Freitag, 16. September 2016

Auf dem Schlachtfeld


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 45 - 16
Auf dem Schlachtfeld
vor Mausulina

auchners 

Kumpel staunte sehr.

"Ja wozu taugt denn dann das Heer,
Wenn man auch ohne Krieg kann leben!"
Wollte er darauf gerissen
Von seinem grünen Freunde wissen.

"Das ist es",  sprach der, "leider eben,
So zeigt es ja der Kriegsbericht,
Wissen das die meisten nicht."

"Die Leute bei Hof, so scheint es mir,
Wie auch die Herrn Offiziere hier,
Und die Adeligen sowieso,
Hier bei uns und anderswo,
Betrachten es als Ehre,
Ruhm im Kriege zu erwerben."
Und für ihr Vaterland zu sterben."

"Sie sind allesamt borniert
Und total darauf fixiert,
Ohne zu denken das zu tun,
Was ihnen ihr oberster Tribun,
Zu machen aufgetragen hat."

"Sie ziehen aus der schlimmen Sache,
So wie es Pausback Schlacht um Schlacht,
Gegen das Volk der Mäuse rabiat
Nun schon seit vielen Tagen macht.
Wie mir scheint, die falsche Lehre."

"Miteinander reden anstatt Rache
Wäre, das weiß ich lange schon,
Zum Krieg die bessere Option."

"Weil keiner von ihnen recht versteht
Um was es in Homers Werk geht,
Das in der Ilias-Parodie-Variante,
Der Batrachomyomachie nannte,
Und sie nicht glauben was sie lesen,
Wie es am Eridanos ist gewesen,
Schlagen sie sich ohne Sinn,
Die Köpfe ein auch weiterhin."

"Und das Schlimme dabei ist,"
So fügte wütend ganz spontan,
Er seinem Zornausbruch noch an,
"Dass wir zwei bei diesem Mist,
Obwohl der von der Herrschaft stammt,
Zum dabei Mittun sind verdammt!"

"Wir kleinen Leute müssen
Was die verbrechen büßen."

"Dem Volk geht's wie uns beiden.
Es muss all das erleiden,
Was die Herrschaften ersinnen
Um sich zu profilieren.
Ganz gleich ob wir den Krieg gewinnen
Oder aber ihn verlieren,
Am End herrscht gar große Not
Und das halbe Volk ist tot."


Dann wandte er in aller Ruh
Sich der Herrschaft wieder zu:

"Ihr habt den ganzen Mist verbrochen,
Den wir hier ausbaden seit Wochen!"

"Weil ihr anstatt mit Geistesgabe
Einen Einsatzplan zu schmieden
Habt geschlafen all im Stabe,
Und zu denken habt vermieden,
Haben wir nun den Salat!"

"Hättet ihr anstatt dort nur zu träumen
Homers Batrachomyomachie gelesen
Und die Bilder dazu euch angesehen,
Könntet ihr jetzt des Krieges Wesen,
Und was der Dichter schrieb verstehen!"

"Dann würdet ihr nicht länger säumen,
Und anstatt das Töten ganz gediehen
In die Länge immer mehr zu ziehen,
Euch aus der Deckung endlich wagen,
Um Pausback deutlich es zu sagen,
Dass hirnverbrannt ist was er macht!"

"Bisher noch in jeder Schlacht,
Ließen Hunderttausende ihr Leben!"

"Aus diesem schlimmen Grunde eben
Rate dringend ich euch allen
Lest die Batrachomyomachia!"


"Ihr werdet sehen ebenda,
Auch wenn euch darin mancher Satz
Den Homer schrieb, wird missfallen,
Krieg und Gewalt sind für die Katz!"

Dann, just als der blitzgescheite,
Grüne, königliche Hauptgefreite
Mit seiner Red zum Ende kam
Ihn Krotterich beiseite nahm.

"Mir scheint" sprach er, "du bist nicht dumm,
Sagst deine Meinung frank und frei
Und redest um den heißen Brei,
So wie ich hör, nicht lang herum.
Ich schätze solch ein offnes Wesen."

Und dann fügte er spontan
Eine Bemerkung sogleich an.

"Auch ich hab einst genau wie du
 Homers Werke allesamt gelesen.
Doch, ich bin ehrlich und geb' zu,"
So fuhr verschämt er fort,
"Verstanden habe ich kein Wort!"

***

Da lachte Lauchner: "Hier für dich."
Indem dem Frosche aus dem Stab
Er ein kleines Büchlein gab.

"Das verstehst du sicherlich.
Es ist für Leut' wie dich geschrieben
Und ward in Grünberg einst vertrieben."

"Es ist für Kinder wohl gedacht.
Mein Mama jede Nacht
Las mir daraus vor.
Ich schenk es dir du Thor.
Zieh draus deine Lehr
Denn es ist von Homer!"

***

Der Froschmäusekrieg
- Ludwig F. Weißel -




 
 





 



***

Wie die Sache weiter geht

In unsrer nächsten Folge steht

***

 wird fortgesetzt


Dienstag, 13. September 2016

Auf dem Schlachtfeld


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 45 - 15
Auf dem Schlachtfeld
vor Mausulina

ieser 

eitle Fatzke, nein
Darf nicht unser Führer sein!"


Schrie Lauchner da, der arg gescheite
Königliche Hauptgefreite
Und schlug dem adeligen Korps
Der Offiziere aus dem Stabe,
Weil der bescheidener und klüger wär,
Und nicht ein solcher Weisenknabe
Wie es der junge Krott'rich war,
Als neuen Führer für das Heer,
Krottinger von Krottner vor.



"Der ist ein bisschen alt schon zwar,
Doch weil er auch mal jünger war,"
So fuhr mit überlegtem Wort
Er nebst dem Kumpel stehend fort
Und fügte sofort ganz spontan
Seine Gründe dazu an,
Indem er mit dem Finger fies
Auf den Adeligen wies.



"Wir wollen dieses Milchgesicht,
Mit seinem tollpatschigen Gehabe,
Von einem Stabsdienstler hier nicht.


Ihm fehlt jede Führungsgabe!"
So erklärte er gekonnt,
"Er ist nicht tauglich für die Front!
Kein Landser wird dem dümmlich dreisten
Kindischen Angeber Gehorsam leisten!"

"Krottner im Gegensatz zu ihm,
Gegürtet mit einem alten Riem,
Nach gutem alten Feldherrnbrauch
Um seinen stattlich dicken Bauch,
Mit Stachelkugel in der Faust
Und die Haare wild zerzaust,
Ist schon vom Erscheinungsbilde her
Weit besser geeignet um unser Heer,
Daran kann keiner Zweifel schüren
Als dieser Möchtegern zu führen!"



Dabei wies mit ausgestrecktem Finger,
Während er locker weiter sprach,
Auf  den jungen Schnösel immer noch
Der, so wie es Pausback wollte,
Die Truppe fortan führen sollte,
Und führte weiter aus danach:



"Krottner der alten Keulenschwinger,
Ihr Stabsdienstler, so glaubt mit doch
Wenigstens dies eine Mal,
Ist eine weitaus bessre Wahl,
Als diese lächerliche schlappe,
Adelige Stabsdienstquappe,
Denn er hat schon viel vollbracht.
Er soll uns führen in der Schlacht!"

***

Dann wandte er in aller Ruh
Sich seinem Kumpel wieder zu:

Und dem erzählte er sodann,
In Form von einem Kriegsbericht,
Aus eines Kriegsreporters Sicht,
Wie der ganze Mist begann.

***

DER  FROSCHMÄUSEKRIEG
- Autor nicht bekannt -













 







 








***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.