Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Muse un der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 40
Die Muse und der Dichterling
Buch I


Die virtuelle Froschsammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus
 - Teil  17 -


ls 

Quakus von Amun die Bilder sah,
Die ihm die Muse hat beschert,
Flippte es schier aus beinah.

"Das ist wirklich sehenswert!"
Lobte im Sammlerterminus

"Ich denk, ich räume hier im Haus
Ein paar der Säle dafür aus,"
Fügte er spontan
Seiner Lobeshymne an.

"Ein Werk von solcher Seltenheit
Ist wahrlich eine Kostbarkeit!"

"Ich will deshalb nicht länger säumen
Und auch die Eingangshalle räumen,
Damit du ausreichend hast Platz
Für diesen bedeutungsvollen Schatz."

"Die ganze Welt wird sich dran weiden,
Und mich um dieses Werk beneiden.
Das in Gänze, so wie es sich frommt,
Nun in mein Museum kommt."

"Es wird die Besucherzahl hier mehren
Und den Menschheit drob belehren,
Dass Kriege geführt im Hass gar blind
Wie es die alten Bilder eigen,
Mehr als überdeutlich zeigen,
Nichts als Völkermorde sind,
Die von den Herrschern hier auf Erden,
Angezettelt ihrer Machtgier wegen,
Im Namen ihrer Götter werden."

"Weil jene der Menschheit es erlauben,
Zu rauben was sie selbst nicht glauben,
Und gar hinterhältig ihren Segen
Dazu gar dreist noch spenden
Wird das Morden dann erst enden,
Wenn endlich Amun, wie's ihm frommt,
Zurück ins Haus am Nil hier kommt,
So wie es prophezeit hat Bosch
Und auch Achternbusch vom Frosch.

Eine weitere Lehr aus diesen Bildern,
Ist, was Homer uns wollt einst schildern,
Nämlich, dass er in Anbetracht
Seines kriegerischen Epos, der Iliade,
Im Alter, schon etwas versponnen,
Den Krieg der Tiere hat ersonnen,
In welchem er gar ungeniert,
Sein eigenes Hauptwerk parodiert.

Im Froschmäusekrieg, von ihm erdacht,
Ja der alte Blinde war ein Spötter,
Beschreibt er die Ohnmacht all der Götter,
Es war eine ganze Latte,
Die er in der Ilias rigoros
Glorifiziert als übermächtig hatte.
Doch er wurd sie nicht mehr los!"

"Als später dann die Römer kamen
Gab man ihnen neue Namen
Und hat sie schlichtweg umgetauft."

"Noch heute wird gar verbissen drum gerauft,
Obwohl kein Mensch ihn wirklich kennt,
Wie man den Chef im Himmel nennt."

"Die Menschheit mit all ihren alten Sitten,
Wird immer mehr darob zerstritten
Und wird, wenn das so weitergeht,
In diesen wahrlich sinnlosen Ringen
Sich selbst noch um ihr Leben bringen."

"Und Trump, der mächtigste von allen,
Der göttergläubigen Vasallen,
Er ist selbst mir hier nicht geheuer,
Weil er vom Führen nichts versteht,
Schürt am schlimmsten dieses Feuer,
Aus dem, wenn weitermacht so dieser Mann,
Ein Weltenbrand entstehen kann,
Den weder der Prophet noch Jesus Christ,
Zu löschen in der Lage ist!"


"Aus diesem triftigen Grunde eben,
So fuhr der Museumsdirektor fort,
Ist hier, bei mir, der rechte Ort,
Auch Amun aus dem alten Theben,
Welcher auf dem Götterthron,
Saß lang vor all den andern schon,
In meinem Museum zu gedenken."

"Er war der friedfertigste von allen.
Er ließ es sich sogar gefallen,
Als das Unheil war gediehen,
Ohne Moses zu verfluchen,
Schutz im Untergrund zu suchen,
Anstatt in den Krieg zu ziehen."


"Wenn wir den Blick so wie Homer,
Indem die Götter er verlachte,
Es in seinem Tier- Epyllion machte,
Auf den Unsinn aller Kriege lenken,
Dann erkennt ein jedes Kind,
Und nimmt es mit von hier als Lehr,
Dass selbst Götter machtlos sind,
Wenn Völker einen Krieg entfachen!"

***

"OK, das werd ich deutlich machen!"
Hakte da die Muse ein.
"Ich denk du wirst zufrieden sein."

Danach, ohne weitres Wort
Setzte sie ihre Arbeit fort,
Indem fröhlich sie und hochgemut
Weitere Kriegsbilder ins Netz hoch lud.


 
 




 
 


 

 
 



***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Dienstag, 21. Februar 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 39
Die Muse und der Dichterling
Buch I


Die virtuelle Froschsammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus
 - Teil  16 -


ls 

der Muse Maxima wurd just,
Wie schön das alles war bewusst,
Der Museumsdirektor dienstbeflissen,
Er hatte wohl nichts besseres zu tun,
Ob über die Batrachomyomachie,
Ein paar Bilder online sie
Auch beschaffen könnte, wissen.

Und er fügte gleich im Nu
Seine Begründung drob hinzu:

"In unsern kriegerischen Zeiten,
Besonders hier in unsern Breiten,
Könnten mit den alten Bildern,
Wir unseren Besuchern schildern,
Welchen Sinn solch eine Schlacht,
Wie sie die Tiere schlugen, macht!"

Und dann hat er von Rollenhagen,
Das End des Tierkriegs vorgetragen,
Das der, noch heute viel bewundert,
Frei nach dem Dichterfürst Homer,
Der Menschheit, zu ziehen draus die Lehr,
Bereits im sechzehnten Jahrhundert,
Hatte als Ratschlag für ihr Überleben,
Schwarz auf weiß gedruckt gegeben.

"So war des Tags der Krieg vollbracht,
Die Sonn ging unter und es ward Nacht.

So fahl so schal, so kahl geht's aus,
Wenn sich der Frosch rauft mit der Maus.

Aller Welt Rat, Macht, Trotz und Streit,
Ist lauter Tand und Eitelkeit.
Macht Mord, Armut, Herzeleid!
Gott hilf und tröst in Ewigkeit."


"O ja", erwiderte Maxi als er schwieg
Und fügte von seinem Vorschlag angetan,
Begeistert sehr, gleich weiter an:

"Über den homerischen Froschmäusekrieg
Der tobte am Eridanos vor der Zeitenwende,
Besitze ich, vom Anfang bis zu seinem Ende,
Alle Bilder, die es weltweit gibt."

"Homers Gedicht, noch heut beliebt,"
So fuhr überzeugend sie mit jedem Wort,
An den Museums-Direktor fort,
"Hat mich einst dazu bewogen,
Einen jeden alten Bilderbogen,
Der von meisterlicher Hand,
Gezeichnet von diesen Krieg entstand,
Weil ich dacht, es könnt nicht schaden,
Auf mein Handy mir zu laden"

"Ja, ich denke du hast recht.
Die Idee ist gar nicht schlecht.
Damit könnten wahrlich wir,
 Ausgestellt die Bilder hier,
Für Politiker und ihresgleichen,
Ohn' ihre Ehre zu verletzen,
Das erforderliche Zeichen setzen,
Und in Sachen Frieden viel erreichen!"

Während Maxima so sprach,
Sah sie auf ihrem Handy nach,
Und unter dem Titel Galerie
Fand gut dreitausend Bilder sie,
Die dort abgespeichert waren.

Mit sichtlicher Freude im Gebaren,
Fertigte sie sogleich dann
Jene großartige Serie von Exponaten an,
Die, so wie es der Direktor wollte,
Zum Nachdenken anregen sollte.

***

"Wir legen hier das Schwergewicht
Auf das homerische Gedicht.
Die Idee ist wirklich gut!"
Dachte sie erfreut bei sich.


Als sie kurz drauf ordentlich
Die Bilder in den Computer lud,
Der mit einer Kapazität von tausend Yobibyte,
Im Museum stand dazu bereit.


















***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.