Dienstag, 7. März 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 47
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 2 -

"Wenn Kleopatra die bereits genannte
Vierte Ekloge des Hirtengedichtes kannte,"

So schloss der Dichterling daraus
Dann wäre möglich es durchaus
Am Nil zu jener Zeit gewesen,
Dass auch Jesus hat gelesen
Was Vergil geschrieben hat.

"Das stimmt wahrhaftig in der Tat.
Der hielt sich damals auch hier auf.
 Doch Kleo war da lang schon tot!"
Erwiderte nicht grad sublim,
 Ihm Maxi, seine Muse drauf.


"Sein Vater Josef, auf der Flucht
Mit Maria seinem Weib und ihm,
Um die Familie zu ernähren,
Das muss man nicht erklären,
Nahm in Alexandria,
Weil sich sonst nichts andres bot,
In einer Werft als Zimmermann,
Im Schiffbau eine Stelle an."

"Jesus, in seinen Jugendjahren ebenda
Er war als Kind schon sehr gescheit,
Verbrachte dort ganz offenbar,
 Wissbegierig sehr viel Zeit
In der Bibliothek am Nil,
Die damals weltweit die größte war."

"Neugierig an allem interessiert,
Hat er ganz sicherlich das Wesen
Der ägyptischen Mythen dort studiert,
Und auch Homers Werke gelesen,
Die ganz bestimmt dort all vorhanden,
So wie auch die Schriften von Vergil,
Einzusehen für ihn standen."

***

"All den alten Texten wohl gewogen,
Hat seine Lehren er daraus gezogen
Und sein Leben dann so ausgerichtet,
Wie es von Vergil gedichtet,
Auch auf jenem Zettel stand
Den ich in Cleos Büste fand."

"So wurde aus Marias Sohn"
Ergänzte der Dichterling bigott,
Vor zweitausend Jahren jener Gott,
Der ein neues, friedvolles Aion,
Gesegnet mit allen guten Dingen
Uns und den Himmel sollte bringen!"

***




"Prophentenwort mit Hirtenschalmei verkündet
Nannte Eduard Norden ein anerkannter Philologe,
Aus jüdisch, christlicher Protestantensicht,
Mit dem Klerus beruflich stark verbündet,
Die hoch umstrittene vierte Ekloge
Aus dem vergilischen Gedicht."

"In seiner Schrift - Die Geburt des Kindes -,
Hat aus dem Lumpenkittel des Gesindes,
Einleitend absichtlich übertrieben,
Er die vierte Ekloge so beschrieben,
Wie Aristoquakes es und Ukàlegon
Weil sie noch an Wunder glaubten,
Es zu glauben sich erlaubten,
Hier berichtet haben schon.

"Als Dilettantismus ohne jedes Augenmaß
Und gefühlsmäßige Einfallsdusselei
Beschimpfte überheblich er hierbei,"
So sprach Aristomyomaximus,
"Norden sogar Kaiser Constantinus,
Der einst auf dem nicaenischen Konzil,
Die vierte Ekloge des Gedichtes von Vergil,
Von dessen Weisheit angeregt
Dem Klerus hat ans Herz gelegt."


"Vom hohem Ross, auf dem er saß
Schloss Eduard Norden alles das,
Was Volk und Klerus machten draus,
Selbstherrlich kategorisch aus.

***

Was nicht sein sollte, durft' nicht sein.
Schon gar nicht von einem Dichterling
Ersonnnen und aufgeschrieben in Latein,
Der noch an jenen Göttern hing,
Welche in Troja vor dreitausend Jahren
Zur Zeit Homers in Mode waren,
Die der nach Alba Longa brachte,
Und den Römern dort vermachte,
Damit die mit den dortigen sich paaren.

***

Das Hirtengedicht analysiert
Und es auf Jesus und die Seinen
Von den Christen projiziert,
Auch wenn es paradox mag scheinen,
Denn es war noch nicht geschehen,
Als Vergil es niederschrieb,
Stimmt mit den Fakten überein
Die auch im Evangelium stehen.

***

Wie es damit weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.



wird fortgesetzt


Samstag, 4. März 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 46
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 1 -

ährend 

die Muse Aristomyomaximus
Sich drob freute, dass hienieden,
Amun beim Durchgang durch die Hallen,
Die Froschausstellung hat gefallen,
Denn er zeigte sich zufrieden,
Mit dem was sie im Haus am Nil,
Geschaffen hatte im Lurchenstil,
War der Dichterling, ihr Intimus,
Im Museumskeller immer noch.

Der reinen Wahrheit auf der Spur,
Er in alle Winkel kroch,
Und hat gar heimlich und verrucht
Nach Exponaten dort gesucht,
Mit denen sich beweisen ließ,
Dass Jesus, wie es im Volk hieß,
Gut gemacht vom Klerus zwar,
Gar clever und mit Hinterlist,
Nur die Kopie von Amun war
Und es noch heute ist.

***

Er fand in seinem Forscherdrang,
Im dunklen Loch mit Unbehagen
Zwar so manche Froschskulptur,
In den Sarkophagen,
Doch nichts weiter von Belang,
Das als Beweis verwertbar war.



Nebst Froschlampen fand er sogar
Unter einem Mumienbrette
Ein paar uralte Froschskelette
Die eingelagert waren dort.





Er wollte just grad von dort fort,
Und nach oben wieder gehen,
Um nach Maxima zu sehen,
Als im Regal, vor sich ganz nah,
Er die alte Büste sah,
Die Kuk hatte dorthin gebracht
Als oben wurde Platz gemacht.


Er sah sie an sich ganz genau
Denn er kannte diese Frau.


Die von Kuk im Museumskeller abgestellte Büste
die dem Dichterling versehentlich aus den Händen fiel,
und zu Bruch ging


Er hatte sie gestern oben stehen
In der Eingangshalle schon gesehen.

Als er die Büste wenden wollte
Um nach einer Gravur zu suchen,
Kam es wie es kommen sollte,
Sie glitt ihm aus den Händen.

Als mit einem leisen Fluchen,
 Vor den dunklen Kellerwänden,
Die Scherben er beiseite schob.
Einen Zettel er entdeckte,
Der mittendrin im Haufen steckte
Auf welchem geschrieben klar von Hand
Schon ziemlich verblichen etwas stand.


Als er diesen unter seine Lampe hob
Dachte der Dichterling im Licht,
"Wie schön, das ist ja ein Gedicht!"

Aufgeschrieben in Latein,
Konnte den Sinn er nicht verstehen,
Gewusst wie, gab er im Handumdrehen,
Die erste Zeile davon ins Handy ein.

***

Als er die Worte  "Sicelides Musae" eben
Hatte tippend eingegeben,
Hat das Handyprogramm sofort erkannt,
Als wäre es ein Philologe,
Dass der Text von Vergil stammte
Und gleich den Titel ihm genannt.

"Publius Vergilius Maro, vierte Ekloge"
Also nur ein Teil und nicht das gesamte
Antike virgilische Gedicht,
In dem ein Hirte aus Prophetensicht,
Die Geburt eines Kindes kündigt an,
Welches die Welt befrieden soll und kann.

***

"Das ist es!" dachte der Dichterling,
Als selbstzufrieden und auf leichtem Fuß
Die Stufen hinauf zurück er ging
Zu seiner Muse Aristomyomaximus.

***

"Amun war mit mir zufrieden
Das hat er amtlich mir beschieden!"
Maxi ihren Freund, den Dichterling,
Froh lachend im Foyer empfing.

"O, das freut mich wirklich sehr!"
 Erwiderte drob glücklich der
Und fügte an ganz unumwunden,
"Auch ich hab endlich was gefunden,
Was uns in Sachen Forschung nützt."

"Wenn Du mich weiter unterstützt,
Finden wir hier in Amuns Haus,
Den Rest bestimmt auch noch heraus."


"Doch dazu muss ich von dir wissen,
Denn sonst sind wir aufgeschmissen,
Wen die Büste stellte dar,
Die Kuk, als Platz er für dich machte,
Gestern in den Keller brachte
Wo sie mir in Scherben ging."


"Ich denke, dass es Kleo war!"
Erwiderte Maxima dem Dichterling,
Ich hab, bevor sie wurden weggebracht,
Ein Foto noch von ihr gemacht."

Anhand des Fotos, ei der Daus,
Als er sich auf die Suche machte,
Fand der Dichter online schnell heraus,
Dass stimmte was seine Muse dachte.

***

Ohne sich von Maxi abzulenken
In der Sache erst zu lassen,
Begann er sofort nachzudenken.

"Um die Lage richtig zu erfassen,"
Sprach er danach zu ihr,
"Sollten nun gemeinsam wir,
Bevor wir's publizieren
Ganz genau erst recherchieren,
Damit wie keine Fehler machen
Und andre uns darob verlachen,
Ob tatsächlich der Herr Jesu Christ
Nur eine Kopie von Amun ist."

***
Nach diesem Wort hoch konzentriert,
Die Sache galt als heißes Eisen,
Beim Klerus und in der Wissenschaft,
Haben mit ihrer ganzen Schaffenskraft
Sie gemeinsam weiterrecherchiert
Um was sie glaubten, zu beweisen.

***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Donnerstag, 2. März 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 45
Die Muse und der Dichterling
Buch I


Die virtuelle Froschsammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus
 - Teil  22 -


ur 

Ausstellungseröffnung ganz ungefragt,
Hatte Amun selbst sich angesagt.

Und tatsächlich, er ist auch gekommen.

Maxi hat ihn wahrgenommen,
Durch jeden Saal ihn dann geführt,
Und ihm erklärt so mancherlei
Bei ihrem Rundgang nebenbei.

Der Große Grüne staunte sehr.
(Beinamen des Schöpfergottes so wie auch für Osiris)
Der Pharaonensaal war leer.
Die Büsten allesamt entfernt,
Der große Raum total entkernt.

Alle Pharaonen fort.
Nur noch die Schautafeln nun dort,
Die Maxi angefertigt hatte.

Sein Bruder Kek, der Kekets Gatte,
Als Museumsführer jetzt,
Von der Muse eingesetzt,.
Erklärte ihm was rechterhand,
Von ihm sich an der Wand befand.



"Um eine Freude dir zu machen,
Hat einer gesammelt all die Sachen,"
Hat der Bruder fachbewährt,
Dem Familienoberhaupt erklärt.

Amun wollte drauf gerissen
Den Namen des Sammlers sogleich wissen.

"Ich weiß nur, dass das allesamt,
Was du hier siehst aus Schlicktau stammt!"
Erwiderte der jüngre drauf,
Was der ältre nahm in kauf,
Ohne noch drauf einzugehen.

Amun hat sich's angesehen,
Doch sich selbst nicht drauf gefunden.

Mit seinem Volk noch tief verbunden
Schritt mit dem Bruder als Begleiter
In den nächsten Saal er weiter.

Ach wie hat er da gestaunt.

Virtuell und gut gelaunt
War dort Heket aufgebaut,
Die Hebamme mit bestem Ruf,
Just grad einen Frosch sich schuf,
Denn sie war, wie's nicht sollt sein,
Seit der Zeitenwende schon allein.



Amun sah in aller Ruh ,
Ihr eine ganze Weile zu
Und sprach dann zu seinem Bruder.
"Die war immer schon ein Luder!"

Dann wies Kek er darauf hin,
Er war immer noch der alte Spötter,
Dass es machte keinen Sinn,
An der Wand die alten Götter
Weiter dargestellt zu lassen.

"Die Besucher sollen hier
Allesamt sich neben mir,
Mit meinem Volk sich nur befassen!"
Gab mit breitem Mund
Er seinem Bruder kund.

"Das hat die Muse Maxi auch gedacht,
Erwiderte familiär intim,
Darauf Kek, sein Bruder, lächelnd ihm,
Und fügte an, "Wir alle acht
Als die wichtigsten Götter auf der Welt,
Sind dort ja auch noch dargestellt."

"Dich als die Chefgottheit der Acht
Hat Maxi grün hervorgehoben.
Osiris, auf dem Lotus oben
 Haben aus der Finsternis der Nacht,
Hier im Bilde zu begaffen,
Wir mit Dir dort just geschaffen!"


"OK, dann kann die Wand so bleiben!
Wir sollten auch nicht übertreiben."
Murmelte mit frohem Sinn
Amun weiter schreitend vor sich hin.

Im nächsten Ausstellungssaal dann,
Für das werte Publikum,
Das kommen würde irgendwann,
Aus der ganzen Welt,
Das selbe nochmals dargestellt,
Nur Heket diesmal andersrum.


Doch die von Maxima etepetete
Neu angeklebte Froschtapete
Ist Amun sofort aufgefallen.

"Das ist der schönste Saal von allen!"
Begeistert, weil es ihm behagte,
Er da zur Muse Maxi sagte.

Als danach Aristomyomaximus
Ihn ins Foyer führte zum Schluss,
Und er vor sich im Staube ebenda,
Den gestürzten Ketzer sah
Und auf einem Zeilenband,
Las was dort geschrieben stand,
War Amun zu Besuch hinieden
In seinem Haus am Nil zufrieden.




***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt.



Die ägyptische Sammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus




Mittwoch, 1. März 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 44
Die Muse und der Dichterling
Buch I


Die virtuelle Froschsammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus
 - Teil  21 -

axi 

hatte wirklich nun,
Alle Hände voll zu tun.

Um die Termine einzuhalten,
Die der Direktor ihr hatte vorgegeben,
Und so die Sammlung zu gestalten,
Wie sie es wollte, hat sie jetzt,
Mittels Handy schnell mal eben,
Online all die Links gesetzt,
Welche, so wie sie es sollten,
Ehre allen Fröschen zollten.

Mit den  Ägyptern fing sie an.
Denen ließ folgen sie sodann,
So wie ein jeder Christ sie kennt,
Die Frösche aus dem Alten Testament,
Dem Buch der Bücher, jener Fibel
Die heute man schlicht nennt nur Bibel .

Über Briefmarken und buntes Allerlei,
Folgte den Fröschen und Kröten auf der Spur,
Sie denen bis zur Zuni-Frosch-Kultur.


Darüber höchst professionell
Setzte ein Bild sie virtuell,
Auf dem in Hieroglyphen stand,
Was darunter sich befand.


Nämlich die größte Froschsammlung der Welt,
Von Aristoquakes und Aristomyomaximus,
Beide geheim agierend als Anonymus,
Im Haus am Nil ins Netz gestellt


***


Die ägyptische Sammlung
des Aristoquakes und der Muse
Aristomyomaximus




Um ausreichend Platz dafür zu schaffen
Ließ von all den vielen alten Dingen
Den Krempel sie zusammenraffen,
Und nach unten in den Keller bringen.

Überall, wo einst die alten Büsten standen,
Von den Pharaonen samt ihren schönen Frauen,
Sich nichts als Frösche nun befanden,
Alle gar lieblich anzuschauen.

***

Auch Huh und Kuk und Nun
Hatten allerhand zu tun.


"Die alten Tapeten, und zwar ruckzuck,
Müssen ab!" sprach Maxima zu Kuk.
"Und du", befahl sie Huh,
"Sorgst dafür im Nu,
Dass neue an die Wände kommen!"

Huh hat das Froschmuster genommen
Und es mit Hehet seiner Schlange,
Vor ihr schon lange nicht mehr bange,
Die war darob zwar eingeschnappt,
Mit deren Spucke angepappt.



***

Wie es in Kairo weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.