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Sonntag, 1. März 2015

Im Elysium


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 113
- Im Elysium -

"Die Geschichte war famos"
Lachte da Latona los.
"Doch eines muss ich euch noch sagen,
Denn es fällt mir just grad ein."

Und dann begann sie vorzutragen,
Wie es gewesen könnte sein.

"Ihr erinnert euch an Isis
Die in ihrer Lebenskrisis
Den toten Gatten so geschickt
Zusammen hatte einst geflickt,
Dass der selbst tot für ihr Begehr
Vollziehen konnt' noch den Verkehr.

Ihr fragt euch sicher wie das ging.

Sie benutzte jenes Ding
Das in Memphis einst der Fluss antrieb.
(Siehe Lucia Gahlin "Ägypten" S. 58 - 59)
Es war des Gatten Penis, der
Von einem großen Fisch verschluckt,
Verbracht worden war einst bis hierher
Und dort vom Fisch an Land gespuckt.

  
Wie Aristoquakes es beschrieb,
Ausgehöhlt und präpariert
Mit Froschskelett und Amun's Samen.



Damit hat in Osiris Namen,
Als Sperber getarnt sie mastubiert.

  
So wurde Horus einst posthum
Gezeugt mit Hilfe von Amun."

***


"Das Ding war lang noch in Gebrauch!"
So fuhr Latona, keck im Wort,
Vor den andern Damen fort
Und fügte sogleich dann
Auch das Folgende noch an:

"Andere benutzten es später auch!
"Manch Pharao inkognito,
Wurde so im Isis-Stil,
Damit gezeugt am Mittel-Nil.

In Amuns Samen eingetaucht
Wurd der Dildo gern gebraucht,
Solang bis jemand Sethos Zwo
Den oft benutzen Zauberstab,
Mit auf die letzte Reise gab."

***

"Schau an, schau an" rief da Athene
Provozierend zu Helene,
Und fügte arg gehässig an:

"Du brauchst deshalb nicht rot zu werden.
Wir kennen alle deinen Mann
Und wissen von seinen Potenzbeschwerden
Die er seit Jahren hat bei Nacht."

Da haben die andern all gelacht,
Denn sie wussten, dass privat
Die Schöne für ihr letztes Geld,
Weil ihr Mann sie ließ im Stich,
Bei Beate Use sich
Auch solch ein Ding hatte bestellt
Und auch was sie damit tat.

"Wir wissen es alle" sprach sie heiter
Schäbig dann zur andern weiter.
"Du brauchst dich deshalb nicht zu grämen
Oder dich vor uns zu schämen.
Was du da machst in Diskretion
Tat Isis in Ägypten schon,
Das haben eben wir erfahren,
Vor fast fünftausend Jahren.
Nur hatte im Alten Reiche die
Im krassen Gegensatz zu dir,
Das wissen heute alle hier,
Noch kein Modell mit Batterie."

Schallend haben alle acht
Nun im Elysium gelacht.

"Die Technik, für den Fall des Falles,
Bietet heute wirklich alles,"
Gab Aphrodite lachend zu.

"Ich mach es auch damit wie du.
Ich bin ja schließlich auch nicht prüde.
Wenn Hephaistos abends müde
Aus der Schmiede kommt nach Haus,
Fällt er immer öfter aus.

Wenn er mir nicht was ich will tut,
Greif ich, wie's am Nil ward Brauch.
Ab und zu zum Dildo auch
Und tu mir damit selber gut.

Doch gab beim Kauf ich darauf Acht,
Ich hab das neueste Modell,
Mit Vibrator langsam - schnell,
Dass er keine Geräusche macht,
So wie Helenes stundenlang,
Wenn es surrt im dritten Gang.

***

Noch bestimmt 'ne ganze Stunde
Nachdem abklang der Applaus,
Tauschten die Damen in der Runde
Ihre Erfahrungswerte aus,
Die sie mit dem Plastikgatten,
Alle bei Nacht gemacht schon hatten.

***

Hera machte dem ein Ende.
"Hört auf damit, es ist genug!"
Rief sie, worauf sie die Legende
Den anderen vom Frosch vortrug,
Welcher, was unglaublich klang,
In Miskolc in die Sülze sprang.




Der Frosch in der Sülze
 - Juditta Turozzi -


Im 19. ten Jahrhundert erlebte die Miskolzer Stahlindustrie ihre Blütezeit.
Der Rohstoff wurde von der heutigen Slowakai nach Miskolc gebracht. Der Weg dorthin war sehr lang. Es gab mehrere Raststätten, wo sich die Arbeiter, die mit ihren vollgeladenen Karren unterwegs waren, ausruhen konnten. 
Eine dieser Raststätten war die "Pipa Tscharda" in der Innenstadt von Miskolc.
Eines Tages kehrte dort eine größere Gruppe von Arbeitern in die Tscharda ein und es traf den Koch völlig unerwartet und unvorbereitet.
 Zudem war nur ein Kellner in der Tscharda verfügbar an diesem Tag ... es herrschte also Hochbetrieb in der Küche.
Der Koch überlegte  was er für die vielen Gäste schnell zubereiten könne. Sein Wahl fiel auf Sülze.
Er machte sich sofort an die Arbeit!
 Damit die Sülze am ziemlich warmen Sommertag schneller erstarren konnte, brachte er sie in die Keller, wo es schön kühl war. 
Im Keller wohnten aber auch Frösche und sprangen dort fröhlich  hin und her.
 Der Koch beeilte sich sehr und so vergas er, einen der Töpfe zuzudecken. 
So geschah es, dass einer der Frösche zufällig  in der fast fertig erstarrten Sülze landete und darin gefangen blieb.
Der Kellner, der die Speisen servierte, weil auch er sehr in Eile war, bemerkte nicht, dass in einer der Sülzen ein lebendiger Frosch stak.
 Im Speiseraum, wo es sehr warm war, kam der mit der Sülze zusammen erstarrte Frosch langsam zu sich und begann sich zu bewegen und aus der Sülze heraus zu blinzeln.
Der Gast wollte die Sülze eben verzehren als er plötzlich den aus der Sülze freundlich blinzelnden Frosch erblickte.

 Er erschrak - aber dann brach er in lautes  Lachen aus!



Seitdem gilt das Sprichwort:
"Du blinzelst ja, wie der Frosch in der Miskolzer Sülze!"

***

wird fortgesetzt



Samstag, 21. Februar 2015

Im Elysium


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 105
- Im Elysium -

"Die eigenen Götter zu vernichten,
So wie die Juden es berichten
In Passuk, Tora, Gemera,
In Midrasch , Talmund et cetera
Und wie man heute es noch glaubt,
Hätt' kein Ägypter sich erlaubt."

Athene schnaufte zornig und fuhr fort:
"Was weiter geschehen ist dann dort,
Hab weil neugierig ich gewesen
Im Passuk gestern nachgelesen:"

"Aaron mit des Bruders langen
Stock hat damit angefangen,
Am Nil in jenen alten Tagen,
Als er sein Volk wollte befreien,
Auf den Grünen einzuschlagen,
Um ihn zu vermaledeien."


***

Was dann am Nil geschehen ist
Kein Batrachit jemals vergisst.
(Batrachiten wurden von den Römern all jene
Menschen genannt, die dem alten ägyptischen
Froschgottglauben nicht abschwören wollten.
Ihnen wurde der Zuzug ins römisch Reich verwehrt)

Heut klingt das freilich sehr absurd.
Der Frosch, als er getroffen wurd',
Hat sich, wie durch Zauberei,
Geteilt. Aus dem einen wurden zwei.

Und als Aaron auch die erschlagen wollte,
Es sich stets wiederholen sollte.

Immer wenn in Glaubensnöten,
Er auf einen Frosch einschlug,
Um den Hässlichen zu töten,
Fand eine Froschverdopplung statt.
Da war, und das mit Recht und Fug,
Sogar der alte Moses platt.

Er hat die Schultern nur gezuckt
Und vor dem Bruder ausgespuckt
Und als Stümper ihn verflucht.

Der hat es noch einmal versucht,
Mit dem gleichen Resultat.
Das Volk indessen in der Tat
Schlug weiter auf die Frösche ein.
Man wollte nicht mehr Sklave sein."

"Vernichtet sie, die blöden Frösche"
So schrieen die Israeliten,
"Auf dass  der Froschglauben erlösche
Und die Frosch-Verehrungsriten,
An denen die Heiden sich erlaben,
Endlich hier ein Ende haben!"

Und dann erlebte Amrams Sohn
(Amram und Jochebed sind Moses Eltern)
Jenes schlimme Froschpogrom,
Von dem die Bibel heut noch spricht,
Nur eben halt aus andrer Sicht.

Als Moses brüllte: "Lasst es sein.
Das verdammte grüne Vieh
Ist verzaubert irgendwie
Und es hat fürwahr den Schein,
Als könnt' es eine Gottheit sein,"
War es beinah schon zu spät.

Die Frösche in Religiosität,
Vom Judenvolk dazu gebracht,
Nun tausendmal verhundertfacht,
Hatten im Ägypterland,
Erneut nochmals die Oberhand,
Vom Manne mit dem Stab gezwungen,
Für Amun und den Pharao errungen."

***

"Die Frösche am Nil in jenen Jahren,"
So fuhr Pallas Athene heiter
In ihrer Froscherzählung weiter,
"Vermutlich jene Grünen waren
Welche die Evangelisten,
Als sie an den Tiber kamen,
So wie am Nil die Kopten-Christen,
Zu Hause sich als Vorbild nahmen."

"Der Froschlurch wurde zum Symbol
Welcher die ersten Jahre wohl,
Wie einstmals im Ägypterland,
Für Wiederauferstehung stand
Und deshalb hat als Wappentier
Man ihn sich auserkoren hier."

"Doch wie die Schriften es beweisen,
Auch Juden jene Frösche preisen
Die dereinst in Moshes Namen
Am Nil zu Ruhm und Ehre kamen.

Weil auf göttliches Verlangen,
Fest im Glauben sie wie Löwen,
Damals in die heißen Öfen
Mutig und ohne Zaudern sprangen
Und nicht wie Moses, welcher wankte,
Dabei Gottes Namen priesen,
Jahwe es den Grünen dankte.

Er ließ sie alle überleben,
Im Gegensatz zu Moshe eben!

Jenen hat er abgewiesen.
Er durfte nicht ins Heilige Land
Das er für die Seinen fand."

Er durfte nur hinübergucken
Und musste Jahwes Urteil schlucken.

Die Frösche indes am Jordan dort,
Leben vergnügt so wie im Nil auch fort.
Sie können über all die Sachen
Von früher sogar Witze machen.....




...Und preisen Gott: "Kidusch Haschem"
Dass selbst Paulus Zwo beim Requiem
Das sein Nachfolger in Rom,
Für ihn hielt im Petersdom,
Unter seiner Holzsargplatte,
Seine Freude daran hatte. 

Moshe Rabbejnu nahm sich die

 Lehre der Frösche nicht zu Herzen

Ein Schriftgelehrter von heute...

 ....erklärt die Sache von damals... 

so

 

Zur Parscha dieser Woche gibt es einen interessanten Ba’al haTurim. Der Ba’al haTurim gibt uns auf seine rätselhafte, geheimnisvolle Art immer Stoff zum Nachdenken. Zum Satz „und bringe herauf („ve’ha’al“) die Frösche auf das Land Ägypten“ [Schemot 8: 1] weist er darauf hin, dass das Verb „ve’ha’al“ nur noch an einer weiteren Stelle in der Torah erscheint. Die andere Stelle befindet sich gerade vor der Beschreibung des Todes von Mosches Bruder: „Nimm Aron und seinen Sohn Elasar und bringe sie auf den Berg Hor.“ [Bamidbar 20: 25]
Was ist die Verbindung zwischen dem Heraufbringen der Frösche und dem Hinaufbringen von Aron auf den Berg Hor? Der Ba’al haTurim verweist auf eine Talmudpassage, welche die Frösche Ägyptens lobt, weil sie bereit waren, auf den Befehl G’ttes hin, in die Öfen zu springen. Die Gemara sagt, dass die Frösche, die in die heissen Öfen sprangen, als Lohn für ihre Aufopferung für G’ttes Namen, auf geheimnisvolle Weise gerettet wurden. [Pesachim 52b]
Der Ba’al haTurim weist darauf hin, dass Aron und Mosche die Möglichkeit hatten, den g’ttlichen Namen zu heiligen („Kidusch Haschem“). Sie hätten, als sie bei Mej Merivah Wasser für die durstige Nation hervorbrachten, mit dem Felsen sprechen sollen. Weil sie den Felsen schlugen, statt mit ihm zu sprechen, fiel ihr Kidusch Haschem geringer aus. Aus diesem Grund mussten sie sterben. Das ist der Zusammenhang. Wieso musste Aron auf dem Berg Hor sterben? Weil er sich die Lehre der Frösche nicht zu Herzen genommen und keinen so vollendeten Kidusch Haschem wie sie bewirkt hatte.
In der letztwöchigen Parscha beklagte sich Mosche bei G’tt, dass Er nichts unternehme, um Israel zu retten. Darauf entgegnete G’tt: „Jetzt sollst du erkennen, wie ich mit Pharao verfahren werde.“ [Schemot 6: 1] Der Talmud bemerkt dazu: „JETZT sollst du erkennen, wie ich mit Pharao verfahren werde, aber du wirst nicht sehen, was ich den 31 Königen Kana’ans antun werde – weil du nicht dort sein wirst.“ [Sanhedrin 111a] Vergab Mosche demnach die Möglichkeit Erez Israel zu betreten zu Beginn der Geschichte des Auszugs aus Ägypten, als er G’ttes Fähigkeit anzweifelte, die Juden zu retten?
Die Frage ist klar. War dies der Zeitpunkt und der Anlass, bei dem Mosche seine Chance, Erez Israel zu betreten, vergab? Wie bringen wir diese Aussage des Talmuds mit den Pesukim in Einklang, die Mosche’s Verbot, das Land Israel zu betreten auf seine Sünde zurückführen, dass er es bei Mej Merivah unterlassen hatte, G’ttes Namen zu heiligen?
Ich sah zu diesem Widerspruch eine interessante Erklärung: Im Grunde genommen war es Mosches Unglaube an G’tt in der letztwöchigen Parscha, die sein Schicksal besiegelte. Rabbejnu Jonah sagt, dass es eine Sünde gibt, für welche keine Sühne möglich ist, nämlich die Sünde der Entweihung des g’ttlichen Namens („Chillul Haschem“). Falls ein Mensch einen Chillul Haschem begeht, sühnt nicht einmal der Jom Kipur und auch kein Leiden. Es gibt jedoch, obwohl es keine Sühne für Chillul Haschem gibt, eine Mizva (Gebot), die dem entgegenwirkt: die Mizva von Kidusch Haschem (Heiligung des g’ttlichen Namens).
Sogar wenn ein Mensch seine Verbindung zu Haschem abbricht, weil er einen Chillul Haschem gemacht hat, besteht immer noch die Möglichkeit einer Wiedergeburt dieser Beziehung mittels Kidusch Haschem. Wir fühlen uns nicht wohl bei dieser Wortwahl, aber dies entspricht der Situation, in der jemand, der geistig gestorben ist (wegen seinem Chillul Haschem) jetzt „wiedergeboren“ wird.
Aus diesem Grund blieben die Frösche am Leben. Sie sprangen in die heissen Öfen, was sie eigentlich umgebracht hätte. Dank dem Kidusch Haschem, den sie vollbrachten, kamen sie ins Leben zurück.
Das ist die Botschaft von Chasal (unserer Weisen): Mosche Rabbejnus Schicksal war am Ende von Parschat Schemot besiegelt, als er G’tt vorwarf, nichts zu Israel’s Rettung zu unternehmen. Bei Mej Merivah besass er die Möglichkeit, diese Sünde auszulöschen und einen Kidusch Haschem zu schaffen. Hätte er dies getan, wäre ihm „Wiedergeburt“ gewährt worden. Ein neuer Mosche Rabbejnu, sozusagen, wäre geschaffen worden; ein Mosche, der nicht vom Beschluss „JETZT sollst du erkennen, wie ich mit Pharao verfahren werde“ getroffen wurde. Dieser neue Mosche Rabbejnu hätte Erez Israel betreten können.
Mosche Rabbejnu misslang der Kidusch Haschem bei Mej Merivah. Er schaffte es nicht, wie der Ba’al haTurim schreibt, von den Fröschen zu lernen, was Kidusch Haschem bewirken kann. Deshalb blieb sein unglückseliges Urteil bestehen und er durfte das Land Israel nicht
betreten.

wird fortgesetzt




Im Elysium


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 104
- Im Elysium -

"Ja in Ägypten, notabene"
Bemerkte da Athene,
"Wie ihr sicher alle wisst,
Der Frosch ein Gott gewesen ist.

Viele Jahrtausende hindurch
Galt als heilig dort der Lurch.

In Hermopolis am Nil
Hatte der Gott sein Domizil.

Neben Heket und den Ihren
Zählten Amun, Kek, Nuh und Heh
Froschköpfig zu jenen Tieren,
Die am Nil seit eh und je
Bei den Ägyptern den uralten,
Als die Allergrößten galten.

Selbst nach dem Ketzer Echnaton,
Der was man nicht versuchen sollte,
Die alten Götter stürzen wollte,
Saßen sie noch auf dem Thron.

In El- Armarna haben zu viert
Sie nebst Heket weiterhin regiert.

Alle großen Pharaonen
Haben sie am Nil beschützt
Und durften neben ihnen thronen.

Von der Priesterschaft gestützt,
Zählten hefner und querer durch die Zeit
Stets zu des Pharaos Geleit.


Frosch-Amulette in Mumienbinden
Sorgsam den Toten für das Leben
Im Totenlande mitgegeben,
Die Archäologen heut noch finden.



***

Als dereinst in Gott Jahwes Namen,
Die Juden nach Ägypten kamen,
Zogen die Frösche sich ein Stück
Aus Goschens Sumpfwiesen zurück
Um im Nil sich zu verstecken.

Sie waren allesamt verstört
Denn sie hatten wohl gehört,
Wie alte Bilder es belegen,
Dass die vielen und arg kessen
Fremdarbeiter Frösche essen
Und versteckten sich deswegen."



***

"Als Moses Aaron dann den Stab
Um ihn auszustrecken gab,
Stieg sogleich zu beider Schrecken,
Gott Amun in Person, oh Graus,
In Froschgestalt vom Nil heraus."


***

"Wenn es um die Wahrheit geht,"
Sprach Athene sichtlich heiter,
Zu den Götterdamen weiter,
"Ist falsch was in der Bibel steht!"

***

Und dann wies sie mit Hintersinn
Auf einen alten Midrasch hin,
Der im Passuk steht zu lesen.
 (siehe unten)

"Ein einzelner Frosch ist es gewesen
Und nicht Millionen, wie die Bibel sagt.
Der hat sich den beiden unverzagt,
Gar mutig in den Weg gestellt.

Moses darauf arg verprellt,
Hat seinem Bruder aufgetragen,
Den armen Heiden zu erschlagen.

Es waren die Juden, die in Goschen
Auf die Frösche einst eindroschen
Und nicht die Ägypter, wie verdreht
Es heut verfälscht im Talmud steht!"


***



Hör doch auf, diese blöden Frösche zu schlagen!

Der Passuk sagt: "Und Aharon neigte seine Hand über die Gewässer Ägyptens und der Frosch kam heraus und bedeckte das Land Ägypten." [Schemot 8:2] Raschi erläutert die Tatsache, dass das Wort Frosch in Einzahl geschrieben ist ("Zefarde'a"). Jeder weiss, dass diese Plage mit Hunderttausenden, wenn nicht Millionen von Fröschen geschah; wieso besagt der Passuk, dass zu Beginn nur ein Frosch den ägyptischen Gewässern entstieg?
Raschi bezieht sich auf einen Midrasch und erklärt, dass zu Beginn wirklich nur ein einziger Frosch herauskam. Die Ägypter schlugen diesen Frosch mit ihren Schwertern und bei jedem Schlag teilte er sich wieder. Weil sie dauernd auf die Frösche einschlugen, vermehrten sie sich geometrisch bis es Hunderttausende und Millionen von Fröschen gab.
Was können wir aus diesem Midrasch lernen? Der „Steipler“ gibt folgende Erklärung: Betrachten wir doch die Situation. Die Ägypten erwarteten sicher nicht, dass der Frosch sich verdoppeln würde, als sie ihn zum ersten Mal schlugen. Aber nachher schlugen sie ihn nochmals und nochmals und... Bei jedem Schlag teilte er sich wieder. 'Wach' doch auf und riech' schon den Braten!' Hör doch auf, diese blöden Frösche zu schlagen! Wieso schlugen sie sie weiter? Sie sahen doch, dass sie die Sache nur schlimmer machten, wenn sie weiter auf die Frösche einhieben. Wieso hörten sie nicht auf?
Der Steipler erklärt, dass die Ägypter bei jedem Schlag auf die Frösche wütender und wütender wurden. Wenn ein Mensch wütend wird, verliert er den Kopf und ist zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Sicherlich war es logisch, dass sie hätten aufhören sollen, die Frösche zu schlagen; aber wenn ein Mensch vor Wut bebt und frustriert ist, verliert er die Kontrolle über sich. In diesem Moment vergisst man jede Logik. Logik ist die Sprache der Vernunft. Für einen Wütenden zählt der Verstand nicht mehr.
Leider sind wir alle von diesem Konzept betroffen. Wir alle kennen das Gefühl, wütend zu werden und die Kontrolle zu verlieren. Wir sind uns der schlimmen Lage bewusst, in der wir uns befinden. Wenn wir die Kontrolle über uns verlieren, sagen wir die dümmsten Sachen. Wir hören nicht mehr darauf, was uns die Anderen entgegnen. Wir geraten ausser Kontrolle.
Das trifft auf einen Menschen zu, der nur gelegentlich wütend wird. Wie sieht es jedoch aus, wenn jemand dauernd in Wut gerät? Dieser Mensch steckt in tiefen Nöten, denn er hat keine Kontrolle mehr über sich. Sein Leben ist grauenvoll, da er so oft ausser sich ist. Der Talmud sagt: "Über einen Menschen, der dauernd wütend wird, regieren alle Formen der Hölle." [Nedarim 22a] Die einfache Lesart dieser Gemara besagt, dass ein zorniger Mensch in der kommenden Welt mit einem strengen Gerichtsverfahren zu rechnen hat und alle Formen des Gehinnoms (Hölle) über ihn herrschen werden.
Rav Jerucham Leibowitz fügt hinzu, dass diese einfache Lesart nicht den ganzen Sinn der Gemara wiedergibt. Die Gemara spricht nicht nur über die Strafe, die auf diesen Menschen in der kommenden Welt wartet. Die Gemara sagt auch, dass ein Mensch, der dauernd in Wut gerät in DIESER Welt bereits die Hölle erlebt! Das heisst, wütend zu sein und ausser Kontrolle zu geraten.
Das erklärt auch, warum ein erboster Mensch, der - statt aufzuhören - kopflos weiter auf die Frösche eindrischt, alles noch schlimmer macht und sich damit die Hölle auf   Erden bereitet.

wird fortgesetzt




Freitag, 20. Februar 2015

Im Elysium


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 31 - 103
- Im Elysium -

"Ja, die Nilfrösche sind klug!"
Führte nun Hebe weiter aus.
Ein ganz besonders kluges Tier,
Wohl aus dem Götteracht-Geschlecht,
Das wissen, denk ich alle hier,
 Ritt gar auf einem Hecht.





Doch damit längst noch nicht genug
Einst drangen sie in jedes Haus
Und haben, so wird es berichtet,
Die Menschen beinahe vernichtet,
Indem sie in alle Töpfe sprangen,
So als wären sie besessen,
Und in den Brotteig gar eindrangen,
Um ihn gänzlich aufzufressen.

Sie haben überall herumgelungert.
Fast wär' Ägypten dran  verhungert.

Und dann trug Hebe mit Humor
Den Ägypter- Plagen- Frosch- Poem vor.

In Englisch, mit Bildern auch dabei
Erzählte sie von Plage Zwei
Die Moses, als alles schien verloren,
Hatte am Nil heraufbeschworen.


Die Zweite Ägyptische Plage

  

Die Ägypter hatten mehrere Bezeichnungen für Frosch, am häufigsten gebraucht wurde das lautmalerische qerer. Nicht nur das Quaken des Frosches wurde aufmerksam registriert, sondern auch seine Gewohnheiten, und die Vertrautheit mit Aspekten seines Lebenszyklus liessen ihn zum Symbol für Fruchtbarkeit, Schöpfung und Regeneration werden. Das Bild der Kaulquappe (hefner) wurde zur Hieroglyphe für 100000, die man häufig zusammen mit dem Schen-Ring oder der eingekerbten „Jahresrispe“ sieht; damit wird der Wunsch ausgedrückt, dem König möge eine Regierungszeit von 100 000 Jahren beschieden sein.

Die Gottheit, die am häufigsten mit dem Frosch assoziiert wurde, war Heket, eine Gefährtin des Schöpfergottes Chnum. Schuf er die Menschheit auf seiner Töpferscheibe, so diente sie häufig als Personifikation der Niederkunft, insbes. der letzten Phasen der Wehen. Im Mittleren Reich (2055-1650 v. Chr.) ist Heket häufig auf magischen Gegenständen abgebildet, die wahrscheinlich bei Ritualen im Zusammenhang mit Empfängnis und Geburt Verwendung fanden.
Die Verbindung von Frosch und Schöpfung wird auch dadurch unterstrichen, dass Heh, Keku, Nun und Amun, vier der acht Gottheiten, die die Achtheit des Schöpfungsmythos von Hermopolis bilden, froschköpfig gewesen sein sollen. Frosch-Amulette wurden zuweilen in die Mumienbinden gewickelt oder als Talisman getragen. Selbst unter Echnaton (1352-1336 v. Chr.), als die meisten althergebrachten religiösen Überzeugungen missbilligt wurden, trug man noch Frosch-Amulette, von denen viele in Echnatons neuer Hauptstadt (El-Amarna) hergestellt wurden. Mit dem offiziellen Einzug des Christentums in Ägypten im 4. Jh. N. Chr. wurde der Frosch als koptisches Symbol für Wiedergeburt beibehalten.

Siehe auch hier

***

 wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.