Posts für Suchanfrage Krümeldieb werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Krümeldieb werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Sonntag, 2. November 2014

Die beiden Kriegsherrn


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 27- 8
- 9. Kriegstag -
- Die beiden Kriegsherrn -

Die beiden Kriegsherrn unterdessen
Hatten andere Interessen.

So wie sie stets zu tun es pflogen,
Wenn draußen auf dem Feld der Ehre,
Es brenzlig wurd für ihre Heere,
Hatten sich zurückgezogen.

Sie spielten klug und geistig wach
Anstatt zu kämpfen lieber Schach,
Weil dabei nicht das Blut gleich fließt
Und einem den ganzen Krieg verdrießt.


Während draußen in der Schlacht
Wurd die Drecksarbeit gemacht,
Unterhielten sich die zwei
Nebst der Holzbrettspielerei,
Wo einer wollt den andern schlagen,
Über aktuelle Fragen.

Auch über den Krieg wurde gesprochen.
"Ja, das hat mein Sohn verbrochen",
Hat die Maus zum Frosch gesagt.
Psicharpax der dumme Bub
(Sohn des Mäusekönigs, der vom Frosch angeblich
 ersäuft wurde und  die Ursache für den Beginn
der kriegerischen Auseinandersetzung war. An anderer
Stelle auch Krümeldieb oder Bröseldieb genannt)
Im pubertären Wachstumsschub,
Ich hab mich auch schon aufgeregt,
Hat uns alle reingelegt.

Er ist damals, ich sag es offen,
Als mit dir zur See er fuhr,
In Wirklichkeit gar nicht ersoffen.
Er hat die Sache inszeniert,
Um mein Mitleid zu erregen.
Ich hab geschimpft mit ihm deswegen
Als er zurück nach Hause kam.
Worauf er seine Rüstung nahm
Und mit Langschwert, Pfeil und Bogen
Aus Protest ist in den Krieg gezogen.

Der gute Bub, es ist zum Weinen,
Wird noch sterben in der Schlacht."

Pausback wollt das nicht verneinen
Doch sprach zum andern er bedacht
Und ohne jede Stichelei:
"Ach was, der Krieg ist bald vorbei.
Dein Sohn kommt sicherlich nach Haus."

Dann  warf er ihm die Dame raus
Und sprach grinsend: "Du bist schachmatt."
Da war der Mäusekönig platt!

"Doch um bei deinem Sohn zu bleiben,"
Fuhr Pausback freundlich lächelnd fort;
"Der  neigt, scheint mir zum Übertreiben
Und führt gern das große Wort.

Als er an der Schilfrohrbucht
Mich am Teich hat einst besucht,
Hat zu meinem Missbelieben,
Er ein wenig übertrieben
Als er von sich und auch danach,
Von seinen werten Eltern sprach."

"Was hat denn Krümeldieb gesagt?"
Hat Troxartes da gefragt
Und fügte sogleich ganz spontan,
Einen Nachsatz auch noch an:

"Der Bub ist sicher kein Genie;
Doch übertreiben würd' er nie.
Dafür ist er zu bescheiden!"

Pausback wollte es vermeiden
Den Gastgeber des Buben wegen,
Erneut nun nochmals aufzuregen.
Doch der Wahrheit wegen dann,
Fing er zu berichten an:

"Er sprach von sich, als wär' er reich
Und dass rein gar nichts wär' mein Teich,
Gegen all die Ländereien
Seines Vaters: Jene seien
Zig tausendmal größer als mein Pfuhl.
Und dass zu Haus auf güldnem Stuhl,
Er würd' nebst seinem Papa sitzen,
Der auf der nördlichen Hemisphäre,
Der größte aller Herrscher wäre.

Du würdest so viel Land besitzen,
Dass die Sonne, wenn sie am Himmel steht,
Niemals darin untergeht.
Es reicht, log er, vom Hellespont,
Nach Westen bis zum Horizont
Und noch, so führte er es aus,
Ein gutes Stück ins Meer hinaus.

Und er sprach, mich zu verstimmen,
Und eure Lebensart zu preisen,
Über all die leckeren Speisen,
Welche ihr beim Mahl genießt.
Ihr würdet all im Reichtum schwimmen,
Weil Honig dort bei euch nur fließt,
Wo bei uns die Flüsse pur
Führen simples Wasser nur.

Krümeldieb, das lass Dir sagen,
Hat ziemlich dick einst aufgetragen,
Als ich ihn am Teich erwischte,
Wo er sich nach einem Zank
Mit einem Wiesel grad erfrischte
Und von meinem Wasser trank.

Er wollte mich gar glauben machen,
Dass euer Volk und eure Rasse
Wär' auf der Welt die Herrscherklasse,
Der ich, weil er vor dir das wüsste,
Mich tunlichst unterordnen müsste.

Weil Mäuse, darauf wollt er wetten,
Eine bessre Herkunft hätten,
Als wir Frösche; und auch du
Wärst makellos; es stünd' euch zu
Unser stolzes Volk am Teich
Verpflichten zum Fron in euerm Reich.
Du würdest binnen ein paar Wochen
Mich und die meinen unterjochen.

All das und noch viel dümmere Sachen
Hat Krümeldieb mir aufgetischt,
Als ich ihn hab am See erwischt,
Wo, das will ich nicht verhehlen,
Er das Wasser wollt mir stehlen!"

Da musste Troxartes lauthals lachen.
"So ist er nun einmal mein Sohn!"
Sprach er mit Stolz im Unterton.
"Er scheut das Wasser so wie ich,
Denn unser Volk versteht es eben
An Land viel besser noch zu leben
Als du mit deinem Lurchenvolk
Im Teiche unterm Uferkolk.

Wir haben alles was wir brauchen
Und müssen deshalb nicht erst tauchen!"

Der Froschkönig vernahm den Hohn
In seines Gegenübers Ton,
Doch ließ er sich nicht provozieren
Und fuhr statt dessen stante pede
Fort in seiner Klagerede.


"Und am Schluss hat ungefragt
Dein Filius mir noch gesagt,
Dass ihr die edelsten von allen Tieren
Wäret weil ihr all zusammen,
Würdet von Apoll abstammen,
Und der, so sprach er frank und frei,
Noch heute euer Schutzgott sei.

Er hat den Mund sehr voll genommen
Als wir miteinander sprachen.
Doch als er auf meinem Rücken saß
Und ich mit ihm bin los geschwommen,
Ist vergangen ihm der Spaß.
Da hat er ohne jeden Grund
Gewinselt wie ein feiger Hund!"


Auch der Mäusekönig jetzt
Ließ den andern nicht erkennen
Dass seinen Sohn feige zu nennen
Ihn gar tief hatte verletzt.

Um Streit jetzt zwischen ihnen beiden
In seinem Hause zu vermeiden
Fuhr beschwichtigend mit Stolz im Wort
Er zu seinem Gaste fort:

"Was mein Bub dir hat beschrieben,
Ist alles wahr, das kannst du glauben.
Er hat sogar noch untertrieben.
Du wirst es nachher selber sehen
Wenn nach nebenan wir gehen,
Und ich dich nach 'nem Honigbade,
In mein Haus zum Essen lade.
Es gibt Käse heut mit Trauben.
Das Bad davor, wie immer hier,
Damit auch alles passt
Und du alles hast,
Bereitet meine Gattin dir.

Ich hab ihr viel von dir erzählt.
Seit ich mit Leckmüll bin vermählt,
Tauschen wir uns rege aus.
Sie ist eine kluge Maus
Und eine Schönheit obendrein,
Auf die ein König stolz kann sein.

Sie ist die schönste Maus von allen.
Du wirst ihr sicher auch gefallen."

Pausback wollte protestieren
Obwohl er Appetit schon hatte.

"Du brauchst dich bei uns nicht zu zieren"
Sprach indessen Leckmülls Gatte.
Fühl dich bei uns ganz zu Haus."

"Vor dem Festmahle jedoch,"
Fuhr fort die königliche Maus,
"Ein paar klare Worte noch:"

"Dass wir Mäuse all zusammen,
Vom Griechengott Apoll abstammen,
Ist bei uns hier unbestritten.
Doch unsere guten alten Sitten,
Und unser ganzer Lebensstil,
Stammen noch aus der Zeit am Nil,
Wo vor vielen tausend Jahren
Unsere Ahnen Götter waren.

Als kleinstes Säugetier der Welt
Unter Ägyptens Himmelszelt,
So war dereinst der Status Quo,
Regierten wir nebst dem Pharao."

***

Wird fortgesetzt







Montag, 4. Mai 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 32 - 10
- 9. Kriegstag -

er 

König nahm mit Missbehagen
Die Meldung des Kuriers entgegen
Und ließ diesen dann zum Ritter schlagen
Mit Psycharpaxes goldnen Degen,
(Gemeint ist Krümeldieb der Sohn des Mäusekönigs
Troxartes, der einst von Froschkönig Pausback ersäuft
wurde und den ganzen schlimmen Konflikt ausgelöst hatte)
Der Waffe, die dem Sohne er
Schenken wollt wenn achtzehn der
Geworden wär' der liebe Sohn,
Und Erbe von Mausland wie dem Thron.

Bohrkäser, der Flinkmauser zum Ritter schlug,
Sprach zu ihm als er dieses tat:


"Du hast Glück, der König eben
Hat mir den Befehl gegeben
Das für ihn in Ehrensachen,
Da er beschäftigt ist, zu machen.

Er meint du wärst ein tapferer Soldat
Und vermacht mit Recht und Fug
Die Waffe seines Sohnes dir
Weil du verdienst ein solch Panier.

Es ist nebst Edelstein-Dekor,
Geschmiedet aus dem besten Stahl,
Für Parteckfresser Junior,
Vom Schmied Hephaistos dazumal,
Als der vor etwa einem Jahr,
Zu Besuch beim König war.

Für seinen Sohn Prinz Krümeldieb,
Den er hatte einst unsäglich lieb,
Und welcher ward sein ganzes Glück,
Hat Troxartes dieses Meisterstück,
Von Hephaistos schmieden lassen.

Weil der sein Leben musste lassen,
Lässt zu seines Sohns Gedenken
Der König dir das Schwert nun schenken.

Parteckfresser lässt dir sagen,
Du sollst es stets mit Würde tragen
Um seinem toten Sohn zu Ehren
Den Ruhm des Vaters auch zu mehren."

"Und achte auch auf die Gravur
Von deinem neuen Wegbegleiter,"
Sprach Böhrkäser zum Ritter weiter,
"Die auf der Klinge beiderseits
Zu lesen steht als Kampfanreiz.
Es ist das Wort -Excalibur-
Das für Troxartes Sohnemann
Hephaistos selbst hat eingraviert.

Des Schwertes Klinge so verziert
Bedeutet, dass wer damit ficht
Und im Krieg tut seine Pflicht
Für den König und den Thron,
Wie es der Vater für den Sohn,
Krümeldieb in jeder Schlacht,
Wenn leben der würd', hätte gemacht,
So wie ein jeder echte Mann,
Kein Gefecht verlieren kann!"

Flinkmauser, der neue Mäuseritter
Dachte indessen gallebitter,
Bei sich im Stillen ganz verhohlen,
Dass man ihn nur ködern wolle
Damit er weiterkämpfen solle,
Die Kastanien aus dem Feuer zu holen
Mittels des neuen Schwertes Macht,
Für den König in der Schlacht.

Doch andrerseits war er auch stolz
Und nicht geschnitzt aus Jammerholz.

Er nahm die Waffe dankend an
Und gürtete zur Schlacht sich dann,
Um ohne zu zaudern und zu zagen
Im Felde dazu beizutragen,
Wenn der Streit erneut beginnt,
Dass Troxartes ihn gewinnt.

***

Indessen in der Feldherrnhalle,
Die Mausführer versammelt alle,
Gar treu dem König untertan,
Schmiedeten an einem Plan
Mit welchem, wenn er gut durchdacht,
Man die Völkerkriegsentscheidungsschlacht
Im Felde an des Stromes Lände,
Gegen die alliierten Kampfverbände
Siegreich noch beenden könne.


"Wenn man sich keine Pause gönne"
Schlug Rattazahn von Mauslingsloch.
Der Scharführer des dritten Korps
Den Mäusegeneralen vor,
"Gäbe es eine Change noch,
Den Krieg gegen die Frösche binnen
Ein, zwei Tagen zu gewinnen."

Und dann erläuterte spontan
Er den anderen den Plan.

***
wird fortgesetzt



Donnerstag, 10. November 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 8 – 59

Pfiffigquatsch berichtet über

seine Dienstzeit bei der Marine


on den

Geschichten die ich meine,

Athene hat sie ausgewählt

Und damals heimlich mir erzählt,

Berichte ich dir nun die eine“

Hörte der Feldmarschall ihn sagen.

Dann hat der Leutnant vorgetragen

Was bei Athene auf der Matte

Im Bette er erfahren hatte.

„Die Story befasst sich mit dem Tode

Von Krümeldieb. Wie der Rhapsode

Pseudo-Homer uns hat gedichtet

Im Froschmäusekrieg berichtet,

Ist Psicharpax auf See geblieben.

Troxartes einst und seine Lieben

Haben ihm, er starb zu jung,

Für uns wohl zur Erinnerung

Ein Denkmal in der Stadt gesetzt.

Athene hat mich hin gehetzt.

Im Mausoleum von Athen

Hab den Grabstein ich geseh’n.

Die Hände gefaltet ich ihn fand.

Er lag in ganz oben auf dem Stein

Als träumte er in den Tag hinein.

„In Memoriam“ darunter stand.

Sieben Jahre lebte er

Lange schon vor unsrer Zeit.

Zweitausend Jahre oder mehr

Sind seitdem ins Land gezogen.

Das Zeichen für die Christenheit

Haben seine Attentäter

Die Froschsoldaten ungezogen

Angebracht Jahrzehnte später

Um vom alten Glaubensdenken

Zum neuen Gotte hinzulenken.

Die Sache ist deshalb von Belang

Weil sie uns den Zusammenhang

Von Homers Zeit und der Iliade

Sowie König Pausbacks Eskapade

Und dem neuen Buch erklärt

Welches jene, die es kennen,

Schlicht das Buch der Bücher nennen.

Marmorstein bestens bewährt

Jahrtausende zu überdauern

Suchten sich die Künstler aus

Um den Toten zu betrauern

Und seine Taten zu lobpreisen.

Psicharpax Krümeldieb die Maus,

Darauf gilt es hinzuweisen,

Ging in die Geschichte ein.

Mit Sehbold Pausback im Verein

Fuhr sie als Kapitän in spe

Als erste Maus der Welt zur See.

Ich wollt die Leiche exhumieren

Um sie nach Haus zu transportieren

Wo in der Heimat steht ihr Loch

Samt der Vorratskammer noch

Die von Troxartes angeregt

Krümeldieb hatte angelegt.

Stundenlang hab ich gegraben.

Ohn‘ dass ich von dem toten Knaben

Den kleinsten Rest im Grabe fand.

Sein Leichnam kam abhanden.

„Vermutlich ist er auferstanden“

Sprach Athene welche bei mir stand

„Wie in der Batrachomyomachia“.

Da fiel mir ein, dass ebenda

Psycharpax der Titelheld

Als erste Maus der neuen Welt

So wie dereinst Jesu Christ

Tatsächlich auferstanden ist.

Dass dies der Querverweis drauf war

Nach dem ich suchte schon so lang,

Nämlich dass die Batrachomyomachie

Mit der Bibel irgendwie

Steht im Text-Zusammengang

Wurde mir Dank Athene klar.

Da fiel mir plötzlich wieder

ein

Dass auch das Poem gefälscht soll sein

Und seither glaub ich keinem mehr

Der uns verkaufen will

die Lehr

Von Jahwes Sohn den auferstanden

Seine Jünger wiederfanden!

Die zweite Geschichte, notabene

Stammt ebenfalls noch von Athene.

Sie befasst sich mit `nem Stein

Der edel ist doch nicht ganz rein.

„Die Homer Apotheose“,

So Athenas Diagnose,

„Ward in Rom der neuen Zeit

Geschaffen von der Christenheit.

Sie ist nichts als ein simples Replikat

In welchem das Siebencode-Traktat

Als Schüssel zum Neuen Testament

Versteckt wurde. Auf Pergament

Der Zahlencodex Eins Stich Sieben,

Fein säuberlich, einst aufgeschrieben

Ward, dass man ihn nicht gleich entdeckt

Im inneren des Steins versteckt.

Die Christen in Rom, im Untergrund“,

So Athenas Kunstbefund,

„Um Ihre Thesen zu erhalten,

Mussten das Kunstwerk umgestalten.

Die Inschrift aufs Testament bezogen

Wurde ein bisschen umgebogen.

Dass man den Bibelcode entdeckt

Hat man ihn listig so versteckt,

Dass später ihn ein kluger Mann

Im Versteck auch finden kann.

Parallel dazu nicht dumm

Schrieb man auch das Epos um,

So dass als Schlüsselwerk verfasst

Es zu den Evangelien passt.

Die Urschrift der Batrachomyomachia

Von Pseudo-Homer dereinst geschrieben

Lag längst als Apokryphia

Und handschriftliche Hypothek

In der vatikanischen Bibliothek.

Nach Petrus, Linus Anaklet,

Fehlte“, Athene wurd konkret,

„Den Päpsten es an Intelligenz.

Nach Gregor, Urban und Innozenz,

Dem Pontifex Alexander Sieben

Wird das Verdienst heut zugeschrieben

Den Bibelcode entdeckt zu haben.

Aus Schutt in Rom einst ausgegraben

Fand er ihn geheimnisvoll,

Im Marmorstein verpackt antik,

In der Archelaos Stein-Replik,

Und zwar im Kopfe von Apoll.

Pallas Athene zum Beweis,

Gab mir `ne Skizze, die mit Fleiß

Im Jahr sechzehnhundertfünfzig-acht

Galestruzzi hat gemacht.

Sie beweist uns klipp und klar,

Dass damals nichts beschädigt war

Am alten Kunstwerk; erst danach

Als man in Rom wurd langsam wach,

Wollte es Alexander wissen.

Dort wohin die Muse zeigt

Mit dem Stab auf P und X,

Ließ er meißeln seinerzeit.

Unter Vaters Hemd verrucht

Haben sogar sie gesucht

Und ihm dabei beim Graben

Den Oberschenkel abgeschlagen;

Doch gefunden hat man nix.

Acht Köpfe hat man abgerissen

Um nach dem Bibelcode zu suchen.

Ich hör' den Papst noch heute fluchen.

Sechs Musen, Pistis und dem Dichterling

Er suchend an den Kragen ging

Bevor er mangels Sachverstand,

Zufällig, was er suchte fand.

Er hätte fertig es gebracht

Und kunstgeschichtlich sündig

Auch Papa den Garaus noch gemacht.

Doch Zeus sei Dank, er wurde fündig.

Unter Apollos Kopf versteckt

Hat schließlich er den Code entdeckt

Der seit Petrus so wie die Rollen

Von Qumran auch, galt als verschollen“.

Zum Beweis gab mir Athene

Ein Foto auf welchem jene

Neun erwähnten Steinfiguren

Kopflos waren. Als Auguren

Betrachten seit jenem Tag in Rom

Die Päpste sich im Petersdom.

Übrigens: Auch Frosch und Maus

Schlug man aus dem Werk heraus

Welche zu des Dichterkönigs Füßen

Bei Galestruzzi uns noch grüßen

Und auf die Batrachomyomachia

Verwiesen hatten ebenda.

„Erzähl, erzähl, erzähl doch mehr

Denn so was interessiert mich sehr“

Bettelte der Oberfeldmarschall.

Du kennst dich aus schier überall.

Ich bitte dich, erzähl doch weiter“.

Pfiffigquatsch drauf: „Als Hauptgefreiter

War ich dreimal in Athen.

Ich habe auch Hera schon geseh’n.

Ich traf sie dort im Heraion

Mit Hephaistos ihrem Sohn.

Der hat mir diesen Schild gemacht

Den ich benutz in jeder Schlacht.

Es ist ein Kunstwerk. Sieben Häute;

Hephaistos keine Mühe scheute.

Darüber eine Schicht Metall“!

„Zeig her“ rief da der Feldmarschall.

Fachmännisch sah der Heeresmann

Sich das Schmiede-Prunkstück an.

„Wahrhaft“ sprach er, „ein Meisterstück;

Dein Schild, so scheint’s mir, bringt dir Glück.

Der Frosch darauf ins Gold getrieben,

Ist bis heute heil geblieben.

Und er wird es wohl auch bleiben.

Da kannst du dir die Hände reiben.

Er sieht Pausback ähnlich; wohl deswegen

Wagen es seine Frosch-Kollegen

Nicht durch ihn hindurchzustechen.

Für Physignatus die Lanze brechen

Wollen die Froschsoldaten alle.

Aber nicht in diesem Falle.

So lange du den Schild kannst tragen

Wird kein Grüner es je wagen

Dich dahinter anzugreifen.

Vor Pausbacks Bild sie alle kneifen.

Dir wird sich keiner widersetzen.

Keiner will den Rex verletzen.

Kein Frosch wird sich dazu erfrechen

Durch Pausbacks Bild hindurch zustechen.

Mein Glückwunsch dir zu diesem Schild.

Auf so was wär ich auch noch wild“!

So sprach der Feldmarschall vom Heer.

„Doch nun“, so fügte er spontan

Sogleich seinem Lobgesange an,

„Mein lieber Freund, erzähl mir mehr

Von Deiner Fahrenszeit auf See“.

„Ich war Bootsmann, mit Portepee“

Fuhr Pfiffigquatsch mit flinkem Wort

In seiner Berichterstattung fort.

„Wir ankerten querab von Theben.

Auch dort gab‘s manches zu erleben

Was einem echten Fahrensmann

Nur bei der Flotte widerfahren kann.

An Land hab Kadmos ich getroffen;

Wir haben die Nacht dann durchgesoffen.

Der tapf’re Sohn des Atenor

Kam sich arg verschaukelt vor.

Den Drachen hatte er erschlagen.

Seit vierzehnhundertsechzig Tagen

Diente Ares er zur Strafe

Für den Drachenmord als Sklave.

Ich sah sofort, der Mann hat Sorgen.

„Heiraten muss ich“ sprach er; „morgen

Wird Ares Töchterchen die kleine

Süße Harmonia die meine“.

„Das ist kein Grund zum traurig sein“

Sprach ich. Darauf lud er mich ein.

Dem neuen Freunde wohlgewogen

Hab ich die Ehe dann vollzogen.

Harmonia wie abgemacht

Hab ich zu seinem Weib gemacht.

Er war wie man auf Deutsch das nennt,

Für den Vollzug zu impotent.

Mir kam es auf die Freundschaft an.

Für ihn hab ich es gern getan.

Wenn immer er mich hat gebeten

Sprang ich ein ihn zu vertreten.

Ino, Semele und Agave

Zeugte ich; die gute brave

Harmonia ließ es gern geschehen.

Fünf Mal durfte ich sie sehen.

Polydoros und mein letzter Spross

Der Nachzögling Illyrios,

Ach, was war ich damals gut,

Sind mein eigen Fleisch und Blut.

Einmal, das war nicht so doll,

Ich war des Gerstensaftes voll,

Schickte ich der Liebe wegen

An Land hinüber den Kollegen.

Der Oberstabsbootsmann von Beiß

Zahlte mir einen guten Preis

Um bei der hübschen, ach so frommen

Harmonia zum Schuss zu kommen.

Er hat für Kadmos es vollbracht

Und Autonoe ihm gemacht“.

„Erzähl, erzähl, erzähl doch mehr;

Denn solches erlebt man nicht beim Heer“

Bettelte der Feldmarschall.

Der Leutnant drauf: „Ein andermal

Liefen wir mit unserm Schiff

Vor Mykene auf ein Riff.

In Argos gingen wir ins Dock

Um den Schaden zu beheben.

Nach einem heißen steifen Grog

Ging ich an Land was zu erleben.

Sechs Wochen lagen hoch und trocken

Wir in der Werft. Landgang bis zum Locken.

Ach was macht die Fahrenszeit

Spaß wenn man die Möglichkeit

Jeden Tag zum Landgang hat.

Mykene war die schönste Stadt

Die ich bis dahin nebst Athen

In meiner Fahrenszeit geseh’n.

Ich bin bestimmt weit rumgekommen.

Die ganze Welt genau genommen

Habe ich mir angeschaut.

Mit jedem Kontinent vertraut

Schwärm ich noch heut von Griechenland

Wo ich so manche Schönheit fand.

Ach was ist der Wein dort gut

Und die Weiber; deren Glut

In den Augen brennt wie Feuer.

Manchmal gab die ganze Heuer

Mit sehnsüchtig verwirrtem Sinn

Ich schon beim ersten Landgang hin.

Doch auch später bargeldlos

War an Land es stets famos.

So wie die Griechen selbst beim Sparen

Auch wir dort nicht sehr sparsam waren.

Leben und auch leben lassen

War damals unsere Devise.

Feiern, sumpfen, hoch die Tassen.

Damals noch so fern der Krise

Als noch Feuer in uns brannte

Keiner das Wort sparen nannte.

Wir lebten wie es sollte sein

An Bord so in den Tag hinein

Und haben an Land dort Nacht für Nacht

Was wir nicht hatten durchgebracht.

Wie so mancher Haderlump

Lebten auch wir einst oft auf Pump.

Keiner von uns dacht ans Morgen.

Wir verdrängten alle Sorgen.

Auch ich, das muss ich eingesteh’n

War so wie alle in Athen“.

Was ich hab, so dachte ich

Das kann mir keiner nehmen.

Doch manchmal schon, gelegentlich

Musst‘ ich mich dazu bequemen

Einen Funkspruch heimzusenden

Und meinen Herrn Papa zu bitten

Dass er nach der Monatsmitten

Mir ein paar Mäuse schicken möge

Weil sonst das Leben wär zu dröge

Und ich müsst am Hunger enden.

Für meine Alten war es klar

Weil ich sein Stammhalter ja war,

Durft‘ er mich nicht verhungern lassen.

Mit seinem Ersparten konnt‘ ich prassen

Genauso wie die Griechen.

Ich musst‘ niemals zu Kreuze kriechen

Um zu bekommen was ich wollte.

Jedermann Respekt mir zollte.

In schattigen Olivenhainen

Traf ich mich mit mancher kleinen,

Netten, hochadeligen Maus

Und zeigte ihr als Fahrensmann,

Was ein Seemann alles kann.

So manche der süßen scharfen Schönen

Durfte ich kostenlos verwöhnen

Doch immer, damit wir waren quitt

Bracht‘ ich ein paar Blümchen mit.

Mancher hab‘ ich mit Bedacht,

Weil sie’s so wollt‘ ein Kind gemacht.

Die Erziehung meiner Mäus“

Überließ ich Papa Zeus.

Auch sein Sohn Smintheus nahm spontan

Sich meiner Nachkommenschaft an.

Ach was war das Leben doch

Schön; ich wünscht ich könnt es noch

So wie einst in jungen Jahren

Heut‘ ein zweites Mal erfahren.

In Agamemnons Protz-Palast

War ich manche Nacht zu Gast.

Helena bevor sie Paris nahm,

Gar oft nachts in mein Bettchen kam

Und auch die andern Adelsdamen,

So waren bei Hofe dort die Sitten,

Nachts gerne in mein Zimmer kamen.

Ich ließ noch nie mich lange bitten.

Alle die Homer einst nannte

Ich persönlich damals kannte.

Die meisten davon näher gar

Als ihren Ernährern lieb es war.

Von Nacht zu Nacht wurde es schlimmer.

Sie standen Schlange vor dem Zimmer.

Manchmal war’s mir fast zu viel.

Doch brachte jede ich ins Ziel.

Manche sogar ein zweites Mal.

Ich wüsste heute gern die Zahl.

Es waren sicher viele tausend,

Die ich glücklich machte mausend.

Ich war damals ein toller Hecht.

Selbst wenn am Tag ich durchgezecht

Hatte, hab ich im Suff danach bei Nacht

Allesamt glücklich sie gemacht“!

Der Feldmarschall fiel ihm ins Wort:

„Ich wollt, ich hätt wie du als Lord

Bei der Marine angefangen.

Ach wenn ich doch auch so ordinär

Wie du es warst nur einmal wär.

Dann wär‘s auch mir so gut gegangen“.

Der Leutnant drauf nach kurzer Pause:

„Wir beide machen mal `ne Sause;

Wenn der Krieg ist erst vorbei,

Besuchst am Nachmittag um drei

Du mich einmal bei mir zu Haus.

Dann lassen wir die Sau heraus.

Wir laden uns zum lustig sein

Ein paar scharfe Mäuse ein.

Du wirst seh’n, das tut dir gut“.

Der Feldmarschall im Übermut

Lachte schallend. Dann sprach er:

Pfiffigquatsch ich bitt dich sehr,

Erst müssen wir die Schlacht gewinnen.

Doch bevor zu kämpfen wir beginnen,

Erzähl mir noch ein bisschen mehr.

Du weißt es ja bei uns im Heer

Ist alles mausgrau und Routine“.

„Nicht so bei der Mausmarine“

Begann der Leutnant fortzufahren.

„In meinen Sturm-und Seefahrtjahren“

-----

So begann Pfiffigquatsch erneut.

Falls die Sache Euch erfreut

Dann klickt einfach mal wieder rein.

Die Fortsetzung wird bald fertig sein.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.