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Donnerstag, 24. Januar 2019

Machwerk R.W. Aristoquakes
- Des Mausekönigs Beisetzungsfeier -
Teil 50 - 23
Buch  IV
Teil 4

ausbach
 sah wie Leckemülle zuckte.
Als er just eine Schnecke schluckte,
Hat ihre Antwort er gehört.

"Das lasse ich bestimmt nicht zu,
Dass ausgerechnet einer wie du,
Der kein Moslem sondern Christ,
Und noch dazu ein Grüner ist,
Mein Stiefkind sich gar bauernschlau,
Aus Machtgier nimmt zur Ehefrau,
Ist wahrlich unerhört!"
Hat zornig sie sich drob empört.

Im Saale war es still indes,
So dass alle hörten es,
Als Mäusli, König Pausbacks Braut,
Aufstand und "dummes Weib" schrie laut.

Und dann fügte sie spontan,
Weil sie grad stand, ein Nachwort an.

"Als Troxartes Witwe", sprach sie kess,
"Hast du zwar Anrecht auf Regress,
Für den Lateralschaden im Land,
Der im Krieg am Teich entstand,
Doch in Macht- und Glaubensfragen,
Hast Du nichts mehr nun zu sagen."



"Wenn du willst kannst du bei Hofe,
Dienen demnächst mir als Zofe,
Wie es einst meine Mama tat,
Bis dein Mann ins Bett sie bat,
Und sie danach, gottlob,
Zur Fürstin bei Hof erhob."

***

Alle hatten es gehört.
Doch keiner hat sich dran gestört,
Und es gab auch kein Gelächter,
Denn alle wussten ganz genau,
Dass nebst seiner eignen Frau,
Wenn Leckemülle auf Sex mal nicht,
So wie es ihr Gatte war erpicht,
Zum König, als er lebte noch,
Manch junge Maus ins Bettchen kroch.

"Troxartes war kein Kostverächter!"
Mischte sich nun Friedlieb ein.
"Gutes Essen, Gesang, Weiber und Wein,
Das gilt es hier noch mal zu sagen,
Bei all der Last, die er zu tragen,
Als Vater und Leckemülles Gatte,
In seinem Amt als König hatte,
Waren sein einziges Vergnügen,
Das er sich geleistet hat.

Niemals werden wir vergessen,
Welch einen König wir besessen
In diesen schweren Zeiten haben.
Ihn, der mit seinen Führungsgaben,
Hat unser Volk im Krieg geführt.
Wegen Kleinigkeiten postum zu rügen,
Anstatt ihm Ehre zu erweisen
Und seine Taten hoch zu preisen
Wie's dem Verblichenen gebührt,
Wäre schändlich in der Tat."

Dann bracht er auf die tote Maus,
Dankbar einen Trinkspruch aus.

"Ich hoffe, was seiner Seele frommt,
Nämlich dass sie in den Himmel kommt."

Alle stimmten zu und tranken.

"Wir haben Troxartes viel zu danken!"
Fuhr Friedlieb danach stante pede,
Fort in seiner Trauerrede.

"Er war ein tapferer, gescheiter
König" sprach er tief gerührt,
"Der unser Volk hat angeführt."

Und dann fuhr er seufzend weiter:

"Schade! Er könnt noch immer leben,
Hätt' man ihm nicht das Zeug gegeben,
Das von einem Manntier ward erfunden,
Welches impotent ganz offenbar,
Ohne es, zum Sex nicht fähig war."

Dann griff er erneut zum Glas.
Und fuhr mit klugem Wort
Und sanfter Stimme fort:

"Und nun hört zu, ich sag euch was:"

So kündigte er ganz spontan,
Seinen nächsten Trinkspruch an.

"Auf Troxartes alle eingeschworen,
Obwohl es nichts zu holen gab,
Da beißt keiner von uns den Faden ab,
(Da beißt die Maus keinen Faden ab)
Haben wir den Krieg verloren!"

"Es hilft nichts dagegen anzustinken.
Und uns erneut mit den Fröschen zu verkrachen.
Es gilt zu Freunden die Grünen uns zu machen.
Lasst uns auf König Pausback trinken
Und auf Mäusli seine liebe, hübsche Maus."

Dann hat er erneut das Glas erhoben
Und fuhr in seiner Rede fort gemach
Indem er zu den Mäusen sprach:

"Lasst uns alle nun geloben,
Dass in Zukunft wir nur ihnen
So treu wie Troxartes bisher dienen!"

Danach rief Pausback er zum Kaiser aus.

Beide Völker nun vereint,
Haben den Toten kurz beweint
Und dann, wie einstmals die Franzosen,
Auf ihren Kaiser angestoßen.

"Lang lebe Pausback unser Kaiser,
Riefen mit lautem, frohem Schalle,
Alle Trauergäste in der Halle.
Gut zehn Minuten sicher noch,
Erklang der Ruf "er lebe hoch!"


***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Samstag, 19. Januar 2019

Beisetzungsfeier

Machwerk R.W. Aristoquakes
- Des Mausekönigs Beisetzungsfeier -
Teil 50 - 22
Buch  IV
Teil 3

as
 die Tafel hat gefasst,
War im königlichen  Mauspalast,
Damit sich niemand konnt' beklagen,
Mehr als reichlich aufgetragen.

Trüffel, Schinken, Kaviar,
Sahne, Kekse, Nüsse, Butter,
Alles was im Krieg war rar,
Torte, Pudding, Marmelade,
Braten, Speck und Schokolade,
Gespendet von des Königs Mutter,
Gab es da in Hüll und Fülle.

Kandierte Früchte, aller Sorten.
Auch Käse, Lachs und Marzipan.
Mit allem, was Manntiere so horten,
Weil es ihnen besonders schmeckt,
War der Tisch reichlich gedeckt.

All das, was man im Ramadan,
Wenn man nachts beisammen saß,
Nach dem Fasten brechen aß.

Troxartes Witwe Leckemülle,
Den Trauergästen wohl gewogen,
Wollte sich nicht lumpen lassen
Und ihr Erbe schnell verprassen,
Bevor Pausback und die Seinen kamen
Und was ihr gehörte, nahmen.

Wie Mäuse bei Hof zu leben pflogen,
Wollt sie mit all den leckren Speisen
Protzend dem Froschkönig beweisen.

***

Als jener mit Mäusli schließlich kam
Und Platz an der gedeckten Tafel nahm,
Hieß sie die Trauergäste all willkommen.

Als alle hatten Platz genommen,
Sprach sie: "Die Dunkelheit bricht an.
Lasst vor dem Schmausen und dem Zechen,
Wie sich's gehört im Ramadan,
Gemeinsam nun das Fasten brechen.
Dabei reichte sie den Trauergästen,
Wie's üblich war bei solchen Festen,
Als Gastgeberin, in aller Ruh
Den Teller mit Brot und Datteln zu,
Wobei sie selbst sich nicht vergaß
Und eine von den Früchten aß.

Als Pausback nebst sich Mäusli sah,
Die gleichfalls aß von dieser Frucht,
Rief er bei "Amun " Mashallah"
Und hat es auch damit versucht.

"Nicht schlecht" dacht' er, während er aß.

Leckmülle, die ihm gegenüber saß,
Wünschte allen "guten Appetit!"

"Das Essen hier ist exquisit"
Musste Physignatus denken
Und lud sich, was man nicht machen soll,
Den Teller bis über den Rand hin voll.

"Leckmülle deine Weinbergschnecken
Wirklich ganz vorzüglich schmecken,"
Lobte kauend noch, die Witwe er
Und nahm davon noch ein paar mehr.


"Du brauchst dir den Magen nicht verrenken!"
Erwiderte Troxartes Gattin ihm,
"Alles was du siehst nun hier,
Gehört ja sowieso jetzt dir,
Denn ihr habt den Krieg gewonnen."

"Es wäre durchaus legitim,
Euer Land zu okkupieren
Und diesen Palast zu annektieren,
Denn ihr habt den Srauss begonnen!"
Gab Pausback drauf zur Antwort ihr
Und fügte an "was seinerzeit,
Mit Krümeldieb geschah,
Ging mir und meinem Volk sehr nah
Und tut uns allen heut noch leid."

"Doch Leckemülle glaube mir,"
Fuhr er dann kauend weiter fort,
"Das gäbe nur wieder neuen Zwist.
Ich halte mich als guter Christ,
Lieber an das Bibelwort
Liebe deinen nächsten so wie dich!"

Und dann fuhr er froh und heiter,
Über die Mäuse amüsierend sich,
Erklärend in Richtung der Witwe weiter:

"Meine Nächste, das verrat ich dir,
Sitzt zu meiner Rechten hier!"

"Sie ist", ergänzte er geschwind,
"Wie Krümeldieb, Troxartes Kind.
Dein Gatte, doch das weißt du ja,
War nicht nur dir im Bette nah.
Er hat das hübsche Kind bei Nacht,
Mit einer anderen gemacht."

"Ich hab verlobt mit Mäusli mich,
Und weil euer beider Sohn,
Der Thronfolger Prinz Krümeldieb,
Ertrunken ist gar jämmerlich,
Auf hoher See für immer blieb,
Und Troxartes auch ihr Erzeuger war,
Erbt, das ist hoffentlich auch dir nun klar,
 Sie der Thronfolgereihung nach, den Thron!"

Danach brachte er im hohen Haus
Einen Toast auf  Mäusli aus:
"Lang lebe meine hübsche Braut!"

Dann hat zu Ende er gekaut.

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt





Dienstag, 15. Januar 2019

Beisetzungsfeier

         Machwerk R.W. Aristoquakes         
- Des Mausekönigs Beisetzungsfeier -
Teil 50 - 21
Buch  IV
Teil 2

er 
Thronsaal lag im Kerzenschimmer
Als König Pausback, Troxartes in memoriam,
Der Königin zu kondolieren kam.

"Sein Mauseschwänzchen steht noch immer!"
Dacht er als auf dem Weg zum Grab,
Mit gesenktem Haupt, den Tränen nah,
Er seiner Trauer Ausdruck gab.

Acht seiner tapfersten Epheben,
Trugen ihn, der einst im Leben,
Ein wahres Musterexemplar
Von einem Mäuse-Kriegsherrn war,
Wie's üblich war beim Militär,
Im Gleichschritt ohne viel Gehabe,
Auf den Schultern nun zu Grabe.



Im Zug dahinter, familiär,
Verschleiert, seufzend Weh und Ach,
Folgte des Königs Witwe nach.

Gleich hinter ihr hat zum Geleit,
Sich König Pausback  eingereiht.

Neben ihm schritt Mäusli, die
Troxartes einst in Bigamie,
Der Mauser war kein treuer Gatte,
Gezeugt mit einer Fürstin hatte.


Im rosa Pelz, sehr schick, mit Scharm,
Eingehakt an Pausbacks Arm,
Ach was sah sie reizend aus,
Verließen sie das Trauerhaus,
Um Troxartes, der in schweren Zeiten
Sein Mäusevolk so tapfer führte,
So wie es sich gebührte,
Zum Gottesacker zu begleiten.



Den beiden schlossen sich spontan
All die andern traurig an,
Welche in wahren Völkerscharen,
Aus nah und fern gekommen waren,
Um den Toten zu lobpreisen,
Und ihm die Ehre zu erweisen,
Welche sich Leckmülles Gatte
Zu Lebzeiten erworben hatte.


Dem Zuge, mit Trauer im Gebaren,
Beladen schwer mit Grabbeigaben,
Sie mit Troxartes zu begraben,
Folgten die Rattenkrieger nach,
Welche im Krieg an seiner Seite
Kämpften im Froschmäusestreite.


So zogen mit der toten Maus,
Allesamt mit traurigem Gesicht,
Wie der Sitte es entsprach
Auf den Friedhof sie hinaus.

Die Trauerrede, trotz des Zipperleins, der Gicht,
Die ihn seit vielen, Jahren plagte,
Was er jedoch keinem sagte,
Durfte der einstige Gefährte Friedlieb halten.
Im Kriege ergraut und altersschwach
Auf dem Schlachtfelde geworden,
So wie die meisten von den Alten,
Die, als Troxartes jung noch war,
Die Schulbank Tag um Tag und Jahr für Jahr,
Hatten mit dem Kronprinz einst gedrückt,
 Hat nun der greise Veteran,
Seine Vaterlandspflicht getan.


Wie sich's gehört, mit Schwert und Orden,
Das mausgraue Gewand
Festlich und feierlich geschmückt,
Trat er an den Grabesrand.


Umständlich räusperte er sich,
Bevor zu reden er begann.

"Wir sterben alle irgendwann!"

Sprach er mit Traurigkeit im Wort
Und fuhr mit bewegter Stimme fort.

"Das hat Troxates auch gewusst!"

"Doch dass er so früh sterben musst,
Ist schrecklich denn nun wird uns klar,
Welch großer Heerführer er war."

"Sein Tod", so sprach er tief betroffen,
"Kam viel zu früh. Just als im Krieg
Unser Volk konnt' einen Sieg
In der letzten Schlacht erhoffen,
Ist der glorreichste von allen
Königen die wir je hatten,
Für sein Volk im Kampf gefallen.

Bevor Troxartes wir bestatten,
Ihn hier ins kühle Erdreich betten,
Lasst mich ihm zum Abschied sagen,
Dass unsre Feinde wir geschlagen
Mit seiner Hilfe sicher hätten!"

***

"Die Frage stellt sich nun nicht mehr."
Hakte König Pausback ein,
Der mit Mäusli an der Hand,
Neben Troxartes Witwe stand,
Und einsichtig, den Trähnen nah,
Hinab nun auf den Toten sah. 

Obwohl er gegenteiliger Ansicht war
Machte den Trauernden er klar, 
Dass er den dummen Krieg nie wollte,
Aber dem Mäusevolke nicht mehr grollte,
Das, weil Troxartes es belog,
Gegen ihn zu Felde zog.

(Krümeldiebs Tod war nach Ansicht des Froschkönigs ein

 unvermeidlicher Badeunfall und nicht der ihm unterstellte Mord)
 

"Friede soll ab heute sein!"

"Unsere stolzen und gar kühnen
Völker gilt es zu versühnen.
Deshalb kam auch ich hierher,
Zu erflehen Gottes Segen,
Für den, den wir zu Grabe legen."

Dabei warf im Feindesland,
Das hielt er für geboten,
Nach Friedlieb eine Handvoll Sand,
Er zum Abschied auf den Toten.

Mäusli an seiner Seite auch,
Tat, wie verlangte es der Brauch.

Doch statt krümeliger Erde,
Warf sie in Zorn und Seelenpein,
Auf dass ihr Vater Asche werde,
Ins Grab den Fels ihm hinterdrein,
Der dem armen hübschen Ding,
Seit jenem fürchterlichen Tag,
Als er sich an ihr verging,
Auf ihrer zarten Seele lag.

Sie hatte dabei gut gezielt.
Das Wurfgeschoss, aus der Distanz
Geworfen traf Troxartes Schwanz
Und blieb liegen auf den Hoden.

Danach sackte das zu Boden,
Was verursacht durch Viagra's Macht,
Den König hatte umgebracht.

Dann wurde das Lied vom guten Kameraden
Dem Toten zur Ehre laut gespielt,
Und danach gänzlich unverdrossen,
Sieben Schuss Salut geschossen.

Danach schritten alle die geladen
Zu Beerdigung des Königs waren,
Mit gar traurigem Gebaren,
Voran Pausback mit Mäusli, seiner Maus
Zum Palast zwecks Leichenschmaus.

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.