten bleiben!"
Irgend ein Frosch im Nilstromland
Schützend einst zur Seite stand,
Vertrauen wir auf einen der
Genauso mächtig ist wie Er."
(Gemeint ist der Froschgott Amun, der zusammen
mit den anderen ägyptischen Froschgöttern der Achtheit
im Altertum als oberster Schöpfergott angesehen wurde.)

Und dann, ohne dass es flehend klang
Fuhr sie fort kein wenig bang.

"Ich geb' euch einen guten Rat.
Macht's nicht so wie der Manntierstaat,
Den noch viele von uns kennen
Und Mörderland nur nennen."

Und dabei fügte simultan
Sie sogleich ein paar Bilder an,
Auf denen das grausige Geschehen,
Andeutungsweise war zu sehen,
Das sich dort die braunen Ratten
Von einem wie Troxartes angeführt,
Gewissenlos und ungerührt,
Gar mörderisch geleistet hatten.



"So wie damals das Pogrom
Wuchert ein andres Karzinom,
Derzeit in euerm schönen Lande.
Es ist die gleiche Mörderbande
Die mit Troxartes sym­pa­thi­sie­rt
Und Pausbacks Reich terrorisiert!"

"Ihr solltet den Blick nicht nur nach draußen richten,
 Um den Feind vor Mausulina zu vernichten,
Sondern ihn auch nach innen wenden,
Sonst wird es schlimm mit uns noch enden!"

***
Nachdem sie so geendet hatte,
Verschwand die kluge, weiße Ratte
An Pausbacks Hof, im hohen Haus ,
Unterm Pult in einem Loch.

  
Dort sitzt sie vermutlich heute noch,
Verzichtend auf Applaus,
Um listig auszuspionieren
Wie die Frösche dort regieren,
Um für sich und ihre Anverwandten
Armen Pelztierimmigranten,
Zu erfahren wie in Pausback reichen Lande
Man am besten lebt im Mittelstande

Und wie, was jedem Immigranten frommt,
Man an die Flüchtlingshilfe kommt,
Ohne das eigne Geld zum Leben
Vom schwarzen Konto abzuheben.
 

***

Bei einem Volk mit der Vergangenheit,
So denkt das gute Tier gescheit,
Lebt es sich an Pausbacks Teich
Sicherer als in dessen Nachbarreich.

***
Ob  damit recht hatte die Ratte
Steht auf einem andern Blatte,
Welches Ihr hier im Journal,
Lesen könnt das nächste Mal.

wird fortgesetzt

Montag, 1. Februar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 49
Bei Hofe

evor 

drüber wurde abgestimmt
Wieviel Geld man in die Hände nimmt,
Um die königliche Armee zu modernisieren,
Begann wie immer, vor solch einer enorm
Teueren Streitkräfte-Reform,
Die parlamentarische Diskutiererei,
Darum ob das auch nötig sei.

Zwischen den politischen Parteien
Begannen im hohen Hause
Wortwechsel und Zänkereien,
Die denen an den Stammtischen im Reich
Gleich waren wie auch einfallsreich.

Einer der sich besonders tat hervor
War der Abgeordnete Quadroquor.


Obwohl er einst Soldat mal war
War er dagegen ganz und gar,
Weil es nur Unkis Aufstieg unterstützt,
Auf ihrem Weg zur Kanzlerin,
Aber sonst macht keinen Sinn
Welcher der Truppe wirklich nützt.


"Pausbach hat vor Mausulina doch,
Ihr erinnert euch ja sicher noch,
Gerade erst die Schlacht gewonnen,
Welche Troxartes hat begonnen,
Indem er mit den Ratten alliiert,
Ist gegen uns Frösche aufmarschiert.
Der Mauskönig wurde so total besiegt,
Dass keinen Mausschwanz er mehr kriegt
Der gegen uns für ihn will kämpfen."

***

"Unsere Armee ist stark genug!"
Sprach ein andrer überklug,
Und fügte sogleich noch hinzu,
Ohne die Stimme groß zu dämpfen:

"Die Fürstin Unki, Krotte von der Laichen,
Macht uns ein X vor als ein U.
Sie will für sich und ihresgleichen,
Ich meine dabei die Generalität,
Die ihr all diesen Unsinn rät,
Hochmoderne Manntierwaffen,
Die wir nicht brauchen sich beschaffen."

Und dann las der grüne Thor
Den Seinen aus der Zeitung vor.



"Ein glorreicher Sieg im Westen."
So gab lautstark er zum Besten
Was da im Morgenblatte stand.

Und im Blatte linkerhand,
"Marine versenkt die Mäuseflotte!"
Es war, so las dem erlauchten Korps,
Der Abgeordneten er weiter vor,
Der tapfere Seeheld  Quakiral von Grün,
Der auf seinem alten Potte,
Auf hoher See die Mäuse kühn,
In einer Seeschlacht hat geschlagen!"

Das von der Niederlage im Osten,
Wo Pausbacks Heer auf verlorenem Posten,
Seit Kriegsbeginn schon stand,
Gab er dabei nicht bekannt.

"Was wollt ihr", wollt er just grad fragen.

Da sprang ein Rattenterrorist,
Urplötzlich ins Lurchen-Parlament,
In den Fäusten sein Gegenargument,
Und löschte brutal im hohen Haus,
Dem Parlamentarier sein Leben aus,
Der gerade noch so schön belesen 
Und lebendig ist gewesen.


Wäre nicht Unki Krott gewesen,
Die ohne langes Federlesen,
Den Rattenschuft hat aufgespießt
So dass der niemals wieder schießt,
Hätt' es ein schlimmes End genommen.


Die Fürstin hielt den dreisten Andersfrommen,
Mitsamt seiner Knarre, an der Lanze hoch und sprach:

"Solche Terroristen gibt es bereits hundertfach!
Troxartes schickt sie uns als Unterpfand
Seines Terrors in unser schönes Land,
Um zu beweisen und uns kundzutun,
Dass er so wie die Banditen des IS es nun,
Mit allen Nichtgläubigen in Sachen,
Krieg, Kalifat und Gottesstaat,
Von Mausulina aus will machen."

"Er lässt dort die Ratten rekrutieren
Damit sie hier uns terrorisieren!"

Fuhr mit Nachdruck nun im Wort,
Sie in ihrer Rede fort.

"Wenn demnächst aufgeht diese Saat
Sind wir schlecht dran ohne neue Waffen!"

"Wenn ihr das nicht all erkennt,
Seid ihr hier falsch im Parlament!
Ich rat euch all  fix zu beschaffen,
Was ich gerade gefordert habe."

"Denkt dran bei der Stimmabgabe.
Es gilt diese Ratten zu vernichten
Bevor sie hier noch mehr anrichten!


Der Terrorist an ihrem Speer
Beeindruckte die Parlamentarier sehr.
Dennoch wollten viele von den alten
Fröschen der Stimme sich enthalten,
Weil die königliche Kassenlage,
Vor welcher schwerlich man kann flieh'n,
Ihnen noch viel schlimmer schien,
Als eine schnöde Rattenplage.


***

Als beim Hammelsprunge dann,
Bevor die Stimmabgabe begann,
Einer zufällig aus dem Fenster sah,
Auf den Platz hinaus wo ebenda,
 Eine verfluchte Terroristenratte,
Das MG-Feuer eröffnet hatte,
Um Frösche grundlos umzubringen,
Haben allesamt beim Hammelspringen,
Sie der Fürsten Unki, Krotte von der Laichen,
Mit einem klaren Jawortzeichen,
Sie wollten schließlich überleben,
Ihre Zustimmung gegeben.


So kam es wie es kommen sollte
Exakt so wie's die Fürstin wollte.

Der Kampf gegen das Volk der Ratten,
Welchen sie just beschlossen hatten,
Wurde von Unki Krotte gleich begonnen,
Indem auf einen Kampf ganz scharf,
In ihrer unbedachten Art verwegen,
Sie den Toten aus dem Fenster warf.
Der Prager Fenstersturz war nicht dagegen.



Den Krieg gegen die Mäuse noch nicht gewonnen,
Aber auch noch nicht verloren,
Hat Rache sie dabei geschworen.

Das Volk der Ratten gar verrucht
Hat gar lautstark sie verflucht,
Und ihm gedroht mit Groll im Herzen,
Von keinem im Parlament gerügt,
Es für immer auszumerzen,
Wenn über die Waffen sie verfügt,
Deren Anschaffung sie mit Hilfe der Genossen
Hatte im Parlamente just beschlossen.

***

Wie es bei Hofe weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Freitag, 29. Januar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 48
Bei Hofe

ach

 Teichhilde im Parlament,
Sie kam just von einer Vereidigung,
Setzte inzwischen kompetent,
Die Ministerin der Verteidigung,
Fürstin Unki Krotte von der Laichen,
Den Abgeordneten ein Ausrufezeichen
Hinter ihre Forderung,
Schnellstens mehr moderne Waffen
Für Pausbacks Truppen zu beschaffen.



Es war eine ganze Latte,
Die sie da gefordert hatte.
Jede Menge für das Heer.
Für die Luftwaffe noch mehr
Von der Flotte ganz zu schweigen.

Mit Härtnäckigkeit, die ihr war eigen
Sprach zum Finanzminister sie:

"Beschaff das Geld schnell irgendwie,
Denn sonst ist unsere Armee
Nicht mehr in der Lage das zu tun
Was erforderlich ist nun
Um unser Land rund Pausbacks See
 Gegen die Mausarmee zu schützen."

"Gewehre die nicht treffen nützen,
Das weißt du selber sicher doch,
Von deiner Wehrübung her noch,
Unseren tapferen Soldaten nicht."

"Sie tun zwar alle ihre Pflicht,
Doch ohne gute Ausrüstung und Mampf
Ist wertlos jedes Heer im Kampf.
Mit verrostetem Gerät und leerem Magen
Können die Unsern es nicht wagen
Troxartes nochmals anzugreifen,
Um Mausulina ganz zu schleifen!"

"Doch das wäre dringend jetzt vonnöten!
Wenn wir keine neuen Waffen kriegen
 Können wir Troxartes nicht besiegen!
Das Heer von diesem Höllenhund
Formiert sich schon im Untergrund
Und wird uns hier all töten."

"Ich sag es deutlich. Eile ist geboten!"
"Denke bitte an die vielen Toten
Die wir schon begraben mussten.
Bei solch immensen Froschverlusten
Hält unser Heer nicht länger durch.
Wir müssen den Unsren Lurch für Lurch,
Wenn sie den Krieg gewinnen sollen
Schleunigst beschaffen was sie wollen!"

Und dann zählte sie kurz auf
Was ihr vorschwebte zum Kauf:

"Gewehre, die treffen und Kanonen
Panzer, Haubitzen, Geschütze, Drohnen,
Flugzeuge, Raketen und Granaten,
Kugelsichre Westen, Stiefel, Zelte, Spaten,
Stahlhelme, die im Feld nicht rosten
Auch wenn sie mehr als blecherne kosten.
Hubschrauber welche fliegen.
Matten um darauf zu liegen.
Koppeltragegestelle, Feldsocken, Marschrucksäcke,
Kochgeschirre, Esbitkocher und Feldbestecke.
Putzzeug, Nähzeug, Kleiderbürsten,
Und damit kein Lurch muss dürsten,
Endlich wasserdichte Froschfeldflaschen.
Tarnnetze um sich notfalls zu verstecken.
Nachtsichtgeräte, Panzerfäuste, Decken,
Pullover, Wintermäntel, Froschgamaschen,
Tubenkäse, Stacheldraht und Munition.
Wir haben gar nichts mehr davon.
Taschenlampen die auch leuchten
Und jede Menge vom doppelseitig feuchten
Mehrfach nutzbaren Toilettenpapier,
Farblich möglichst nicht zu matt,
Und pro Frosch und Tag zwei Blatt.
Kernseife zum Rasieren und zum Waschen.
Putz- und Nähzeug für die Rucksacktaschen,
Kurze und lange Fleckfieberunterhosen,
Öffner für Butter- und Verpflegungsdosen,
Lederkoppel mit silbernen und güldnen Schnallen.
Blaue Plastiksäcke für alle welche fallen.
Hygieneartikel für die Damen.
Und am Schluss, so möcht ich raten
Vor allem noch viel mehr Soldaten,
Denn aufgrund deren Fehlzahl geht im Heer
Und bei der Lustwaffe bald gar nicht mehr!"

"Und auch Orden brauchen wir.
Schaut, das ist der letzte hier."
Und dabei heftete sie spontan
Sich selber das Verdienstkreuz an.

 ***

Ach es war fürwahr ein Graus.
Die Minister all im hohen Haus
Zeigten der Fürsten von der Laichen,
Das Zeigefingervogelzeichen.

Und der Hoffinanzminister,
Knauserig wie ein Philister,
Hielt ihr scheinheilig verlegen,
Seinen leeren Geldbeutel entgegen
Und fragte rhetorisch scharf geschliffen.
"Hast du schon mal einem nackten Lurch
In seine Hosentaschen hineingegriffen?"

"Ganz langsam!", sprach Unki nur darauf.
Ich bin damit noch längst nicht durch!"

Und dann zählte sie all das auf,
Was der königlichen Hochseeflotte,
Wenn sie Flagge zeigen soll,
So alles fehlte just am Soll.


In ihrer plötzlichen Marotte,
In Sachen Froscharmeereform,
Hatte sie ihr Fachwissen erweitert ganz enorm,
Und kannte inzwischen allerlei maritime Begriffe.
"Als erstes" , sprach sie, "benötigt die Marine Schiffe!"

Und dann fügte sie spontan
Auch noch all das andre an,
Was eine Flotte haben muss,
Damit sie kommt auf See zu Schuss.


"Die alten Kartoffelschmeißmaschinen
Der Marine nicht mal dazu heut noch dienen
Um eine Feldmaus zu erschrecken
Und sie aus dem Schlaf zu wecken,
Geschweige um Mausulina zu beschießen
Und Pausback sein  Morden zu verdrießen!"

Arg untertrieben, Wort für Wort
Sprach sie: "Es fehlt fast alles dort!
Die Frösche an Bord leiden alle arge Not!
Statt Schiffszwieback gibt's Knäckebrot.
Gar viele quaken schon herum.
Anstatt wie früher täglich Rum
Zum Frühstück und zum Abendessen,
Bekommen Tee sie in den Messen!"

"Flugkörper, Doppelgläser, Seekarten, Zirkel alles fehlt!"

Sie hat nichts beschönigt doch auch nichts verhehlt.

"Nichts ist mehr wie es einmal war.
Im alten Stützpunkt Schlicktau gar,
Wo einst ganze Flotten lagen,"
Sie wagte es sich kaum zu sagen,
"Gibt es kaum noch Schiffe mehr.
Der Hafen dort ist gähnend leer."

"Hingegen an Land in allen Stäben,
Wimmelt es von Admiralen,
Die all ihr letztes Hemd gern gäben,
Um wie einst auf einem dicken Potte
Der königlichen Hochseeflotte
So wie früher stolz zu prahlen."

"Anstatt im Stabe nur zu sitzen
Und dort die Bleistifte zu spitzen,
Um Schiffe auf Papier zu malen,
Und sie träumend anzustrahlen,
Würden sie lieber wie einst  Spee,
Fern der Heimat auf hoher See,
Eine Seeschlacht noch beginnen
Um sie für Pausback zu verwinnen!"

Doch das hat die Fürstin gar gediegen
Ihrem Geldgeber verschwiegen.

Statt dessen führte sie im hohen Haus
Die Misere der Marine weiter aus:

"An Bord ist wirklich aller rar.
Wo früher man bei gutem Essen
Gemütlich hat in allen Messen,
Fröhlich gesungen und gezecht,
Geht es den Fröschen heut gar schlecht.
Statt einem breiten Mützenband
Um den Goulaschtellerrand,
Sind dort nicht mal Trockenfliegen
Zu Dessert zurzeit zu kriegen."

"Doch nicht nur in Sachen Mampf
Bekommt an Bord manch Froschsoldat,
Ganz gleich ob Käpten oder Maat
Täglich einen Magenkrampf!"

Und dann machte sie, es war zum Weinen,
Dem Finanzminister und den Seinen,
Mittels einem Handyfoto klar,
Das kürzlich sie hat aufgenommen
Wie brisant die Lage der Marine war.

  
Selbst die guten, weisen, alten
Taktiken vom sich über Wasser halten,
Oder den Vorsatz nicht zu sinken
Weil die Frösche sonst ertrinken,
Auch das ließ sie die Parlamentarier wissen,
Hat man längst schon über Bord geschmissen.


"Noch weiter darf es dort nicht kommen,
Denn sonst ist es für Pausbacks Flotte,
Vom Kutter bis zum letzten Potte,
Einschließlich der Admiralität
Für alle Zeit zu spät!"

Ich brauche zehn Milliarden, und zwar sofort
War in ihrer Red das letzte Wort.

***

Was der Finanzminister seines Zeichen
Von Schock und Trauer übermannt,
Der Fürstin Unki Krotte von der Laichen,
Nach deren  Bitte gab bekannt,
Vor allen anderen im Saal,
Berichten wir das nächste Mal.

***

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.