Montag, 5. November 2012

Machwerk R.W. Aristoquakes
   Teil 10 - 483
Die Froschgötter im alten Ägypten
- Der Frosch als göttliche Symbolfigur -
Teil I

"Von Aristoquakes wissen wir,"
So fuhr der Redner weiter fort.
"Dass im Ägypterlande dort
Der Frosch galt als ein heil'ges Tier.
Am Nil zwischen Elephantine,
Oben am ersten Katarakt,
Bis zum Delta mit Routine
Half er aus beim Zeugungsakt.
Nicht nur die königlichen Damen
Sich Frösche mit nach Hause nahmen!
Das grüne Kerlchen war in Mode!
In jedem Haus auf der Kommode

Solche Öl-Froschlampen benutzten die Ägypter


Saß damals solch ein netter Wicht.
Der Frosch war in, tat seine Pflicht!
Wenn der Gatte, was er sollte,
Nicht  konnte oder es nicht wollte,
Musste der Hausfrosch eben ran;
Und er hat es gern getan.

Ein jedes Weib trug ihn darum
Als Glücksbringer mit sich herum.
Als Aphrodisiakum war er
Der Richtige für das Begehr
Was jeder Ägypterin war eigen.
Am Halsband getragen wirkte es,
So die alten Funde zeigen.

 
Wie, das sehen wir an Bes
Der vom Frosche animiert
Sich nicht erst lange ziert
Und als Amulettfigur
An einer alten Halsbandschur
Ohn' sich zu zieren deutlich macht
Was er vom Triebe angefacht,
Man sieht, die Gottheit wusste Rat,
Entweder heimlich selber tat,
Oder wie er es im Bette
Von einer Sterblichen gern hätte.

Teutamos hielt dem Seelenkorps
Lachend eine Zeichnung vor
Welche er einst mit Bedacht
Für seinen Vortrag hat gemacht.
Die Helden grinsten und die Damen
Nannten die Sache gleich beim Namen.

Helene mit einem Seitenblick
In Richtung Paris sprach: "Den Trick
Kannte ich damals noch gar nicht."
Alexandros, rötlich plötzlich im Gesicht,
(Einer der Hauptfiguren der Ilias, auch Paris genannt,
Gatte der schönen Helena)
Hat sie böse angefaucht:
"Bei mir hast du das auch nicht gebraucht.
Bei Menelaos, da vielleicht
Hättest so du was erreicht,
Denn der schätzt solche geile Sachen
Wie Bes der Gott der Lustbarkeiten
Am Nil es mocht' in alten Zeiten.
 Ich ließ es niemals Dich so machen,
Weil ich das einst sehr tierisch fand.
Doch auf das, auf was ich stand
Bist niemals du vor lauter Bangen
Und Verklemmtheit eingegangen.
Und ich, vor lauter Rücksichtsnahme,
Weil ich dacht du wärst `ne Dame,
Für die sich so etwas nicht schickt
Hab wie ein Frosch dich nur ......"

Die Seelen lachten alle sehr
Über das was Paris eben
Im Zorn hatt' von sich gegeben.

Teutamos  indessen vor dem Pult
 Rief ihnen zu in Ungeduld:
 "Seid still, ich habe noch viel mehr
Zu berichten euch vom Frosche
Und dann fügte er spontan
Was er noch alles wusste an:

"Manch Kleinod mit `ner breiten Gosche,
Das am Nil wurd ausgegraben,
Aus Ton oder aus edlem Stein,
Steckten die Archäologen ein
Und gaben es nicht mehr zurück.
Einen Frosch wollt jeder haben
Denn man wusst', der Frosch bringt Glück.

Bei jedem großen Ausgrabfund
War der Anteil groß an Schwund;
So hat ein Forscher mir gesagt,
Den ich kürzlich hab befragt.
Besonders den Grabfunden aus Gold
Waren die, die gruben hold
Und haben gleich, was sie entdeckt
Schnell in den Hosensack gesteckt.
So haben uns die Archäologen
Jahrhunderte hindurch betrogen
Und uns die schönsten von den alten
Froschfiguren vorenthalten.

Nach der Drittjahrtausendwende
Ging mit den Fröschen es zu Ende.
Wer Urlaub macht heut mit dem Ziel
Ägypten findet dort am Nil
Die Gräber geplündert, alle leer.
Es gibt dort keine Frösche mehr,
Welche die Herrschenden dort leiten
So wie in jenen alten Zeiten
Als das Tier dort noch nicht rar
Und am Nil `ne Gottheit war.

Doch Gott sei Dank, Aristoquak'
Hat was in den Asservaten stak,
Bevor es wird auch dort geraubt,
Herausgekramt uns und entstaubt,
So dass gedruckt nun auf  Papier
Ich berichten kann darüber hier.

Ich bitt` euch leiht mir Aug und Ohr
Dann stell ich euch die Frösche vor
Die vor gut dreitausend Jahren
Bei den Ägyptern Götter waren."

So sprach Teutamos: Gleich darauf
Schlug Aristoquakes Werk er auf
Und trug dem Heroen-Seelen-Korps
Was der aufgezeichnet hatte, vor.


"Vor sechs- bis siebentausend Jahren
Die Frösche am Nil all heilig waren"
Begann er. Da hat Achill gegähnt
Und zwar laut und arg gemein.
"Ach ja, das hab ich schon erwähnt"
Ging Teutamos darauf ein
Um danach sogleich mit den raren
Froschfiguren fortzufahren
Die er im zehnten Machwerkband
Des alten Lurchenforschers fand.

Dann zeigte eine Skizze er
Von einem roten Sandfrosch der
Nebst anderen schönen Grabbeigaben
Am Nil dereinst ward ausgegraben.


"Sechstausend Jahre sicher bald
Ist das hübsche Tierchen alt.
Ein Kunstwerk, für jene Zeit, fürwahr.
Es stellt die Gottheit Amun dar."

Aus dem nächsten Jahrtausend dann
Fügte er weitere Skizzen an.
Ein Frosch aus Stein. Im Froschgottkult
Gefertigt einst mit viel Geduld,
Vermutlich um Gott Nun zu preisen
Und um Huld ihm zu erweisen.
Der Frosch, geschnitzt aus hartem Stein
Schaut ziemlich skeptisch heute drein;
Vermutlich weiß er, dass schon weit
Zurück liegt seine beste Zeit.


Ein anderer Frosch, aus Bergkristall
Ist besser geschützt gegen Verfall.
Er sieht noch jung aus und wirkt smart;
Ein bisschen kantig zwar doch hart
Als wär' er eben erst gemacht.
Ist es einer von der Acht
Die man als Ganzes nannte Schmun?
Vermutlich ist's die Gottheit Nun.


Als nächstes wurde präsentiert
Eine Fayence, hellgrün glasiert.
Gefunden einst in Abydos
In einem Königsgrab am Nil,
Zeigt sich der kleine Gernegroß
Ganz im hermopolischen Stil.
(Hermopolis gilt als Zentrum der einstigen ägyptischen
 Froschgötter, insbesondere der Achtheit)
Er scheint zu grinsen der Filou.
Vielleicht ist es die Gottheit Huh
Die sich nun darüber freut
Dass sie betrachtet wird noch heut.


Ein andrer Frosch aus jener Zeit
Grinst nicht wie Huh so frech und breit.
Er ist drei Zentimeter hoch
Und ziemlich gut in Farbe noch.



Vermutlich stellt er Heket dar,
Die damals groß in Mode war.
Sie schenkte einst im alten Theben
Den Pharaonen all des Leben.
Wir sehen sie just hier im Bild
Wie lächelnd sie gar gütig mild,
Dem Schöpfer an der Töpferscheibe
Anreicht was jeder Körper braucht
Und zwar nicht nur in Theben,
Das Henkelkreuz in Laich getaucht,
Als Zeichen für das Leben.
                                                                                                         


"Ach Teutamos sag uns doch
Wie viele Frösche hast  noch.
Ich brauche dringend eine Pause
Um mir ein Stück Ambrosia
Zu gönnen jetzt als Jause.

"Na gut" erwiderte Teutamos da
Und er fügte gleich spontan
Auch noch einen Nachsatz an.
"Kaffeepause für Achill
Und wenn jemand pinkeln will,
Bitte dort am Wolkenrand
Zu Helenes rechter Hand."


wird fortgesetzt

Samstag, 3. November 2012

Machwerk R.W. Aristoquakes
   Teil 10 - 482
Die Froschgötter im alten Ägypten
-Isis und die Frösche-

Nach der Pause froh und heiter,
Berichtete Teutamos weiter
Über die Froschgötter am Nil
In ihrem feuchten Domizil
Und über das, was ebenda
Durch sie und mit ihnen geschah.

Als Gottheit für die Fruchtbarkeit,
Und im Kausal-Zusammenhang,
Mit dieser für das Leben,
Galt der Grüne seinerzeit
Gut dreitausend Jahre lang
Zwischen Alexandria und Theben.

Einer Schöpfergottheit gleich
Wirkte er Wunder. Des Frosches Laich
Kam auch Isis sehr gelegen.
Sie nahm vom Frosch ihn gern entgegen.
Die Muttergöttin auf dem Thron
Erzählte freilich nichts davon.
Die Geheimnisvolle, Zauberreiche
Trieb es mit manchem Frosch am Teiche.
Amun war ihr Favorit.
Sein Laich auf des Osiris Glied
Rettete das Imperium.
Das Horus-Kind, gezeugt posthum,
Ward als dessen Sohn verehrt.
Heut wissen wir, das war verkehrt.
Die Gene stammten von Amun
Dem Frosch, das weiß die Forschung nun.

Wie sein Samen wurde transportiert
Findet Ihr gut illustriert,
So schob Teutamos  ein gar flink
Hier unter diesem Link.

Zur schnellen Übersicht jedoch
Hielt er eine Zeichnung hoch
Auf welcher, wer klug genug war, sah
Was am Totenbett geschah.



Schlagartig waren alle still.
"Kaum zu glauben" rief Achill
Mit zweifelnder Tonlage im Wort,
Und er sah Aineias an.
"Das probier'n wir irgendwann".

 Doch da fuhr Teutamos schon fort:
"Die Isis-Statue in Sais
(Stadt im Nildelta in der Nähe von Alexandria)
Gab kürzlich das Geheimnis preis.
Unter einem Marmorblock
Des Standbilds saß ein alter Pogg.
Als er entdeckt wurd, sprang er fort.
Er saß die ganze Zeit wohl dort
Und war Isis treu geblieben.
Aus dem Sockel, tief in Stein getrieben,
Steht auf dem Monument zu lesen,
Ein Satz der heut noch uns das Wesen
Und die lose Lebensart
Der Muttergöttin offenbart.
"Ich bin alles" steht geschrieben,
"Was ist und auch was je wird sein"
Bis heute leserlich geblieben
In Hieroglyphen auf dem Stein.
"Kein Sterblicher wird je erfahren
Wer meine Liebhaber all waren
Und wer als Freier glitschig nass,
Unter meinem Schleier saß."


"Wär' Aristoquakes nicht gekommen,
Der sich des Themas angenommen,"
So fuhr Teutamos heiter
Am Rednerpult im Texte weiter,
"Wär' gänzlich unbekannt geblieben
Was Isis und die Frösche trieben.
Die Göttin hatte seinerzeit
Nur ihre Priester eingeweiht
Und die, so scheint es, hielten dicht.
Kein Papyrus gibt Bericht
Von dem was einst am Nil geschah.
Obgleich die Priesterschaft es sah,
Was Isis im Tempel Nacht für Nacht
Mit den Fröschen hat gemacht.

Sie haben alle gar gediegen
Was rituell war und obszön,
Für sich behalten und verschwiegen
Dass sie das  Zuseh'n fanden schön.

Ob bei dem nächtlichen Gebaren
Sie selbst auch mit beteiligt waren,
Ist wie in jeder Religion
Das geheimnisvolle Axiom,
Auf dem als Wahrheit absolut
Jegliche Art von Glauben ruht.


Man hielt die Sache streng geheim
So wie es ein jeder Tunichtgut,
Der einen Glauben kreiert, tut.
Die Forscher fanden keinen Reim
Auf all die Frösche die man fand
Beim Graben im Ägypterland.

"Wär' Aristoquakes nicht gewesen
Mit seinen neuen Froschgott-Thesen,"
So fuhr Teutamos lachend fort,
Glaubten die Forscher heut noch dort,
Dass der Frosch ein Frosch gewesen
Und nicht jenes Überwesen,
Aus welchem in den Nilstromlanden
Götter und Menschen einst entstanden.

Jener, den Fröschen wohl gewogen,
Hat sich auf alles das bezogen,
Was Forscher im Ägypterland
Buddelten dort aus dem Sand
Und at acta legten weil
Zu unbedeutend jedes Teil,
Wenn es einem Frosche glich
Für sie als Archäologen war.
Die meisten Frösche, auch das ist wahr,
Behielten heimlich sie für sich.

Die Museen hierzulande,
Wie weltweit auch anderswo
Sind heut noch nicht dazu im Stande
Die Frösche die man fand in Massen
In einem Werke zu erfassen
Und der Frage nachzugehen
Was genau ist dort geschehen
Und zu erforschen auch wieso
Der Froschglaube zur Zeitenwende
In Ägypten so plötzlich fand sein Ende.

***

wird fortgesetzt


Freitag, 2. November 2012

Machwerk R.W. Aristoquakes
   Teil 10 - 481
  Märchenerzähler im Olymp

Nach seinem Schlusswort, es hieß Amen,
Rief Achill: "Ich gratulier;
Du hast bestanden das Examen.
Wir zollen all Respekt hier dir.
Es war ziemlich interessant
Was du uns so wortgewandt
Über den Frosch hast ausgeführt.
Weil Ehre dir dafür gebührt,
Biete ich vor allen hier,
Meine Hand zum Danke Dir.
Damit der dumme alte Zwist
Der zwischen uns gewesen ist,
Vergessen wird für alle Zeit,
Nimm Platz mein Freund an meiner Seit.
Dann ging er auf Aineias zu
Und drückte ihm die Hand. Im Nu
Wurden aus Gegnern Freunde die
Füreinander Sympathie
Als sie sich gegenüberstanden,
Und in die Augen sah'n, empfanden.

Die Zuneigung der beiden Seelen
War offensichtlich. Patroklos,
Der bisher neben dem Peliden saß,
Enttäuscht über ein jedes Maß,
Konnt' seinen Zorn drob nicht verhehlen.
Denn er war den Platz nun los
Den er auf der Wolkenmatte
Bis dahin immer inne hatte.

Er rückte auf zu Helena
Die das durchaus gerne sah.


Nach dieser Unterbrechung dann
Schickte sich Teutamos an,
(Ilias 2/843; Vater des Lethos)
Ohne dass er sich ließ hetzen
Die Vortragsserie fortzusetzen.

Er stand schon auf dem Podium
Und als es ruhig wurde dann
Fing er zu erzählen an.
"Der Frosch fand ein Refugium,
Das hat Aineias uns erklärt,
Am Nil vor siebentausend Jahren.
Wie er sich hat dort bewährt,
Sollt ihr nun von mir erfahren."
Und dann trug er dem Seelenkorps,
Was er darüber wusste, vor.


Die Frösche im alten Ägypten
- Amun und die Achtheit -

"Als die Frösche einst aus China kamen
Auf ihrer Völkerwanderung
Am Nilstrome Quartier sie nahmen
Als neue Tierbevölkerung.

Von Theben bis hinauf nach Goschen,
Wo Mäuse die Katzen einst verdroschen,
Und aus Amt und Würden jagten
Weil selbst sie zu regieren wagten,





Siedelten nun an und hielten Laich
Die Frösche im Ägypterreich.

Die Mäuse wurden eingelocht
Oder zum Frondienst unterjocht.

Die Neuen hatten leichtes Spiel
Denn der Pharao am Nil
Mochte die grünen Bürger sehr,
Hingegen die Mäuse längst nicht mehr
Denn die graue dreiste Schar
Hatte im Lande Jahr für Jahr
Seine Speicher leer gefressen.
Die neuen Siedler unterdessen
Fraßen Mücken nur anstatt von Speck
Und ihm die Vorräte nicht weg
Wie die Nager in ihrer Gier.
Am Strom das neuartige Tier
Trug keinem Ägypter etwas fort.
Drum war es gern gelitten dort.
Auch schätzte man den Froschgesang
Der nachts nun durch Ägypten klang.
So wie der Frosch im alten Theben
Auftrat und sich hat gegeben,
Musste er was besond'res sein.
Er mischte sich in alles ein
Und hat in Karnak ungefragt
(Tempelbezirk von Theben)
Seine Meinung stets gesagt.
Der Frosch, weil er sich klug benahm
Am Nil zu Ansehen schnell kam.
Wohlgesinnt dem Pharao
Kam er in Amt und Würde so.
Er wurde im Ägypterland
Zur Gottheit gar von ihm ernannt.
Als Reichsgott Amun durft' er nun 
 (Der Name Amun bedeutet "der Verborgene")
Seinen Dienst im Tempel tun. 



Dort, versteckt unterm Altar
Nahm seine Aufgaben er wahr.
Im Verbogenen wirkte er
Und verbreitete die Lehr
                                                           Nil abwärts einst in Theben,
So wie er selbst zu leben.

Der Frosch im göttlichen Beruf
Am Nil fortan das Leben schuf.
Er hatte einen großen Namen.
Besonders die Ägypterdamen
Priesen ihn, weil er so munter
Hüpfen konnt`. Bis Memphis runter
Wurde der Grüne nun verehrt.
Das ganze Land hat er bekehrt.
Der Pharao ihm wohl gewogen
War ganz in seinen Bann gezogen
                                              Und auch die Priesterschaft im Land
Stand dem Frosch, nach mancher Pleite
Mit andern Göttern gern zur Seite.
Noch heut an mancher Tempelwand
Finden sich Hinweise darauf,
Dass Frosch Amun am Unterlauf
Des Nilstroms zwischen Assuan
und Memphis einst im Götterclan
Der urgöttlichen Achtheit Schmun
Mit Amaunet im Götterpaar
Der Boss der andern sieben war.
Mit seinen Brüdern Huh und Huk und Nun
Nebst ihren Gattinnen, den Schlangen,
Ist gut es ihnen dort gegangen.







Von Alexandria bis Theben
Sorgten die Frösche nun fürs Leben.
Sie galten als das Unterpfand
Für Fruchtbarkeit und Glück im Land.
Ein Tempelrelief aus jener Zeit
Zeigt die acht Götter aufgereiht
Zwischen Untergöttern thronen.

Ob sie auch heute noch dort wohnen,
So wie dereinst in jeden Tagen
Als Frösche und Schlangen sich vertrugen
Ist heute freilich schwer zu sagen.
Die Frösche einst, die göttlich klugen,
Mit ihren Gattinnen, zusammen acht,
Regierten lange. Mit Bedacht
Verteidigten gemeinsam sie
Die Schlangen-Frosch-Kosmogonie.

Von Menes über Ramses zwo,
(Menes etwa 3000 v. Chr., Ramses etwa 1200 v. Chr.)
Von Pharao zu Pharao,
Bis hin zu Cleopatras Sohn
Dem jungen Prinz Cäsarion,
Hat man die nassen, glitschigkalten
Froschgötter im Land erhalten.
Das ganze Volk hat sie verehrt
Und ihnen keinen Wunsch verwehrt.

In Hermopolis am Nil
Und in Dendera gefiel
Den Grünen es besonders gut.
Zusammen mit der Göttin Nut
Dienten sie Isis. Jahr für Jahr
Brachten sie ihr Gaben dar.



Die Insignien ihres Reiches,
Aus den Tiefen ihres Teiches,
Legten sie mit Amuns Grüßen,
Der Göttlichen am Nil zu Füßen.
Der Chef kam selbst zu ihr, allein.
Sie ließ mit ihm gar oft sich ein
Und für ihre Fruchtbarkeit
War er zu opfern gern bereit.
 
Niemand wusste dies bislang!
Doch R.W. Aristoquakes drang
Tief in den Lurchenmythos vor."
So sprach Lethos Vater mit Humor.
Und er fügte gleich spontan
Einen Nachsatz auch noch an:
"Das hat die Forscher angeregt
Und zum Denken sie bewegt."

Nach diesem Wort im hohen Hause
Machte Teutamos eine Pause.
"Denkt mal drüber nach" sprach er.
"Ach du Achilles, bis nachher."
***

Was Teutamos nach der Pause
Berichtete in hohen Hause,
Und wie das damals ist gewesen
Könnt Ihr demnächst hier dann lesen.

Donnerstag, 1. November 2012

Machwerk R.W. Aristoquakes
   Teil 10 - 480
  Märchenerzähler im Olymp

Wieder gab's im hohen Haus
Lang andauernden Applaus
Den der Dichter voller Scham,
Doch dankbar sehr, entgegennahm.
Als er verbeugte sich grad tief
Von unten her Achilles rief:
"Dein Vortrag hat bis jetzt von allen
Am allerbesten mir gefallen."

Und dann fügte er spontan
Noch eine andre Sache an.
"Aineias" rief er durch den Saal;
"Du bist einer unsrer größten.
Wie lange willst du uns vertrösten?
Ich denke es ist ein Skandal.
Heut Morgen hast du uns gesagt,
Vermutlich war es eine List,
Dass du noch nicht fertig bist
Und uns auf Nachmittag vertagt."

Der Göttliche ist sehr erschrocken.
"Ich komme gleich" rief er nur trocken
Und sah fragend zu Homer.
Da reichte ihm die Rede der
Und flüsterte dabei ihm zu:
"Ich schrieb's, vortragen musst es du."

Aineias fiel ein Stein vom Herzen.
Er lachte als zum Pult er ging
Wo ihn das Publikum empfing.
"Ich" begann er dann zu scherzen,
"Wollte mich bestimmt nicht drücken.
Ich weiß, es würde niemals glücken
Achill zu überlisten, denn
Wie ich den Peliden kenn,
Führt als Primus er hier Buch.
Zwecklos wäre der Versuch
Sich zu drücken vor der Pflicht,
Darum versuch ich es auch nicht."

Dann griff er zum Mikrophon
Um seine Frosch-Dissertation
Die homerisch war im Wesen,
Den Heroen vorzulesen.



Die Herkunft der Frösche
( R.W. A. nach Homer )

"Dass Frösche aus dem Osten kommen
Hat man schon immer angenommen."
So las er es dem Seelenkorps
Aus dem Homer-Gedicht nun vor
Und dann mit dessen Dichterwort
Fuhr sicher er im Texte fort:

"Zuerst hat dieses hoch betagt,
Der alte Herodot gesagt.
Aus Asien drangen sie nach Westen
 Vor zu unserm Besten.
Vom Pazifik, das grüne Korps
Rückte bis zu uns einst vor.
Vor sechstausend Jahren dann
Kamen sie am Nilstrom an.
Von dort, aus dem Ägypterreich
Eroberten sie Teich um Teich
Bis letztlich war auch unser Land
Und Rom danach in ihrer Hand.

Die Wiege der Frösche stand im Osten.
Sie scheuten weder Müh noch Kosten
Um nach Westen vorzudringen.
So manche dabei zu Grunde gingen.
In der Gobi war's am Schwersten.
Dor starben schon die ersten.
Auf dem Himalaja, ach es war ein Graus,
Fielen gut zwei Drittel aus.
Nach der Bergtour reduziert
Hat an des Ganges Uferauen
Man sich schnell regeneriert
Um ein Stammvolk aufzubauen
Von welchem ich euch und Achill
Im Weiteren erzählen will.

                                              Im Orient, wo das Land ist trocken,                      
Geriet der Marsch erneut ins Stocken
Weil die Fliegen waren rar.
Einmal geriet das Volk sogar
In einen schweren Sandsturm der
Behinderte den Vormarsch sehr.

Nach einem Bad im Euphrat dann
Neue Kräfte man gewann
Und weil zäh ist jeder Lurch
Schlug man sich bis Memphis durch.

Im Land der Pharaonen dann
Die Froschgeschichte neu begann.
Am Nilstrom fand das Volk sein Glück.
Ich komme später drauf zurück.

Doch als Erstes lasst mich nun
`Nen Blick zurück nach Asien tun,
Dorthin, wo einst am Meeresstrand
Von Frosch und Krott die Wiege stand.




Siehe auch hier und hier


wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.